Trumpf: Automatisierung Mit Roboter automatisiert schwenkbiegen

Quelle: Pressemitteilung 5 min Lesedauer

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Der Heidelberger Blechfertiger Autz + Herrmann ist seit 115 Jahren im Geschäft und hat sich als Vorreiter in der Laserbearbeitung einen Namen gemacht. Mit dem Einstieg ins automatisierte Schwenkbiegen stellen die Geschäftsführer Irina Autz und Florian Friedrich jetzt die Weichen für die nächste Technologieführerschaft.

Im Herzen von Heidelberg haben Irina Autz (rechts) und Florian Friedrich (links) in sanierten Backsteingebäuden ihre Fertigung zu einem wahren Vorführzentrum für innovative Blechfertigung ausgebaut.(Bild:  Trumpf)
Im Herzen von Heidelberg haben Irina Autz (rechts) und Florian Friedrich (links) in sanierten Backsteingebäuden ihre Fertigung zu einem wahren Vorführzentrum für innovative Blechfertigung ausgebaut.
(Bild: Trumpf)

Der Roboterarm senkt sich auf die Blechtafel. Seine Greifer mit Niederdruck-Saugnäpfen nehmen die Platine materialschonend auf, drehen sie blitzschnell in die erforderliche Position und legen sie in die Schwenkbiegeanlage «Tru Bend Center 7020» von Trumpf. Der Biegeprozess erfolgt dann vollautomatisch: schnell, präzise, wiederholgenau und in bester Qualität.

Das Ehepaar Irina Autz und Florian Friedrich ist stolz auf seine neue Anlage, auch wenn die heute ganz anders aussieht als ursprünglich geplant, wie Friedrich schmunzelnd erzählt: «Wir hatten die Schwenkbiegemaschine ‹Tru Bend Center 7020› schon gekauft und wünschten uns ergänzend eine möglichst kompakte und preiswerte Automatisierungslösung.» In ausführlichen Gesprächen mit den Biegeexperten von Trumpf und deren strategischem Partner Starmatik stellte sich allerdings relativ schnell heraus, dass die angedachte kleine Lösung nicht mit den Anforderungen von Autz + Herrmann in Einklang zu bringen ist. Eine fundierte Beratung bringt schliesslich die für Autz + Herrmann beste Lösung.

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Einen Schritt voraus

Leidenschaft für Blech ist ein Erfolgsschlüssel, mit dem Irina Autz und Florian Friedrich das Familienunternehmen Autz + Herrmann im Herzen der baden-württembergischen Universitätsstadt Heidelberg in vierter Generation führen. Mut ist ein weiterer: Immer wieder in neue Technologien investieren, um den Anforderungen des Marktes gerecht zu werden. «Mein Vater und mein Onkel gehörten in den frühen 1980er-Jahren zu den Ersten, die schon eine Laserschneidanlage von Trumpf gekauft und sich damit als Vorreiter dieser Technologie einen Namen gemacht haben. Davon profitieren wir immer noch, aber wir ruhen uns auf diesen Lorbeeren nicht aus», erklärt Irina Autz. Heute bietet Autz + Herrmann Lösungen entlang der gesamten Prozesskette Blech und beliefert Kunden sowohl mit Standardteilen als auch mit einbaufertigen und auf Wunsch individuellen Baugruppen. Irina Autz, die neben den Finanzen und der Produktion auch den Vertrieb des Unternehmens verantwortet, hat das Ohr stets ganz nah am Markt. «Unsere Kunden wollen Service aus einer Hand. Darauf haben wir uns nicht nur mit unserem Motto ‹Blech unlimited› eingestellt. Wenn wir auf Anforderungen stossen, die wir mit unseren vorhandenen Technologien, Maschinen oder Kapazitäten nicht erfüllen können, suchen wir nach passenden Lösungen.»

