Mit automatisierten Therapiegeräten zum Geherfolg

Redakteur: Anne Richter

>> Hocoma, Schweizer KMU und weltweit führender Hersteller von automatisierten Therapiegeräten, hat am 7. Juni 2011 zum Morning Talk von Medical Cluster eingeladen. Bekannt ist das Unternehmen vor allem durch den Lokomat, einen Gehroboter, mit dem Patienten wieder gehen lernen.

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Am 7. Juni 2011 lud Hocoma – weltweit führender Hersteller von automatisierten Therapiegeröten für die Rehabilitation neurologisch bedingter Bewegungsstörungen – zur Medical-Cluster-Veranstaltungsreihe Morning Talk ein. Mehr als 80 Besucher folgten der Einladung des innovativen Schweizer Unternehmens aus Volketswil, dessen Produkte Patienten in der ganzen Welt bei der Behandlung von Störungen im Bewegungsablauf unterstützen.

Hocoma: Erst der Name – dann die Idee

Hocoma stand als Firmenname schon fest, als die Unternehmensgründer noch Elektrotechnik-Studenten und Kommilitonen waren und lange bevor die Geschäftsidee geboren wurde. Es sind die Anfangsbuchstaben der drei Gründernamen – Peter Hostettler, Gery Colombo und Matthias Jörg – die den Namen Hocoma ergeben. Letztendlich wurde Hocoma als Spin-off des Paraplegikerzentrums der Uniklinik Balgrist gegründet, nachdem Ideen zur Entwicklung eines automatisierten Laufbandtrainings ausgereifter wurden.

Heute beschäftigt das Unternehmen mehr als 130 Mitarbeitende und ist weltweit führend in der Entwicklung und Herstellung automatisierter Therapiegeräte für die Rehabilitation neurologisch bedingter Bewegungsstörungen. Seine innovativen Therapiegeräte entwickelt Hocoma in enger Zusammenarbeit mit internationalen Rehabilitationskliniken und -zentren. Die Geräte werden in über 60 Ländern weltweit in der Rehabilitationstherapie eingesetzt. Neben dem Hauptsitz in Volketswil führt das Unternehmen Niederlassungen in den USA und in Singapore.

Gehroboter Lokomat hilft Patienten auf die Beine

Mit dem Lokomat brachte Hocoma weltweit die erste robotische Gangorthese auf den Markt, welche das Führen der Beine von gehbehinderten Patienten auf dem Laufband automatisiert. Eingesetzt wird das System zur Rehabilitation gehbehinderter Patienten nach Schlaganfall, Rückenmark- und Hirnverletzungen oder anderen neurologischen Ursachen. Im Vergleich zum manuellen Training können mit dem automatisierten Laufbandtraining im Lokomat wesentlich längere und intensivere Trainingseinheiten durchgeführt und die Rehabilitationschancen beachtlich verbessert werden.

Seit seiner Markteinführung hat Hocoma den Gehroboter permanent weiterentwickelt und perfektioniert. Heute bietet der Lokomat eine höhere Variabilität der Schrittmuster, wodurch der Lerneffekt nochmals verstärkt wird. Ausserdem misst der Roboter, wie aktiv der Patient während der Therapie ist. Durch das sofortige visualisierte und spielerische Leistungsfeedback über einen Monitor wird die Motivation der Patienten gesteigert. Assessment und Reporting Tools ermöglichen dem Therapeuten eine einfache Beurteilung des Therapiefortschritts.

Das Lokomat System besteht aus der robotischen Gangorthese, einem Gewichtsentlastungssystem und einem Laufband. Die Beine des Patienten werden durch die Orthese bzw. die elektrischen Antriebe geführt. Computergesteuerte Kleinmotoren sind in der Gangorthese an jedem Hüft- und Kniegelenk integriert und mit der Geschwindigkeit des Laufbandes synchronisiert. Das gewährleistet eine genaue Übereinstimmung zwischen der Bewegung der Gangorthese und dem Laufband. Ausserdem beinhaltet das Lokomat System ein speziell entwickeltes Gewichtsentlastungssystem, welches eine genaue Gewichtsentlastung für eine natürliche vertikale Bewegung des Patienten ermöglicht und somit ein physiologischeres Gangtraining garantiert.

Kipptisch zur Frührehabilitation

Für die Mobilisierung neurologischer Patienten in der frühen Phase der Rehabilitation oder von lange bettlägerigen Patienten hat Hocoma den Kipptisch Erigo mit integriertem Beinantrieb entwickelt. Damit kann die intensive Bewegungstherapie und physiologische Belastung der unteren Extremitäten, kombiniert mit der Möglichkeit den Patienten aufzurichten, bereits in einem frühen Stadium begonnen werden. Durch repetitive körperliche Bewegungen kann die Spastizität und das Risiko der durch die Immobilität verursachten Begleiterscheinungen vermindert, die Aufmerksamkeit der Patienten im vegetativen Zustand jedoch gesteigert werden.

Aktives Selbsttraining

Für die funktionelle Therapie der oberen Extremitäten hat Hocoma den Armeo entwickelt. Dieses Therapiekonzept richtet sich an Personen, die an den Folgen neurologischer Krankheiten und Verletzungen leiden, welche unter anderem zu einer Beeinträchtigung der Hand- und Armfunktionen führen. Repetitive, funktionale und selbstständige Therapieübungen verbessern die Effizienz der therapeutischen Behandlung. Kern des Therapiekonzepts bildet die Kombination aus einer Gewichtsentlastung des Armes, dem Leistungsfeedback und Assessment tools für den Therapeuten.

Auch Valedo, das Therapiekonzept zur Behandlung von Rückenschmerzen, funktioniert mittels motivierender funktioneller Bewegungstherapie. Seit April 2011 ist Valedo auf dem Markt und wird zur Behandlung von Rückenschmerzen eingesetzt. Die speziell für den unteren Rücken entwickelten Übungen werden über einen längeren Zeitraum detailliert aufgezeichnet und dokumentieren Therapieverlauf und –erfolg.<<

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