Manufacturing Execution Systems MPDV/Stanzwerk: Transparente und effiziente Produktion mit MES Hydra

Redakteur: Luca Meister

>> Die international tätige Stanzwerk AG stellt mit rund 300 Mitarbeitern qualitativ hochwertige Produkte und Dienstleistungen für den Bau von Elektromotoren, Generatoren und Transformatoren her. Damit die anspruchsvolle Komponentenbeschaffung – pro Tag werden 200 Tonnen Blech verarbeitet – einwandfrei funktioniert und die Fertigungsaufträge prozesssicher ausgeführt werden, hat das Unternehmen die MES-Lösung «Hydra» von MPDV im Einsatz.

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Tobias Käser, IT-Leiter bei Stanzwerk, an einem BDE-Terminal. (Bild: Stefan Weindl)
Tobias Käser, IT-Leiter bei Stanzwerk, an einem BDE-Terminal. (Bild: Stefan Weindl)

An zwei Standorten fertigt die 1961 gegründete Stanzwerk AG in Unterentfelden (AG), die als einer der führenden europäischen Hersteller von Rotor-, Stator- und Transformatorblechen gilt. Stanzwerk ist Zulieferer für Bereiche wie Automobilindustrie, Luft- und Raumfahrt, Solar-Branche, Medizintechnik, Heizungs-, Lüftungs- und Klimatechnik oder für Hersteller von Elektrowerkzeugen und Haushaltgeräten. Mit einem Exportanteil von 85 Prozent – der Hauptanteil geht in die EU – liefert das Unternehmen trotz Euro-Schwäche schwarze Zahlen: Der Jahresumsatz von 2011 belief sich auf über 112 Millionen Franken.

Jährlich werden bei Stanzwerk 50 000 Tonnen Elektrobleche mit Stärken von 0,35 bis 0,65 Millimeter (unter der Automotive-Norm ISO/TS 16949) verarbeitet, was logistisch betrachtet den Dimensionen eines Grossbetriebes entspricht. Die im Werk angelieferten «Coils» werden eigenständig in Bänder geschnitten, was bei der anschliessenden Materialverteilung auf die verschiedenen Maschinen mehr Flexibilität erlaubt. Für die Herstellung der massgeschneiderten Motorenkomponenten stehen zahlreiche 50- bis 200-Tonnen-Pressen im Einsatz. Weitere Arbeitsschritte werden in der Giesserei mit vollautomatisierten Druckgussanlagen vollzogen – insgesamt werden jährlich 640 Tonnen Aluminium verarbeitet.

Auswertungen auf Knopfdruck

2004 entschied sich Stanzwerk, neben der Präsenzzeiterfassung eine Betriebsdatenerfassung einzuführen. Das modular aufgebaute MES-System «Hydra» von MPDV bot hier die spezifisch für das Unternehmen notwendigen Funktionalitäten.

Zunächst wurde das in sechs Monaten implementierte MES unterhalb des ERP-Systems «Brain AS» eingesetzt, bis dieses 2010 durch «SAP R/3» ersetzt wurde. Zu beiden ERP-Systemen verfügt Hydra über zertifizierte Schnittstellen. Für die Eingabe von Kundenaufträgen wie auch für die Kapazitätsplanung wird SAP eingesetzt. Die Informationen über die Fertigungsaufträge stehen dann in Hydra für den Werker zur Verfügung (Reihenfolge, Stückliste, Arbeitslänge). Stanzwerk setzt die Hydra-Module zur Betriebsdaten- und Personalzeiterfassung sowie Zutrittskontrolle ein. Produktionsnahe Daten werden an BDE- und PZE-Terminals in Echtzeit erfasst und unmittelbar weiterverarbeitet, so dass spezifische Informationen und Auswertungen auf Knopfdruck zur Verfügung stehen. Für die innerbetriebliche Logistik werden die Blechbänder vom Werker mittels Hydra-Terminals angefordert und mit einem Etikett mit Auftragsinformationen (Stückzahl, Termin usw.) versehen. Jeder Arbeitsgang wird in Hydra an- und abgemeldet sowie Gutmenge und Ausschuss gemeldet.

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