Metall München: Neuheiten wecken Erwartungen - GHM Gesellschaft für Handwerksmessen mbH

Redakteur: Matthias Böhm

>> Zum Jahresbeginn die Netze auswerfen: Die Metall München 2010 macht das möglich. Die Veranstalterin, die GHM, Gesellschaft für Handwerksmessen, liess Fachjournalisten in die Karten sehen – bei der Deckel Maho GmbH in Pfronten im Allgäu.

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Bei der letzten Metall München kamen rund 7% der Besucher aus der Schweiz. Im Bild: Oliver Gossmann von der GHM. (Bild: Dorner)
Bei der letzten Metall München kamen rund 7% der Besucher aus der Schweiz. Im Bild: Oliver Gossmann von der GHM. (Bild: Dorner)

Im deutschen Maschinen- und Anlagenbau liegen die Auftragseingänge deutlich über dem Niveau des Vorjahres. Der Aufschwung ist nach der Krise im Kommen.

Hauptgewinner ist die Zerspanungstechnik

Bei deutschen Werkzeugmaschinenbauern gingen im 3. Quartal 2010 Bestellungen von +117 % ein. Schon mit dem ersten Satz seiner Ausführungen hatte Klaus Plaschka, GHM, die Aufmerksamkeit der Fachpressevertreter gewonnen. Treiber für den Aufschwung sind insbesondere Nachfragen aus dem Ausland. Das Inland zieht allmählich nach. Hauptgewinner ist die Zerspanungstechnik.

Die Metall München 2011 wird vom 16. bis 19. März in der Neuen Messe München für Fachbesucher aus Industrie und Handwerk durchgeführt. Im neuen Ausstellungsbereich Oberflächentechnik reichen die Themen vom Pulverbeschichten bis zum Galvanisieren, Schleifen und Lackieren.

Gegenüber dem Vergleichszeitraum von 2008 mit 200 Anmeldungen (Stand: 8.12.10) liegen bereits 207 Anmeldungen vor, die Ausstellungsfläche vergrössert sich dementsprechend. 2009 beteiligten sich 295 Aussteller an der Fachmesse. Anzahl der Besucher: 20 678.

Besucher: 58 % Entscheidungsträger

Laut Umfrage besuchten 49 % ausschliesslich die Metall München; 92 % waren Fachbesucher, davon 58 % Entscheidungsträger. Die Besucher kamen insbesondere aus dem Maschinen- und Anlagenbau (45 %). Die Branchen Werkzeug- & Formenbau, Handel & Dienstleistungen, Automobilindustrie und Blechbearbeitung waren mit rund 10 % fast gleich stark vertreten, die Luft- und Raumfahrt mit knapp 5 %.

Die zweite Zielgruppe der Metall München ist das moderne Metallhandwerk. Die Frage drängt sich auf: Wie sieht die Situation beim Handwerk aus? Hier spüre man den Aufschwung nachgelagert. Positive Entwicklungen zeichnen sich vor allem in der Feinwerkmechanik und im Metallbau ab. Die Medizin- und Dentaltechnik konnte weiter zulegen. Plaschka: «60 % der Metallbetriebe beurteilen die aktuelle Geschäftslage im 3. Quartal 2010 wieder gut oder sehr gut; für das 4. Quartal werden unveränderte Verhältnisse erwartet.»

Metall München 2010: Messe für Schweizer

Der Maschinenbau hat in Bayern und Baden-Württemberg traditionell vor allem durch die hohe Exportorientierung einen grossen Stellenwert. Praxislösungen für Industrie und Handwerk, das Motto der Fachmesse und ihr Standort machen die Metall München insbesondere für Schweizer interessant. Welche Vorteile schätzen Schweizer aufgrund der GHM-Umfrage? Warum besuchen sie diese Messe?

