O.R. Lasertechnologie GmbH: Tragbarer Laser reduziert Werkzeug-Reparaturzeiten
>> Produktionswerkzeuge müssen selbst bei kleinen Defekten oft unter hohem Aufwand ausgebaut werden. Dies gehört jetzt der Vergangenheit an. Ein überaus kompaktes Nd:YAG-Laserschweissgerät sorgt für Abhilfe und kann die durch Maschinenstillstand verursachten Kosten um ein Vielfaches reduzieren.
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mei. «Tragbar ist der 2009 entwickelte und jetzt weltweit vorgestellte IQ-Laser auch hinsichtlich der Investitionskosten», sagt Eitan Reznik, Leiter Vertrieb Deutschland der O.R. Lasertechnologie GmbH, «denn er amortisiert sich in kürzester Zeit durch die Inline-Repair-Technologie.»
Wie Reznik erläutert, wurde der Prototyp des IQ-Lasers mit dem innovativen Konzept des Inline-Laser-Repair im Dezember 2009 auf der EuroMold präsentiert. «Unsere Kunden waren begeistert», erinnert sich der Vertriebsleiter. Oft führen eine kleine Lunkerstelle oder ein Spritzgrat dazu, dass der gesamte Produktionsprozess lahmgelegt wird: Hier – beim punktuellen Laserschweissen – kommt der IQ-Laser zum Einsatz und kann seine Stärken als gelungene Ergänzung zu mobilen Geräten zeigen.
Reparaturschweissen von Spritzgiessformen
«Eine zehn Tonnen schwere Spritzgiessform zu schweissen ist auf herkömmliche Weise sehr aufwändig», erklärt Reznik. Rund 15 Stunden – belegen Untersuchungen – sind für Ausbau der Form, Transport, Handling, das eigentliche Schweissen, die Nachbearbeitung, die Tuschierpresse und wiederum den Einbau erforderlich. Hinzukommen die Ausfallzeiten der Spritzgiessmaschine sowie die Kosten für den Transport usw. Bei der Instandsetzung mit dem IQ-Laser geht alles markant schneller und einfacher. «Den IQ-Laser direkt an der Spritzgiessmaschine positionieren dauert 15 Minuten, die Laserbearbeitung eine halbe Stunde, die Nachbearbeitung direkt in der Spritzgiessmaschine und der Neustart eineinhalb Stunden. Macht in summa 2,5 Stunden – statt 15!», so Reznik. Beim direkten Vergleich mit der Standardreparatur ist bei gleichem Ergebnis der IQ-Laser klarer Gewinner.
Die Anwendungsmöglichkeiten des IQ-Lasers mit einer mittleren Leistung von 55 Watt bei einer Pulsspitzenleistung von sechs Kilowatt und einer Pulsenergie von 60 Joule sind nahezu unbegrenzt: Seinen klassischen Einsatz findet der kompakte Laser im Werkzeug- und Formenbau, wobei auch Inline-Laserschweissungen im Flugzeugbau oder im Energiesektor durchaus üblich sind.
Kleiner Defekt – grosse Wirkung
«Zu 90 Prozent sind Spritzgiessbetriebe unsere Kunden. Dank Inline-Laser-Repair ist unser IQ-Laser schnell wie die Feuerwehr und spart Anwendern viel Zeit respektive Kosten», erläutert der Vertriebsleiter. Kunden wie das Unternehmen Vorwerk bestätigen dies: «Kleiner Defekt, grosse Wirkung», berichtet Alexander Popov, Leiter der Abteilung Werkzeugbau bei Vorwerk in Wuppertal. «Normal sind zwei Tage Stillstand bei dem fünf Tonnen schweren Spritzgiesswerkzeug für Gerätegehäuseteile aus Kunststoff und Stillstandkosten im vierstelligen Euro-Bereich. Mit dem IQ-Laser konnten wir direkt im Werkzeug mit einem 0,2-Millimeter-Draht schweissen – die kleine 0,1 Millimeter flache Raupe wurde nur per Hand nachpoliert – und zwei Stunden später produzierte die Spritzgiessmaschine wieder perfekte Teile.»
