Fernüberwachung von Tankfüllständen Nie mehr leere Tanks

Redakteur: Silvano Böni

Die AVIA Osterwalder St. Gallen AG betreibt über 120 Tankstellen in der Ostschweiz. Zugleich vertreibt das Unternehmen auch Brenn- und Treibstoffe an Firmen- und Privatkunden. Mit dem System Easy Oil bietet das Unternehmen seinen Kunden seit Jahren ein praktisches System zur Fernüberwachung der Füllstände in Öl- und Benzintanks an. Für den jüngsten Relaunch des Systems setzten die Ostschweizer auf die messtechnische Kompetenz von Keller AG für Druckmesstechnik.

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Mit dem System Easy Oil bietet AVIA Osterwalder St. Gallen AG seinen Kunden ein praktisches System zur Fernüberwachung der Füllstände in Öl- und Benzintanks an.
Mit dem System Easy Oil bietet AVIA Osterwalder St. Gallen AG seinen Kunden ein praktisches System zur Fernüberwachung der Füllstände in Öl- und Benzintanks an.
(Bild: Keller)

Das Easy-Oil-System besteht im Kern aus einem Messsystem zur Ermittlung des Füllstandes im Öltank und einem GSM-Modem, welches die ermittelten Füllstände über das Mobilfunknetz überträgt. Eine von AVIA Osterwalder, in Zusammenarbeit mit Fredell GmbH Informatiklösungen aus Widnau, entwickelte Software ermöglicht es dem Vertragskunden, jederzeit per Internet den aktuellen Füllstand seiner Anlage und seine bisherigen Bestellungen abzurufen. Zudem wird er per SMS oder E-Mail benachrichtigt, wenn der Füllstand unter eine frei definierbare Grenze sinkt. Per Antwort auf diese Benachrichtigung kann er sofort eine Bestellung auslösen. Die Möglichkeit, jederzeit von überall die Daten abzufragen, unterstützt zudem eine effiziente Einkaufsplanung. So kann beispielsweise auf Vorrat getankt werden, wenn der Ölpreis niedrig oder der Tankwagen gerade in der Nähe ist.

Mehr als ein Komfort-Feature

Der Service ist weit mehr als nur ein Komfort-Feature für vielbeschäftigte Privatkunden, die sonst wegen einer vergessenen Bestellung nach einem langen Arbeitstag in ein ungeheiztes Heim zurückkehren könnten. Grosse wirtschaftliche Vorteile bietet er vor allem für Facility Manager von Unternehmen oder Immobilienverwalter, welche die Brennstoffversorgung in mehreren Liegenschaften koordinieren müssen. Aber auch Tankstellenbetreiber und deren Zulieferer, also die grossen Mineralölkonzerne, können von einem System wie Easy Oil profitieren.

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«Mit Easy Oil bieten wir unseren Kunden einen Service, der uns deutlich vom Mitbewerber unterscheidet», erklärt die Marketingleiterin der AVIA Osterwalder St. Gallen AG. «Dass die Kunden diesen Komfort zu schätzen wissen, zeigt sich etwa daran, dass in den letzten drei Jahren 80 Prozent der Kunden, die aufgrund ihres Vertrages auch bei anderen Lieferanten hätten bestellen können, ihr Heizöl regelmässig bei uns bestellten.»

Easy Oil hat sich in den rund zehn Jahren, seit das System am Markt ist, somit als Win-Win-Modell erwiesen: Die Kunden schätzen den Komfort und die Transparenz, AVIA Osterwalder St. Gallen AG profitiert von der langfristigen Kundenbindung im umkämpften Brennstoffmarkt.

Neuester technischer Stand

Bereits im Vorfeld der Neugestaltung wurde die Technologie des Systems einem Relaunch unterzogen. Auf der Suche nach einem geeigneten Anbieter, der sowohl die Messsonden als auch das GSM-Übertragungsmodul liefern konnte, wurde AVIA Osterwalder auf die in Winterthur ansässige Keller AG für Druckmesstechnik aufmerksam. Das weltweit operierende Unternehmen macht rund 10 Prozent seines Umsatzes mit Anwendungen, in denen Drucksonden zur Messung von Füllständen eingesetzt werden. Technisch möglich ist dies, weil der Druck an einer bestimmten Stelle eines Tanks proportional zur Höhe des Füllstandes steigt. Aus dem gemessenen Druck kann deshalb auf elektronischem Wege sehr genau der entsprechende Füllstand errechnet werden. Entsprechend der Tankform kann der aktuelle Inhalt in Liter ermittelt werden.

Der Nutzwert von Easy Oil basiert auf der Kombination von Messung und Fernübertragung. Bei der Lösung, die Keller entwickelt hat, konnten die Druckmessspezialisten auf Erfahrungen mit Kunden aus der Wasserwirtschaft zurückgreifen, wo ähnliche Konzepte bei der Überwachung von Grund- und Flusswasserpegeln zum Einsatz kommen.

