Index Open House 2024 Neues Kundenzentrum lockt mit technologischen Highlights

Von Nastassja Neumaier 6 min Lesedauer

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Das schon traditionelle Index Open House vom 9. bis zum 12. April 2024 fand dieses Jahr erstmals im neuen «iXperience»-Kundenzentrum in Deizisau (D) statt. Auch dieses Jahr wartete ein attraktives Programm auf die knapp 2 000 Besucher und Besucherinnen: Maschineninnovationen live in Aktion, Automatisierungslösungen in verschiedensten Ausbaustufen, Fachvorträge sowie Diskussionen mit Experten aus dem Branchenmanagement, mit Technologen und Automatisierungsexperten.

Im Rahmen des traditionellen Index Open House vom 9. bis zum 12. April 2024 besuchten knapp 2 000 Gäste das neue «iXperience» Kundenzentrum in Deizisau (D).(Bild:  Index-Werke)
Im Rahmen des traditionellen Index Open House vom 9. bis zum 12. April 2024 besuchten knapp 2 000 Gäste das neue «iXperience» Kundenzentrum in Deizisau (D).
(Bild: Index-Werke)

Am 12. April 2024 fand auch die Jahrespressekonferenz im Rahmen der Hausausstellung statt. Dr. Dirk Prust (Technischer Geschäftsführer), Reiner Hammerl (Geschäftsführer Vertrieb und Marketing) und Harald Klaiber (Kaufmännischer Geschäftsführer) gaben einen Einblick in aktuelle Lage und Geschäftsentwicklung sowie die neuen Produkte und Dienstleistungen von Index.

Im Geschäftsjahr 2023 erwirtschaftete das Unternehmen insgesamt einen Umsatzerlös von 513,5 Mio. Euro (–4 Prozent zum Vorjahr). Deutschland machte mit 241 Mio. Euro und 47 Prozent (+1 Prozent zum Vorjahr) zwar den grössten Anteil der Umsatzerlöse aus, der Trend in der Umsatzentwicklung – mehr Umsatz ausserhalb Deutschlands als in Deutschland – setzte sich jedoch fort. «Das heisst aber nicht, dass Deutschland schrumpft, sondern wir wollen im Ausland überpropor­tional wachsen», betont Reiner Hammerl. Trotz der generell deutlich spürbaren Investitionszurückhaltung in der Investitionsgüterindustrie investiere das Unternehmen signifikant und antizyklisch in den Ausbau ihrer deutschen und internationalen Standorte, um für einen erneuten Aufschwung gut aufgestellt zu sein. Denn spätestens ab dem zweiten Halbjahr dieses Jahres rechne das Unternehmen mit einer steigenden Investitionsbereitschaft.

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Die aktuelle Verunsicherung am Markt, welche in Deutschland am ausgeprägtesten sei, spiegelt sich auch in der Prognose für das Geschäftsjahr 2024 wider: Der erwartete Umsatzerlös dürfte in der Bandbreite von 500 bis 555 Mio. Euro liegen.

Kundennähe zahlt sich aus

Als starker Treiber wurde der Absatzmarkt Schweiz hervorgehoben. Hier hat sich die Gründung einer eigenen Tochtergesellschaft vor vier Jahren als besonders erfolgreich für das Unternehmen erwiesen. Reiner Hammerl: «Wir haben seitdem unseren Umsatz in der Schweiz in etwa verdoppelt. Es handelt sich um einen sehr anspruchsvollen Markt, in dem 08/15-​Werkstücke eher die Ausnahme darstellen. Hochkomplexe Anwendungen erfordern hochkomplexe Maschinen. Eine technische Mannschaft vor Ort, die die Kunden beim Einsatz dieser Maschinen unterstützt, ist ein Commitment zum Markt, das positiv ankommt.»

Es handelt sich bei der Schweiz um einen sehr anspruchsvollen Markt, in dem 08/15-Werkstücke eher die Ausnahme darstellen. Hochkomplexe Anwendungen erfordern hochkomplexe Maschinen. Eine technische Mannschaft vor Ort, die die Kunden beim Einsatz dieser Maschinen unterstützt, ist ein Commitment zum Markt, das positiv ankommt.

