Meet the Expert Oberflächentechnologien für Implantate
>> Am 23. und 24. April fand in Interlaken die inzwischen vierte [MEET THE EXPERT]-Veranstaltung zum Thema «Material- und Oberflächentechnologie für Implantate» statt mit Konzentration auf Implantatoberflächen. Die Tagung wurde zusammen mit der SGO-SST, der Schweizerischen Gesellschaft für Oberflächentechnik durchgeführt.
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Der Fokus der [MEET THE EXPERT]-(MTE-)Veranstaltung «Material- und Oberflächentechnologien für Implantate» war in diesem Jahr ganz auf Implantatoberflächen ausgerichtet. Am 23. und 24. April 2012 trafen sich in Interlaken bereits zum vierten Mal Fachleute und Interessierte aus dem Bereich Implantate, um Wissen und Know-how auszutauschen und um Kontakte zu knüpfen und auszubauen.
Insgesamt besuchten rund 170 Teilnehmer von insgesamt 106 Unternehmen die Veranstaltung. Die Besucher kamen vor allem aus der Schweiz und aus dem deutschsprachigen Raum, aber auch aus Schweden, Italien, Frankreich und den USA waren Teilnehmer und Referenten angereist. An den zwei Veranstaltungstagen gab es 23 Vorträge über Implantatoberflächen, -technologien und deren Wechselwirkungen im menschlichen Organismus zu hören. Fünf der Vorträge waren sogenannte Keynote Lectures, also geladene Referenten, die ausführlich bestimmte Aspekte des Themas behandelten. Zusätzlich gab es kürzere Expertenvorträge aus Wissenschaft und Forschung, aber auch aus der Industrie.
Ziel: Einwachsverhalten des Implantates verbessern
Inhaltlich war die Tagung in vier Sessionen gegliedert, wobei die Themen über physikalische und chemische Oberflächenmodifikation und über klinische Aspekte von Implantatoberflächen sehr ausführlich und umfänglich vertieft wurden. Aber auch die Themen zu Prozessvalidierung und Regulatorien sowie zur biologischen Interaktion von Implantatoberflächen wurde ausführlich behandelt. Während in der Session zur biologischen Interaktion von Implantatoberflächen vor allem das Ziel im Vordergrund steht, das Einwachsverhalten des Implantates auf Grund der Oberflächengestaltung zu verbessern, standen in der Session über physikalische und chemische Oberflächenmodifikationen Verfahren und Methoden zur entsprechenden Gestaltung im Mittelpunkt. Die Session der klinischen Aspekte von Implantatoberflächen behandelte die Thematik aus Sicht des Arztes und auftretender Nebenwirkungen wie Allergien und Entzündungen. Zum Abschluss ging es um das Thema Prozessvalidierung und Regulatorien, das für viele Unternehmen das eigentliche Know-how in der Medizintechnik ausmacht.
Doch nicht nur die Vorträge und Referate sind alleiniges Anliegen der MTE-Tagung, sondern ausgesprochenes Ziel ist neben des Know-how-Transfers auch die Förderung der Zusammenarbeit von Forschungseinrichtungen, Implantatherstellern, Zulieferbetrieben und Anwendern. Deshalb gab es begleitend zur Tagung eine Tischmesse und eine Posterausstellung und zwischen den Vorträgen genügend Raum und Zeit für Gespräche und Networking.
Vermehrung der Kenntnisse in der Oberflächentechnik
Die MTE-Tagung wurde zusammen mit der Schweizerischen Gesellschaft für Oberflächentechnik (SGO-SST) durchgeführt. Innerhalb der Veranstaltung führte die SGO-SST ihre Jahrestagung und die Generalversammlung durch. «Es gibt immer mehr Mitglieder, die sich mit medizinischen Oberflächen befassen», erklärt Dr. Patrik Schmutz die Zusammenarbeit mit Medical Cluster. P. Schmutz ist Geschäftsführer der SGO-SST und stellvertretender Abteilungsleiter für «Fügetechnologie und Korrosion» und Koordinator für Korrosionforschungs an der Empa und ergänzt: «Wir wollen unseren Mitgliedern einen Einblick in das Thema Medizintechnik geben und das Bewusstsein und das Wissen unserer Mitglieder über die speziellen Aspekte der Medizintechnik erhöhen. Es ist ein heikles Gebiet, wo Oberflächenwechselwirkungen sehr kritisch sind und viele Fehler gemacht werden können.»
Veranstaltungen und Tagungen zu oberflächentechnischen Themen ist ein zentrales Aufgabengebiet der SGO-SST. Die technisch-wissenschaftliche Gesellschaft hat die Verbreitung, die Vertiefung und die Vermehrung der Kenntnisse auf dem Gebiet der Oberflächentechnik und ihrer Anwendung zum Ziel. «Unser Ziel ist es deshalb, mit den Veranstaltungen innerhalb einiger Jahre wiederkehrend alle relevanten Fachgebiete der Oberflächentechnik abzudecken», erläutert P. Schmutz das Vorgehen. So wird zum Beispiel am 28. Juni 2012 in Zusammenarbeit mit dem Nano-Cluster Bodensee die Nanocoatingcompetence-Tagung bei der Bühler AG stattfinden zum Thema «Korrosionsschutz – Stand der Technik und aktuelle Entwicklung».
Doch nicht nur die Partnerschaften mit relevanten Gesellschaften, sondern auch verschiedene andere Fachtagungen, Meetings und Kurse werden von der SGO-SST organisiert. Das reicht von ganz speziellen Fachthemen bis hin zu Betriebsbesichtigungen. Rund 15 solche Veranstaltungen finden pro Jahr statt.
Die offizielle Zeitschrift der SGO-SST «Oberflächen Polysurfaces» ist die einzige Schweizer Fachzeitschrift auf dem Gebiet der Oberflächentechnologie. Die Zeitschrift geht an Betriebsinhaber, Kader und Einkaufsverantwortliche der Oberflächentechnik, der Lack- und Farbenindustrie sowie der Werkstofftechnologie und deren Anwendungen. Ausserdem gibt es verschiedene Fachgruppen, in denen sich Unternehmen der speziellen Branchen engagieren: Leiterplatten, Korrosion, elektrische Kontakte, Prüfen von Oberflächen und das Tribologie-Forum. Insgesamt sind knapp 200 Unternehmen in der SGO-SST organisiert. Ausserdem ist die Gesellschaft in die Section romande und die Sektion Deutschschweiz unterteilt. <<
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