Fundiert beraten – richtig investiert

So war es auch beim Thema Schwenkbiegen. «Wir haben uns schon längere Zeit für diese Technologie interessiert, um damit einen weissen Fleck in unserem Portfolio zu füllen», sagt Irina Autz. Als dann die passende Anfrage eines Kunden mit rund 10 000 Teilen pro Jahr kommt, wird die Sache spruchreif. Das Unternehmerpaar entscheidet sich zügig für den Kauf der Biegemaschine «Tru Bend Center 7020» von Trumpf. «Ausschlaggebend war für uns unter anderem die aussergewöhnliche Schachtelhöhe von 350 Millimetern, mit der wir beispielsweise Gehäuse in einem Durchgang biegen können», erläutert Florian Friedrich. In Sachen Automatisierung fällt die Entscheidung erst nach einer gründlichen Beratung durch Stefan Richter, Biegeexperte und Projektleiter bei Trumpf, sowie Roberto De Nardi von Starmatik. Trumpf und der Automatisierungsspezialist Starmatik sind seit dem Jahr 2021 strategische Partner. Der Fokus der Zusammenarbeit liegt auf der Roboterautomatisierung von Biegemaschinen. «Autz + Herrmann profitierte von dieser Partnerschaft», erzählt Stefan Richter. «Als Herr Friedrich mir sagte, dass er vorhabe, die Anlage auch mannlos über Nacht oder über das Wochenende laufen zu lassen, war mir klar, dass eine kleine Automatisierungslösung auf Dauer nicht ausreichend sein würde.» Richters Argumente und das vorgelegte Konzept fallen auf fruchtbaren Boden. Irina Autz und Florian Friedrich entscheiden sich zur Investition in eine Roboterautomatisierung zum Be- und Entladen der Schwenkbiegemaschine (Starmatik) und dazu, die Gesamtanlage an das vorhandene Blechlager (Stopa) mit 550 Lagerplätzen anzubinden. Das Entladen der Fertigteile erfolgt bei dieser Anlage ohne Unterbrechung des Biegeprozesses.

Genauer dank Automatisierung

Mit der Biegemaschine «Tru Bend Center 7020» lassen sich bei Autz + Herrmann jetzt auch komplexe Bauteile aus dünnem Blech exakt und automatisiert umformen. «Das war beim Freibiegen häufig aufwändig und schwierig», erklärt Irina Autz. Für perfekte und reproduzierbare Biegeergebnisse sorgt das sensorbasierte Winkelmesssystem ACB-Laser, mit dem sich die Winkel während des Biegeprozesses kontrollieren und Winkel genau einhalten lassen. Die Programmierung der Schwenkbiegemaschine inklusive der Roboterautomatisierung erfolgt bei Autz + Herrmann mithilfe der Programmiersoftware Tec Zone Bend in Kombination mit der Simulationssoftware Simul Easy. «Mithilfe von Simul Easy lassen sich 3D-Simulationen inklusive Kollisionsüberwachung erstellen. Das gibt unseren Programmierern Sicherheit», erklärt Florian Friedrich. Manuelle Eingriffe sind während des Bearbeitungsprozesses nicht erforderlich. Das Umrüsten mithilfe des in der Biegemaschine «Tru Bend Center 7020» integrierten Werkzeugwechslers Tool Master Bend erfordert beim Wechsel der Standardwerkzeuge keinen Bediener mehr und der Materialnachschub kommt automatisch aus dem Lager. Ein Roboter, der auf einer vor der Biegemaschine angebrachten, 16 000 mm langen Bodenbahn fährt, legt die Platinen schnell und exakt ein und stapelt entnommene Fertigteile auf bereitstehende Paletten ab. «Unsere Mitarbeiter müssen bei der Serienfertigung lediglich die beladenen Paletten abtransportieren und freie bereitstellen», erklärt Florian Friedrich.

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Im Team perfekt automatisiert

Obwohl Autz + Herrmann das erste Unternehmen war, bei dem Trumpf und Starmatik die Komplettlösung bestehend aus einer Biegemaschine «Tru Bend Center 7020» und einer Roboterautomatisierung installierten, lief von der Beratung bis zur Inbetriebnahme alles reibungslos. «Uns hat besonders gefallen, dass die beiden Partner zu jeder Zeit als Team aufgetreten sind. So haben wir quasi alles aus einer Hand bekommen», erzählt Florian Friedrich zufrieden.

Die Investition in die Biegemaschine von Trumpf in Verbindung mit der Automatisierung von Starmatik ist zwar etwas höher ausgefallen als ursprünglich geplant, aber das Unternehmerpaar bereut die Kaufentscheidung nicht. «Das Gesamtsystem aus Maschine, automatischer Be- und Entladung und Lageranbindung ist eine tolle Lösung, die uns alle Möglichkeiten offenlässt. Damit stellen wir die Weichen für die Technologieführerschaft beim Umformen», sagt Florian Friedrich. Und Irina Autz ergänzt: «Es hat wieder gut geklappt mit der Teamarbeit. Wir stossen gemeinsam eine Investitionsidee an, beleuchten sie von allen Seiten und hören uns die Argumente der Experten an. Das ist ein interaktiver Prozess. Man kann es sich wie ein Pendel vorstellen, das irgendwann zum Stillstand kommt. Dann steht unsere Entscheidung fest.» Florian Friedrich fügt lächelnd hinzu: «Und dann geben wir Vollgas, dann kann es uns nicht schnell genug gehen.»

(kmu)

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