Reiner Hammerl, Geschäftsführer Vertrieb und Marketing, Index-Werke

Vollautomatisierte Komplett­bearbeitung

Zu den hochkomplexen Maschinen gehören die Dreh-Fräszentren für die flexible und hochproduktive Komplettbearbeitung. Ihrer Bedeutung entsprechend nahmen sie einen grossen Raum beim Index Open House ein. Am Beispiel des Dreh-Fräszentrums Index G320 zeigte der renommierte Drehmaschinenhersteller, wie eine voll­automatisierte Fertigungslösung aussehen kann: Die Zerspanungsexperten ergänzen die Maschine um eine Roboter­zelle «iXcenter», die sich von zwei Seiten mit diversen Modulen erweitern lässt. Auf der Hausmesse war diese Automatisierungslösung zusätzlich mit einer Mess-/Prüfstation ausgestattet, die mit entsprechender Messsoftware und der Index-Closed-​Loop-Schnittstelle zur automatisierten Prozessführung beiträgt.

Ergänzt wird die Index G320 zudem durch das neue externe Index-Werkzeugmagazin «iXtools», das sich für alle Dreh-Fräszentren von Index konfigurieren lässt. Das «iXtools» ist eine vollwertige Erweiterung des maschinenintegrierten Werkzeugmagazins und bietet einen uneingeschränkten Zugriff auf bis 396 zusätzliche Werkzeuge.

Wie vielfältig das von Index angebotene Spektrum für das Dreh-Fräsen ist, demonstrierten weitere Ausstellungsmaschinen wie die erstmals als Langversion gezeigte Index G220 mit einer Drehlänge von bis zu 1200 mm, eine Index G200.2 mit «iXcenter» sowie die Traub TNX200. Eine kurze Erklärung zur Typenbezeichnung: Bei den Dreh-Fräszentren G und TNX «X20» ist der obere Werkzeugträger als Motorfrässpindel ausgeführt, während die «X00»-Varianten an dieser Stelle einen Werkzeugrevolver besitzen.

Produktive Drehbearbeitung

Beim Index Open House durften Universaldrehmaschinen nicht fehlen. Beispielhaft war die Traub TNA500 unter Span zu erleben, die jetzt neu als Langversion mit einer Drehlänge von bis zu 1200 mm und mit 18 Werkzeugstationen für noch mehr Bearbeitungsmöglichkeiten sorgt.

Kompakt, präzise, schnell – das Maschinenkonzept der Lang- und Kurzdreh­automaten der Marke Traub ist konsequent auf die täglichen Anforderungen der Anwender und Anwenderinnen abgestimmt. So überzeugt die Traub TNL32 Compact nicht nur durch ihre ausserordentlich hohe Dynamik, sondern auch durch ihren geringen Platzbedarf. Ebenfalls zu sehen waren die Lang-/Kurz­drehautomaten Traub TNL20 und Traub TNL12. Letztere Maschine lässt sich seit 2020 – wie ihre grösseren Geschwister – auf einfache Weise zum Kurzdreher umrüsten.

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Hohe Leistungsdichte und Dynamik

Wenn es ums Produktionsdrehen geht, setzt der CNC-Drehautomat Index ABC seit vielen Jahren Massstäbe. So auch die aktuelle Version der ABC, die sich insbesondere durch ihren oberen Revolver auszeichnet. Sie bietet neben der Y-Funktionalität eine elektronisch indexierbare Schaltachse, Höheneinstellung und die Möglichkeit zur Bestückung mit Doppelwerkzeughaltern.

Mit sechs Spindeln die Produktivität weiter steigern – das verspricht der CNC-​Mehrspindeldrehautomat Index MS24-6, ausgestattet mit dem Stangenlade­magazin MBL. Dieser Mehrspindler lässt gegenüber seinem Vorgänger MS22-6 einen etwas grösseren Stangendurchmesser zu, ist aber weiterhin kompakt gebaut und mit zahlreichen Features ausgestattet. Angesichts kleiner werdender Stückzahlen ist das optimierte Rüstkonzept von zunehmender Bedeutung. Ein wesentlicher Bestandteil ist hierbei das Index-Schnell­spannsystem mit integrierter W-Verzahnung auf dem Querschlitten.

