Phoenix Contact: Effizienz im Lager bestimmt Wettbewerbsfähigkeit Modulare Systeme für effiziente Intralogistik

Autor / Redakteur: Arne Holland / Konrad Mücke

Die Logistik kann Mehrwerte schaffen, die die Konkurrenzfähigkeit jedes Unternehmens massgeblich beeinflussen. Unternehmen, die ihre Marktposition sichern und ausbauen wollen, müssen ihre Produktions-, Verarbeitungs- und Logistikprozesse fortlaufend verbessern.

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Regalbediengeräte automatisieren das Ein- und Auslagern von Waren und Produkten.
Regalbediengeräte automatisieren das Ein- und Auslagern von Waren und Produkten.
(Bild: Jungheinrich)

Unternehmerischer Erfolg hängt von einer effizienten Steuerung der gesamten Supply Chain ab. Die Logistik kann man mit einer Produktionsmaschine vergleichen. Sind die Komponenten hinsichtlich der Forderungen an die Bauteile und zu produzierenden Mengen bei wirtschaftlichem Energieverbrauch und Personaleinsatz ausgelegt, kann die Anlage als effizient angesehen werden.

Global liefern und beschaffen

Die Globalisierung vermehrt das Beschaffen und den Verkauf von Waren aus und in aufstrebende Schwellenländer. Daraus resultiert ein wachsender Markt für Güterverteilung. In ihm steuern weltweit tätige Logistikprovider die Warenflüsse. Verfügt man über (Markt-)Know-how und eine geeignete Infrastruktur, lässt sich mit der Logistik eine direkte Wertschöpfung verwirklichen.

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E-Commerce verändert Konsumverhalten

Verändertes Konsumverhalten beeinflusst wesentlich die künftige Logistik. Dank weltweiter Kommunikation und weitreichendem Informationsfluss im Internet bestellen Menschen zunehmend mehr Waren online. Der Online-Handel fordert Hersteller, Händler und die Logistikbranche. Beschaffung, Lagerhaltung, Lieferung und das Retouren-Management sorgen bei vielen Unternehmen für Umsatz. Wegen zunehmender Produktvielfalt benötigt man unbedingt eine effiziente Lager- und Distributionslogistik. Beschaffung, Fertigung, Distribution und Entsorgung von Produkten verursachen bei Herstellern und Logistikdienstleistern vielfältige Transport- und Lagerfunktionen.

Um diese zu bewältigen, benötigt man modular und variabel anpassbare Logistiksysteme. Mit neuen Prozessen und Strategien kann die Steuerung der Waren-, Informations- und Geldflüsse im Unternehmen weiter verbessert werden.

Innerbetrieblichen Warenfluss optimieren

Wichtiger werden die Digitalisierung und die Automatisierung ganzer Wertschöpfungsketten sowie die intelligente Vernetzung von Mensch und Maschine. Um viele kleine Aufträge schnell, flexibel und kostengünstig abzuwickeln, benötigen Unternehmen passgenau automatisierte Intralogistik mit intelligenten IT-Systemen. Sie arbeiten dann profitabler und erfolgreicher.

Lagerprozesse verbessern

Unternehmen müssen fortlaufend ihre Kosten­strukturen prüfen. Dabei getroffene strategische Entscheide berühren die Supply Chain und, als Teil davon, die Intralogistik. Sie haben somit einen direkten Einfluss auf das Lager. Dieses kann zum Nadelöhr des Unternehmenserfolgs mutieren. Um dem entgegenzuwirken, ist das Lager zu optimieren und zu automatisieren. Zunächst kann man die optimalen (theoretischen) Prozesse erstellen und beurteilen. Danach kann man in verfügbare Technik investieren, beispielsweise in Fahrerlose Transportsysteme, um den jeweiligen Forderungen zu entsprechen.

