Bosch Rexroth treibt Schneeräummaschinen an

Mit «La Bestia» kraftvoll durch Tiefschnee

| Redakteur: Silvano Böni

«La Bestia»: Die vierte Generation der RhB beeindruckt mit einer maximalen Räumeinschnittbreite von drei bis sechs Metern.
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«La Bestia»: Die vierte Generation der RhB beeindruckt mit einer maximalen Räumeinschnittbreite von drei bis sechs Metern. (Bild: Rhätische Bahn / Andy Mettler)

Starke Schneefälle und meterhohe Schneeverwehungen sind in den Alpenregionen im Winter keine Seltenheit. Wenn Strassen schon nicht mehr befahrbar sind, werden die Bahnen zum einzigen Verkehrsmittel, welche die Verbindung zwischen den Tälern und Zentren aufrechterhalten. Damit diese Bahnstrecken ganzjährig befahrbar bleiben, setzen die Bahngesellschaften besonders leistungsstarke und effiziente Schneeräumgeräte mit hoher Verfügbarkeit ein – unterstützt durch mobile Antriebstechnik von Bosch Rexroth.

Für die ganzjährige Offenhaltung der Bahnstrecke der Rhätischen Bahn RhB, welche auch in das UNESCO-Welterbe aufgenommen wurde, lieferte die Firma Zaugg vier leistungsstarke und hocheffiziente Schneeräumschienenfahrzeuge. Die Firma Zaugg AG Eggiwil aus der Schweiz ist ein weltweit führendes Unternehmen in der Herstellung von Schneeräum-, Strassen- und Pistenunterhaltsgeräten. Das mittelgrosse Unternehmen mit rund 170 Mitarbeitern ist im schweizerischen Emmental beheimatet und produziert dort genauso leidenschaftlich technisch hochstehende Winterdienstausrüstungen, wie die Käser in dieser Region ihren weltberühmten Emmentaler herstellen.

Beeindruckende Leistung

Die vier Schneeräumschienenfahrzeuge wurden von Zaugg in zwei unterschiedlichen Schneeräumleistungen 3500 t/h und 8500 t/h geliefert und werden jeweils von einer Lokomotive im Verbund gefahren. «Die vierte Generation der RhB, mit einer maximalen Räumeinschnittbreite von drei bis sechs Metern, einer Räumschnitthöhe von 4,63 Metern und einer Dieselmotorleistung von 2x 440 Kilowatt, war für alle beteiligten Mitarbeiter eine echte Herausforderung», schildert Daniel Frutiger, CEO Zaugg AG Eggiwil. Als Neuerung wird der Schnee mit je zwei übereinander liegenden rotierenden Fräswalzen gefräst. Dieser wird dann über das Schleuderrad bis zu 40 Meter zur Seite geschleudert. Aufgrund ihrer enormen Leistung erhält die neue Schneefräsgeneration bei den Mitarbeitern der Rhätischen Bahn den Namen «La Bestia». Den Namen verdient sie einerseits durch ihre beeindruckende Leistung sowie Dimension und andererseits durch ihre enorme Kraft.

Hohe Verfügbarkeit

Das dafür notwendige Antriebskonzept für ein Fräswalzenpaar besteht aus einem Dieselmotor mit 440 Kilowatt Antriebsleistung, einer Verstellpumpe A4CSG und einem Verstellmotor A6VLM, welche im geschlossenen Kreislauf arbeiten. Die gemeinsame Verstellpumpe A10VO mit Load-Sensing-Regler in Verbindung mit einem Steuerblock 7M4-12 und weiteren Ventilblöcken versorgt die entsprechenden Nebenbewegungen der beiden Fräswalzen, Ölkühler, Zylinderbewegungen und den Drehstempel, um die gesamte Schneefräse an Ort und Stelle um 180° drehen zu können. Eine weitere Herausforderung war die Sicherstellung, bei Tiefsttemperaturen die Schneefräse schnellstmöglich auf Einsatztemperatur zu bringen, um die Verfügbarkeit des Schienennetzes schnellstmöglich zu gewährleisten.

«Vom Filter- und Steuerblockkonzept, über die Axialkolbeneinheiten bis zum Kühlsystem des Ölkreislaufs lieferten wir alles aus einer Hand», unterstreicht Urs Storchenegger, Leiter Mobile Applications bei Bosch Rexroth in der Schweiz. «Damit reduzierten wir die Schnittstellen für den Kunden und vereinfachten somit die Systemauslegung sowie die Inbetriebnahme der gesamten Schneefräse».

In der Wintersaison 2013/2014 konnten die eingesetzten Schneefräsen ihre eindrückliche Schneeräumleistung so richtig unter Beweis stellen. Denn im Gegensatz zum mangelnden Schnee in den nördlichen Regionen gab es im Einsatzgebiet der Rhätischen Bahn genügend Schnee. <<

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