110 Jahre Produktionsdrehen

Seit 1914 setzt Index Massstäbe im Bereich des Produktionsdrehens. Die Maschinenlösungen stehen seit jeher für maximale Produktivität und Zuverlässigkeit. Innovative Technologien und effiziente Produktionsprozesse ermöglichen eine kostenoptimierte Fertigung von komplexen Werkstücken – von kleinen bis mittleren Losgrössen, sowie der Serienfertigung.

Alles dreht sich um den Scroll

Während der Werksführung und Jahrespressekonferenz wurde zudem die wachsende Bedeutung von Scrollverdichtern deutlich. Diese werden in grossen Stückzahlen benötigt: in Kühlsystemen, Klimaanlagen und in Wärmepumpen. Auch in Hybrid- und Elektrofahrzeugen werden sie genutzt, durchschnittlich fünf Scrolls pro Fahrzeug kühlen Elektromotoren, Batterien und den Innenraum. Um diesen Bedarf zu decken, hat das Mehrspindel-Team von Index einen Prozess auf Basis der Index MS40-8 entwickelt, mit dem sich die beiden spiralförmigen Funktionsbauteile in höchster Präzision und sehr kurzen Stückzeiten herstellen lassen.

Eine laut Index bisher einzigartige und geschickt gewählte Abfolge der einzelnen Prozessschritte ermöglicht es, die gesamte Bearbeitung der Werkstücke vom Rohling bis zum fertig bearbeiteten Teil komplett in einem Bearbeitungsdurchgang abzubilden. Eine sonst übliche mechanische Vorbearbeitung der Werkstücke kann entfallen. Die eingesetzte Spanntechnik gewährleistet die Einhaltung der hochgenauen Form- und Lagetoleranzen. Für Fräsbearbeitungen kommen insgesamt vier Hochfrequenzspindeln mit Drehzahlen von bis zu 30 000 min-1 zum Einsatz. Das Ergebnis: Eine Taktzeit pro Werkstück, die bei lediglich rund 25 Prozent im Vergleich zu herkömmlichen Fertigungsmethoden liegt – und das bei einem signifikant reduzierten Flächenbedarf.

Die Index MS40-8 ist dabei mit acht Haupt- und zwei Gegenspindeln sowie allen möglichen Werkzeugschlitten voll ausgestattet. Eine Stangenzuführung ist bei der Scroll-Maschine nicht vorgesehen. Stattdessen bestückt ein integrierter Roboter die Maschine mit Rohteilen aus geschmiedetem oder gegossenem Aluminium und bis zu 100 mm Durchmesser.

Die Zerspanung auf einem Mehrspindeldrehautomaten hat den Vorteil, dass das Bauteil rotiert. So wird nur eine Linear­achse und eine Rotationsachse benötigt, um den Fräser an der Spirale entlang von aussen nach innen und an der anderen Flanke zurückfahren zu lassen. Das heisst, beide Spiralflanken werden in einem kontinuierlichen Zug bearbeitet, was sich in einer hohen Oberflächen­qualität bemerkbar macht.

18 Partnerunternehmen, Fachvorträge und Diskussionen

Das Index Open House begleiteten 18 Partnerunternehmen mit diversen kleinen Messeständen. Etwas mehr Raum nahmen die Partner One Click Metal (Index ist hier mit 69 Prozent Mehrheitsgesellschafter, Trumpf ist mit 31 Prozent Mitgesellschafter) und Makino ein. One Click Metal zeigte Beispiele für ganzheitliche Lösungen im Bereich des 3D-Metalldrucks für kleine und mittlere Bauteilgrössen, und der japanische Premium-Werkzeugmaschinenhersteller Makino, mit dem Index eine weltweite Vertriebskooperation unterhält, stellte sein aktuelles horizontales 5-Achs-Bearbeitungszentrum N2-5XA vor.

Flankierend zur Präsentation der Index- und Traub-Maschinen lud Index alle Besucher und Besucherinnen ein, ihr Wissen in wichtigen Technologiethemen zu vertiefen. Die Möglichkeit dazu boten Fachvorträge und Diskussionen mit Experten aus den Bereichen Verzahnen, Wirbeln und Schleifen sowie Automatisierung, Digitalisierung, Beschaffung, Refit und dem Branchenmanagement.

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