Zukunftsblog der ETH Zürich

Mobilität ohne CO2: Ist das möglich?

| Autor / Redakteur: Prof. Konstantinos Boulouchos, Zukunftsblog der ETH Zürich / Sergio Caré

Der Verkehr ist für rund 40 Prozent des CO2-Ausstosses der Schweiz verantwortlich.
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Der Verkehr ist für rund 40 Prozent des CO2-Ausstosses der Schweiz verantwortlich. (Bild: ©disq - stock.adobe.com)

Die Zukunft der Mobilität ist derzeit in aller Munde. Effizient, CO2-frei und sauber soll sie sein. Doch wie kommen wir dahin? Verbrennungsmotoren verbieten, unser Verkehrsverhalten ändern oder die Antriebssysteme schrittweise elektrifizieren – Klarheit über den Weg herrscht kaum.

Wie soll die Schweiz ihren Verkehrssektor künftig gestalten? Welche Optionen haben wir, und was sind realistische Szenarien? Solchen Fragen widmet sich eine Arbeitsgruppe des Schweizer Kompetenzzentrums für Energieforschung auf dem Gebiet der Mobilität (SCCER Mobility). In zwei kürzlich erschienenen Berichten versucht sie, Fakten und Möglichkeiten aufzuzeigen.

Starten wir mit den Fakten: In den letzten drei Jahrzehnten benötigte der Schweizer Verkehr als einziger Sektor stetig mehr Energie. Heute beansprucht er (ohne internationalen Luftverkehr) knapp 30 Prozent des Endenergieverbrauchs und trägt etwa 40 Prozent zum CO2-Ausstoss der Schweiz bei. Von diesen Anteilen wiederum ist der motorisierte Individual­verkehr (MIV) für etwa 70 Prozent des Verbrauchs und der Emissionen verantwortlich. Will die Schweiz die Ziele des Klimaabkommens von Paris und der Energiestrategie 2050 erfüllen, müssen alle Energiesektoren – so auch die Mobilität – in weniger als 50 Jahren weitestgehend CO2-frei sein.

Gewohnheiten ändern allein genügt nicht

Das Bundesamt für Raumentwicklung (ARE) geht von einem Wachstum der nachgefragten Verkehrsleistung von 0 bis 40 Prozent bis 2040 aus. Es ist reizvoll, sich zu überlegen, was es für die CO2-Bilanz bedeuten würde, wenn die Menschen bereit wären, ihr Verhalten zu ändern. In unserer Studie haben wir uns deshalb verschiedene Szenarien angesehen und ihr Einsparpotenzial überprüft.

Ein Beispiel: Würden alle Pendler in den fünf grössten Schweizer Städten vollumfänglich auf den ÖV umsteigen, könnte man theoretisch rund 16 Prozent CO2-Emmissionen vermeiden. Man müsste allerdings die Transportkapazität des ÖV um 50 Prozent erhöhen. Ein ähnliches Bild ergibt sich, wenn für alle Fahrdistanzen von weniger als 10 km auf Fahrräder oder
E-Bikes umgestiegen würde: Die CO2-Einsparungen lägen im allerbesten Fall zwischen 8 bis 19 Prozent, realistisch betrachtet aber eher im tiefen einstelligen Prozentbereich, wenn man Komforteinbussen nicht in Kauf nehmen will.

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