In Zukunft übernehmen in zunehmendem Masse prozessgesteuerte Softwaresysteme (WMS, Ware­house-Management-Systeme) das gesamte Spektrum des innerbetrieblichen Materialflusses und geben Maschinen und Mitarbeitern vor, welche Aufgaben wann und wo zu erfüllen sind. Die Möglichkeiten sind sehr vielfältig. Es gibt einfache Block- oder Zellenlager, die von Hand oder mit Gabel­staplern bedient werden. Mit selbstfahrenden Transportsystemen, vertikalen oder horizontalen Paternosterlösungen lässt sich das Lager teilweise automatisieren. Automatische Kleinteilelager und Regalbediengeräte, die mit entsprechender Fördertechnik mit Kommissionierstationen (zum Beispiel Multi-Order-Picking) verbunden werden, arbeiten vollautomatisch.

Vollständig oder teilweise automatisiert

Die Wahl von vollautomatischen, halbautomatischen oder manuellen Lösungen wird wesentlich durch die zu transportierenden Güter und deren Umschlagsleistung beeinflusst. Wichtig ist ein möglichst effizienter Mix aus kurzer Lagerdauer, kurzen Wegen und minimalen Kommissionierzeiten. Inwiefern sich eine Investition für ein Unternehmen lohnt, muss sorgfältig anhand der jeweiligen unternehmerischen Forderungen und der technischen Möglichkeiten abgewogen werden.

Wichtige Entscheidungsfaktoren

Beim Entscheid für ein Lagersystem müssen die Flexibilität des Unternehmens, der Standort des Lagers und der Flächenbedarf, die Gewährleistung der Maschinen- und der Arbeitssicherheit und nicht zuletzt die Grundstückspreise berücksichtigt werden. Die oft zu hohen Kosten, eine falsch eingeschätzte oder vom System nicht erbrachte Leistung können zu Fehlentscheidungen führen und sehr schnell existenzgefährdend sein.

Vergleichen und abwägen

Ist man sich der einzelnen Aufgabengebiete der Intralogistik und deren individuellen Leistungen bewusst, kann die Betrachtung einer alternativen Lösung dabei helfen, die erste Einschätzung zu hinterfragen. Sie ist insbesondere dann zu empfehlen, wenn mehrere aufeinander abzustimmende Komponenten am Materialfluss (beispielsweise zwei Palettenlager, ein automatisches Kleinteilelager und ein Fachbodenlager) beteiligt sind.

Sehr wichtig ist zudem ein Budgetrahmen. Dabei sollen nicht nur die Investitionsausgaben, sondern vielmehr der gesamte Nutzungszeitraum des Lagers mit Hilfe eines geeigneten Investitionsrechenverfahrens betrachtet werden. Vermeintlich niedrige Investitionen in eine manuelle Intralogistik können sich so gegenüber einer wesentlich kostenintensiveren automatischen Variante als die vorteilhaftere (effizientere) Investition erweisen oder umgekehrt. Die Kunden investieren heute nicht mehr für die Ewigkeit. Die in Betrieb stehenden Anlagen müssen stets eine hohe Flexibilität und einen möglichst kurzen Return on Investment (ROI) aufweisen. Im Vordergrund stehen deshalb skalierbare Lösungen, die flexibel den sich ändernden Bedürfnissen angepasst werden können. Lassen sich mit einer rationellen Logistiklösung ins Gewicht fallende Einsparungen generieren, ist dies für jedes Unternehmen eine attraktive Herausforderung.

Grundsätzlich ganzheitlich betrachten

In Verbindung mit der Supply Chain sind die Forderungen und Bedürfnisse von Kunden sowie alle Komponenten im Lager ganzheitlich zu betrachten. Das ist unabhängig davon, ob es sich um ein grosses oder kleines, ein manuelles oder vollautomatisches Lager handelt. So können bei der Planung die einzelnen Komponenten innerhalb ihrer höchstmöglichen Effizienz miteinander verbunden und in das Lager beziehungsweise in den innerbetrieblichen Warenfluss eingebracht werden. - kmu - SMM

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