Mehr Pole auf gleichem Raum Mehr Kontakte, weniger Arbeit

Redakteur: Silvano Böni

Schraubverbindungen waren lange das Mass der Dinge in der Anschlusstechnik. Ihre Nachfolger, die Käfigzugfedersysteme, machten es noch besser. Wartungsfrei und eine gasdichte Verbindung, und das nur mit Hilfe eines Schraubendrehers. Es geht aber auch ohne Werkzeug, dank Squich von Ilme.

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Steckgesicht Standard im Vergleich zu CDS bzw. CDSH.
Steckgesicht Standard im Vergleich zu CDS bzw. CDSH.
(Bild: Ilme)

Seit 20 Jahren geraten herkömmliche Schraubverbindungen in allen Bereichen der industriellen Elektrotechnik immer mehr in die Kritik. Sei es, weil sie nicht vibrationsfest sind oder gewartet werden müssen, weil Temperaturschwankungen und Stromfluss zu Lockerung der Verbindung führen oder weil feste Vorgaben von Schraubendrehergrössen und Drehmomenten gemacht werden müssen. All das zusammen ist nur schwer in ein QS-System integrierbar. Einen Ausweg schien die Crimptechnologie als perfekte elektrische Verbindung zu bieten. Ist eine Crimpverbindung nach IEC- oder MIL-Norm fertiggestellt, so lässt sie in der Regel keine elektrotechnischen Wünsche offen. Der Leiter und der Kontakt sind miteinander gasdicht verpresst. In Verbindung mit hohen Auszugskräften sichert diese Technik perfekte elektrotechnische Verbindungen über viele Jahre, auch im hochindustriellen Umfeld. Allerdings gibt es einen Nachteil: Zur Herstellung einer Crimpverbindung nach MIL- oder IEC-Norm benötigt man eine vom Hersteller zugelassene Crimpzange. Die in den Kontakt eindringenden Indenter und Kräfte müssen exakt bemessen werden, je nach Querschnitt und Kontaktart. Diese Zange führt dazu, dass die exportorientierte Maschinenbauindustrie häufig Crimptechnologien wegen der Probleme im Servicefall nicht einsetzen möchte. Steht eine Maschine in fernen Ländern, so ist ein solch spezielles Crimpwerkzeug in der Regel nicht verfügbar. Selbst wenn der Hersteller dieses dann mit Bedienungsanleitungen versendet, ist die Wiederinbetriebnahme der Anlage schwierig und langwierig. Die teure Zange bleibt meist für immer verschwunden.

Aus diesen Gründen verbreiten sich seit 20 Jahren in vielen elektrotechnischen Anschlussbereichen Käfigzugfederanschlusssysteme immer weiter. Die klassische Käfigzugfederanschlussklemme bietet einen relativ leichten Anschluss mittels eines Standard-Schraubendrehers, ist wartungsfrei und stellt eine gasdichte Verbindung her. Sie ist flexibel, für unterschiedliche Querschnitte einsetzbar und völlig vibrationsfest.

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Sicher und schnell ohne Werkzeug

Auf Basis solcher Käfigzugfedersysteme hat der Steckverbinderhersteller Ilme bereits vor sechs Jahren ein spezielles Schnellanschlusssystem namens Squich entwickelt. Bei diesem entfällt das übliche Öffnen der Kontaktkammer mit einem Schraubendreher. Die Kammer ist immer zu 100 Prozent geöffnet, ein Schraubendreher oder anders geartetes Werkzeug wird hier zum Anschluss gar nicht erst benötigt. Die Anschluss­philosophie, also ob der Anwender eine Aderendhülse verwendet oder nicht, ob er einen starren oder flexiblen Draht verwendet, wird vollständig dem Anwender überlassen. Die Squich-Technologie nimmt alle drei Arten in der offenen Kontaktkammer problemlos auf. Mittels Herunterdrücken des orange­farbenen Verriegelungselements wird die Verbindung dann sicher, schnell und zu 100 Prozent reproduzierbar hergestellt.

Im Vergleich zu herkömmlichen Schraub- oder Käfigzugfederanschlüssen reduziert sich die Verdrahtungszeit dabei um bis zu 50 Prozent. Zusätzlich bietet eine Kontrollöffnung in jedem Anschlusselement die Möglichkeit, am stromführenden Steckverbinder oder der laufenden Maschine im angeschlossenen Zustand auf jedem Kontakt eine Prüfung vorzunehmen. Das Einführen von Messspitzen bis zu einem Durchmesser von 2,2 mm ist von Ilme hier vorgesehen worden. Durch den Zustand des Verriegelungselements auf oder zu, lässt sich schnell optisch unterscheiden, welche Kontakte bereits angeschlossen und verdrahtet sind und welche nicht. Im Sinne eines QM-Systems gibt es nur die Zustände angeschlossen / nicht angeschlossen. Fragen nach Drehmoment oder Öffnungs- und Spannungsgrad der Feder stellen sich bei Squich nicht.

Öffnen leicht gemacht

Muss ein Leiter wieder gelöst werden, lassen sich die Verriegelungselemente mit Hilfe eines gewöhnlichen Schraubendrehers mit 3 mm Klingenbreite wieder öffnen. Der Schraubendreher wird hierzu in die Öffnung der Verriegelungstaste eingeführt und leicht nach unten gedrückt. Die Taste hebt sich und die Käfigzugfederklemme wird geöffnet.

Ilme hat in den Jahren seit 2010 drei verschiedene Kontakteinsatzserien mit dieser neuartigen Anschlusstechnik bestückt. Angefangen mit den 06/10/16/24-poligen als Standardsteckverbinder bekannten Serien 16 A / 500 V, fortgesetzt über die 3- bis 10-poligen 16 A / 830 V-Einsätze wurden im letzten Jahr die A-Baureihen 10- und 16-polig 16 A vorgestellt. Zur diesjährigen Hannover Messe zeigte Ilme einen verdichteten Steckverbinder der Baureihe CDSH. Die konstant steigende Nachfrage nach immer höherer Kontaktdichte ohne grösseren Platzbedarf führte schon vor zwei Jahren zur Entwicklung der CDS-Baureihe in Käfigzugfederanschlusstechnik.

Die Steckverbinder dieser Serie bieten bis zu 84 Kontakte bei gleicher Grösse wie Standardausführungen mit Schraub- oder Käfigzugfederanschluss. Durch diese neue Kompaktklasse ist es möglich, im Standardformat, wo früher 24 Käfigzugfederkontakte Platz fanden, heute bis zu 42 Kontakte in der neuen Schnellanschlusstechnik Squich zu nutzen. Auf der Vorderseite der neuen Einsatzgeneration können bis zu 14 Codierstifte sehr einfach eingesteckt werden. Dies führt zu einer enormen Anzahl von Codiermöglichkeiten. Diese hohe Kontaktzahl bei gleichem Platzbedarf bietet gute Möglichkeiten bei Neuentwicklungen oder auch bei Umbauten, wo man nur noch den Steckverbindereinsatz tauschen muss, um mehr Kontakte zu erhalten. Somit entfällt der aufwendige Einbau zusätzlicher, neuer Schnittstellen und Gehäuse. SMM

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