Da die zugrunde liegende Technologie bei den Winterthurern im Hause entwickelt wird, können solche Sonderlösungen für Kunden sehr flexibel und schnell entwickelt werden. So hatte Keller für Kunden aus der Wasserwirtschaft ein GSM-Modem entwickelt, das den Datenaustausch per E-Mail, SMS und FTP unterstützt. Für AVIA fertigt Keller nun die auf Kundenwunsch modifizierte Variante GSM-3, die zusätzlich die Option bietet, per SMS mit den Verbrauchern zu kommunizieren.

Es hat sich, auch durch Kundenbefragungen, herausgestellt, dass dies die sicherste und von den Kunden bevorzugte Variante ist. SMS gewährleistet eher als E-Mail eine zeitnahe Benachrichtigung des Kunden, ist spam-sicher und eindeutig personalisierbar. Bei einer E-Mail besteht hingegen eher die Möglichkeit, dass sie von verschiedenen Personen abgerufen wird, die vielleicht nicht alle befugt sind, eine Einkaufsentscheidung zu treffen. So könnte wertvolle Zeit verloren gehen.

Eigensicher und temperaturresistent für den Ex-Bereich

Das GSM-3 besteht aus dem Modem selbst und der SB-Box, an die bis zu drei Drucktransmitter mit Spannungsausgang (0,5 bis 4,5 V) angeschlossen werden können. Die Box beinhaltet drei eingebaute Sicherheitsbarrieren (SB). Diese Schaltungen ermöglichen die Verarbeitung des elektrischen Messsignals auch an Tankstellen. Deren gashaltige Atmosphäre könnte durch einen elektrischen Funken zur Explosion gebracht werden. Der Drucktransmitter, der in einer solchen Umgebung misst, muss deshalb eigensicher sein. Die Sicherheitsbarriere begrenzt die abgegebene elektrische Leistung des Messsystems innerhalb der explosionsgefährdeten Zone (Ex-Zone). Das GSM-3 selbst darf nur ausserhalb des Ex-Bereichs installiert werden. Im Rahmen des Gesamtpakets liefert Keller auch die Pegelsondenkabel, die für die Übertragung des Messsignals eingesetzt werden.

Für die Easy-Oil-Systeme an Tankstellen setzt Keller seine eigensichere Pegelsonde 26 Y Ei ein. Bei Heizöltanks, die nicht unter dem Ex-Bereich eingestuft sind, findet die konventionelle Variante Verwendung. Wie alle Druckmessgeräte von Keller basieren die Transmitter auf der piezoresistiven Silizium-Messzelle, die von Unternehmensgründer und Geschäftsführer Hannes W. Keller Ende der 1960er-Jahre erfunden wurde. Die geringfügige mechanische Verformung, die der Druck auf ein piezoresistives Element im Sensor ausübt, erzeugt eine Widerstandsänderung, welche wiederum eine elektrische Spannung erzeugt, die als Messsignal dient. Der Temperaturfehler wird bei der Serie 26 Y, zu der die Pegelsonde gehört, elektronisch kompensiert.

Kompetenz aus einer Hand

Aufgrund der langjährigen Erfahrung und der hohen Produktreife kann Keller die Drucktransmitter für das Easy-Oil-System mit einem attraktiven Preis-Leistungs-Verhältnis realisieren. Für die Langlebigkeit der Produkte auch in einem aggressiven Medium wie Benzin bürgen das robuste Edelstahlgehäuse der Schutzart IP68 und die Tatsache, dass die Silizium-Messzelle durch eine Edelstahlmembrane vor dem Messmedium geschützt ist.

«Ursprünglich hatten wir geplant, von Keller nur die Drucksonden zu beziehen», erinnert sich der Spezialist für Easy-Oil-Geräte bei AVIA Osterwalder. «Im Projektverlauf zeigte sich aber, dass das Unternehmen nicht nur eine sehr hohe messtechnische Kompetenz hat, sondern auch viel Erfahrung mit der Fernübertragung von Messdaten. Dies veranlasste uns, Keller mit der Lieferung des Gesamtpakets zu beauftragen.»

Somit bezieht der Spezialist für Brenn- und Treibstoffe nunmehr je nach Einsatzort des jeweiligen Easy-Oil-Systems die konventionelle Pegelsonde 26 Y oder die eigensichere Variante 26 Y Ei, die Übertragungseinheit GSM-3 sowie die Kabel, deren Länge je nach Einsatzort variiert. Die Endmontage der Systeme bei seinen Kunden und die Konfigurierung der Software übernimmt AVIA Osterwalder. <<

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