Oliver Gossman, Projektleiter, fasst auf Anfrage des SMM zusammen: Im Zeitfenster der Metall München findet keine adäquate Metallfachmesse statt. Somit können sich Besucher aus der Schweiz zu einem relativ frühen Zeitpunkt im Jahr über die aktuellen Entwicklungen im Metallbereich informieren. Bei der letzten Veranstaltung kamen rund 7 % der ausländischen Besucher aus der Schweiz. Da sich die Metall München als praxisorientierte Messe etabliert hat, können Schweizer Besucher die Maschinen direkt vor Ort ausprobieren und sich innerhalb eines Tages auf den neuesten Stand der Technik bringen. München ist für Schweizer schnell und unkompliziert mit Auto, Bahn oder Flugzeug zu erreichen.

Nachwuchswerbung, Rundgänge für Lehrer

Im Ausbildungspark Pimp your future wird mit einer Aktion für die Fachkräftesicherung geworben. Der Nachwuchs liegt dem Handwerk ganz besonders am Herzen. Jugendliche können hier live an Maschinen erste Praxisversuche im Programmieren, Drehen, Fräsen, Bohren usw. unternehmen. Ausbilder, Lehrlinge und Unternehmensvertreter stehen als Ansprechpartner vor Ort bereit. An dieser Aktion, die sich auch an Mädchen wendet, beteiligen sich sowohl Firmen wie BMW, DMG, Weiler, Kunzmann und GDW Werkzeugmaschinen als auch namhafte Institutionen und Handelskammern. Informationen aus erster Hand zu Berufen und Karrieremöglichkeiten in der Metallbranche runden das Angebot ab. Als Hilfe für die Berufswahlberatung junger Menschen werden im Ausbildungspark erstmals Rundgänge für Lehrerinnen und Lehrer angeboten.

Da unser Land vergleichbare Ausbildungswege hat, dürfte der Ausbildungspark auch Besuchern aus der Schweiz interessante und wichtige Anregungen vermitteln.

Gastgeber DMG: Werkzeug- maschinen vom Feinsten

Über den Gastgeber, die DMG, Deckel Maho Gildemeister, orientierte Christian Thönes, Geschäftsführer der Deckel Maho Pfronten GmbH, Allgäu. Das Werk ist das grösste im Gildemeister-Konzern und beschäftigt über 1200 Mitarbeiter, davon 150 Konstrukteure. In Pfronten werden jährlich gegen 1500 Maschinen hergestellt. Den Schwerpunkt bilden 5-Achs-Anlagen zum Fräsen. Die Nachfrage, u.a. für die neue DMU 65 Monoblock, ist zurzeit so gross, dass in der Montage in drei Schichten gearbeitet werden muss bzw. kann. Soeben hat der Einstieg in Grossmaschinen für die Grossteilebearbeitung begonnen.

Kegelräder mit etwa 1m Durchmesser

Grossmaschinen: Der Rundgang durch die Hallen des 75 000 Quadratmeter grossen (bebauten) Werkes vermittelt einen Eindruck, was man hier unter gross versteht: Einige der Bearbeitungszentren erreichen die Grösse von Eisenbahnwagons, ein paar Maschinentypen sind noch grösser.

Auf einer DMU 210 FD werden gerade hochpräzise Kegelräder mit etwa einem Meter Durchmesser hergestellt. Auf der gearMill-Anlage können sogar Zahnräder bis 3 Meter Durchmesser bearbeitet werden. Daneben schiebt eine Palettieranlage einer Maschine sechs Tonnen schwere Werkstücke zu. Auf mehreren Maschinen erhalten die von anderen DMG-Betrieben und Zulieferern angelieferten vorbearbeiteten Bauteile den letzten, sprich präzisen Schliff. Damit kommt das Werk mit einer geringen Fertigungstiefe aus. Immer wieder bestechen die hohen Vorschübe beim Fräsen und der sekundenschnelle Werkzeugwechsel.

In zwei klimatisierten, gegen 200 Meter langen hellen Hallen lässt sich die Montage der Duoblock-Anlagen Schritt für Schritt verfolgen. Die Kapazität: drei Maschinen pro Tag. >>

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