In nur einer Stunde erlernbar
Das Produkt der O.R. Lasertechnologie, die mit insgesamt 60 Mitarbeitern den Hauptstandort in D-Dieburg und vier Niederlassungen in den USA, der Türkei, in Israel und Rumänien – sowie 30 Partner auf allen Kontinenten – hat, ist weltweit konkurrenzlos. So ist auch die Handhabung des IQ-Lasers denkbar einfach und für erfahrene TIG-Schweisser schnell zu erlernen: Es reicht, Leistung, Frequenz und Pulsdauer einzustellen, und schon kann der Laser auf den Punkt gebracht werden. Dabei kann die Fokusgrösse direkt am Handschweisskopf zwischen 0,2 und 1,2 Millimeter eingestellt werden. Die Pulsdauer ist von 0,2 bis 30 Millisekunden, in Abhängigkeit der Pulsfrequenz von 1,0 bis 20 Hertz, variierbar. Die komplette Vielfalt der Laserschweissdrähte mit Durchmessern von 0,2 bis 0,5 Millimeter kann verwendet werden. Reznik: «Wir bringen den Kunden innerhalb einer Stunde die Handhabung mit dem IQ-Laser bei. Das Schweissen ist praktisch für jedermann möglich.» Der Schweisser beobachtet den Arbeitsprozess über ein Touchscreen-Display, in dem auch alle Laserparameter eingeblendet werden. Das Kamerabild verfügt über eine zehnfache Vergrösserung und weist den Bediener über ein im Display eingeblendetes Fadenkreuz auf die genaue Eintreffstelle des Lasers hin.
Konstant kleine und präzise Schweisspunkte
Die nötige Sicherheit im Arbeitsumfeld ist gewährleistet: ein im Handschweisskopf eingebauter Sensor überwacht die Lage und den Kontakt zum Bauteil. Erst bei eindeutigem Arbeitsabstand kann der Bediener den Laserstrahl auslösen. Somit sind die Schweisspunkte konstant klein und präzise. Die zum Aufschmelzen benötigte Laserenergie wird auf einen Punkt von lediglich 0,4 Millimeter in wenigen Millisekunden gebracht. Der Zusatzwerkstoff wird mit dem Grundmaterial in kürzester Zeit verschmolzen, und ein unnötiges Aufglühen der Form, das Risse oder Deformation verursachen kann, wird vermieden. Die Laserschweis-sung erfolgt konturnah am Endergebnis; so sind Nacharbeiten auf ein Mindestmass reduziert.
Laserleistung bis 300 Watt
Der IQ-Laser ergänzt die Produktpalette von O.R. Laser perfekt: Insgesamt sind fünf verschiedene Baugrössen der Nd:YAG-Laser (Festkörperlaser) verfügbar, wobei die grösste Anlage eine Laserleistung von 300 Watt hat. Dabei werden alle Lasersysteme – von der Entwicklung mit modernsten CAD/CAM-Anlagen bis zur fertigen Anlage – am Hauptsitz gefertigt. Das Unternehmen verfügt über eine starke Fertigungstiefe und bedient sich weiterer Komponenten namhafter globaler Hersteller zur Komplettierung seiner Anlagen.
Neben den europäischen Märkten sowie den USA konzentriert sich das Unternehmen zunehmend auf die BRIC-Staaten. «Indien ist eine absolute Boom-Region, während China bereits seit 2004 konstant beliefert wird», erklärt der Vertriebsleiter. In Indien sind bereits drei Distributoren im Einsatz, ein firmeneigenes Büro steht kurz vor der Eröffnung. Zudem sind in Südafrika zwei weitere Distributoren neu im Einsatz. Auch am deutschen Standort expandiert O.R. Laser. Im August sind drei weitere Fachkräfte eingestellt worden, das Firmengebäude wird demnächst um ein zusätzliches Stockwerk erweitert. <<
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