Offener Brief an Bundesrätin Doris Leuthard

Redakteur: Redaktion SMM

Unser Verband Swissmechanic hat sich in der Vergangenheit nur in Ausnahmefällen an die Öffentlichkeit oder gar an unsere Regierung in Bern gewandt, obwohl wir mit unseren über 70000

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Sehr geehrte Frau Bundesrätin Leuthard

Unser Verband Swissmechanic hat sich in der Vergangenheit nur in Ausnahmefällen an die Öffentlichkeit oder gar an unsere Regierung in Bern gewandt, obwohl wir mit unseren über 70000 Mitarbeitenden und seinen rund 6500 Lernenden einen für unsere Volkswirtschaft nicht unbedeutenden Beitrag von gegen 25 Milliarden Franken beisteuern. Dazu kommt, dass über 80 Prozent des erwirtschafteten Umsatzes mit Aufträgen im Exportgeschäft erzielt werden.

Swissmechanic zählt in seinen Reihen wenige Grossbetriebe. Unsere Stärke liegt bei den mittelständischen Unternehmen mit einer Durchschnittsgrösse von knapp unter 50 Mitarbeitenden. Also alles Unternehmen ohne eigene Public-Relation-Abteilung, mit wenig Präsenz in den Medien, ohne namhafte politische Lobby und - weil in der Regel nicht börsenkotiert - uninteressant für die Spekulanten.

Trotzdem verspürt ein immer umfangreicherer Teil unserer Mitglieder im zunehmenden Masse die Wirtschaftsflaute. Vielfach haben gerade diese Betriebe in den letzten Jahren dank massiven Investitionen in die Technologie und in den Ausbau oder gar in Neubauten des Betriebes viel zum Erhalt der längerfristigen internationalen Konkurrenzfähigkeit investiert.

Wie gesagt, unsere Betriebe sind direkt oder indirekt zum überwiegenden Teil vom Export abhängig. Die Konkurrenzfähigkeit - und zwar weltweit - konnte nur aufrechterhalten werden dank der eigenständig erarbeiteten Spitzentechnologie, verknüpft mit eigenem Know-how in der Prozessbeherrschung, der Innovationskraft, der Bereitschaft, für genügend qualifizierte Nachwuchskräfte zu sorgen und nicht zuletzt dem Willen, als Unternehmer Entscheide zu treffen und zu verantworten.

Unsere Unternehmer sind überzeugt, dass sie unter fairen Rahmenbedingungen auch diese Krise meistern werden. So sind wir zusammen mit unseren Unternehmern derselben Auffassung, dass Finanzspritzen zur Ankurbelung der Exportwirtschaft weder kurz- noch langfristig zum Erfolg führen werden. Vielmehr sind unsere Unternehmer kurz- bis mittelfristig auf Überbrückungskredite angewiesen, um die hohen Fixkosten, die durch die Investitionen der vergangenen 1 bis 3 Jahre entstanden sind, einigermassen aufzufangen.