Bernexpo: Hotspot der Industriemessen Parallele Durchführung der Innoteq und der Ble.ch?

Von Matthias Böhm 5 min Lesedauer

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Die Bernexpo hat sich zu einem hervorragenden Industriemesse-Hotspot entwickelt. Die Innoteq verlief im März 2025 zum zweiten Mal äusserst erfolgreich. In den Startlöchern befindet sich aktuell die Sindex, die vom 2. bis 4. September 2025 in den Messehallen der Bernexpo stattfinden wird. 200 Ausstellende werden erwartet, was für dieses Messeformat in der Schweiz ausgezeichnet ist. Mit der Ble.ch verfügt die Bernexpo über ein weiteres Format, das den Blechverarbeitungsbereich widerspiegelt. Im Interview sagte Michael Stocker (Group Exhibitions Director, Bernexpo) gegenüber dem SMM, dass er sich durchaus vorstellen kann, die Ble.ch parallel zur Innoteq als eigenständige Messe laufen zu lassen.

Michael Stocker (Group Exhibitions Director, Bernexpo): «Ich bin davon überzeugt, dass sich moderne Messen kontinuierlich weiterentwickeln und ein möglichst vollständiges Abbild der Branche zeigen müssen, um relevant zu bleiben.»(Bild:  Bernexpo)
Michael Stocker (Group Exhibitions Director, Bernexpo): «Ich bin davon überzeugt, dass sich moderne Messen kontinuierlich weiterentwickeln und ein möglichst vollständiges Abbild der Branche zeigen müssen, um relevant zu bleiben.»
(Bild: Bernexpo)

Matthias Böhm: Die Bernexpo hat sich mit den Messen Innoteq, Ble.ch und Sindex als führende Veranstalterin von Industriemessen positioniert. Wie kam es zu dieser starken Ausrichtung auf den Industriesektor?

Michael Stocker: Die Industrie ist sowohl für die Schweiz als auch für die Bernexpo ein wichtiges Thema. Unsere moderne Infrastruktur und die zentrale Lage in der Schweiz – insbesondere die Nähe zur Romandie – bieten ideale Voraussetzungen für Ausstellende und Besuchende. Diese Rahmenbedingungen waren mitentscheidend dafür, dass 2018 die erste Industriemesse bei uns stattfand. Seither hat sich der Industriesektor zu einem unserer Fokusthemen entwickelt. Wir sehen grosses Potenzial in klassischen Messen ebenso wie in innovativen Confex-Formaten, die wir gezielt weiterentwickeln möchten.

Die Innoteq fand im März 2025 zum zweiten Mal statt. Welche konkreten Rückmeldungen haben Sie von den Ausstellenden erhalten?

M. Stocker: Die Ausstellenden, Trägerverbände und die Bernexpo blicken gemeinsam auf eine erfolgreiche Innoteq 2025 zurück. Trotz herausfordernder wirtschaftlicher Rahmenbedingungen war die Stimmung in der Branche ausgesprochen positiv. Viele Ausstellende zeigten sich erfreut über die hohe Qualität und Anzahl der Besuchenden. Die Innoteq hat sich klar als zentrale Plattform der Schweizer Fertigungsindustrie etabliert. Die Messe bot Fachbesuchenden aus allen Landesteilen eine wertvolle Gelegenheit für Wissensaustausch, Networking und neue Geschäftskontakte.

Gibt es seitens der Ausstellenden Wünsche oder Anregungen zur Optimierung? Und wenn ja: Welche Verbesserungen können Sie als Veranstalterin umsetzen?

M. Stocker: Ja, selbstverständlich – wir stehen im engen Austausch mit unseren Ausstellenden und nehmen Rückmeldungen ernst. Die örtlichen Rahmenbedingungen, insbesondere die Parksituation, waren aufgrund der Baustelle nicht ideal. Zudem sehen wir Optimierungspotenzial bei gewissen organisatorischen Abläufen, die wir noch effizienter und kundenfreundlicher gestalten wollen.

Nach der erfolgreichen Innoteq steht als Nächstes die Sindex auf dem Programm. Welche Ziele haben Sie bezüglich Ausstellendenzahl und Messefläche?

M. Stocker: Wir rechnen mit über 200 Ausstellenden und einer Brutto-Fläche von über 17 000 m².

Können Sie bereits Details zum Rahmenprogramm der Sindex geben?

M. Stocker: Wir werden ein spannendes und vielfältiges Rahmenprogramm anbieten. Neben Swiss Robotics und der Electronic City werden auch die Themen Swiss Mechatronics und Sensor Market behandelt. Die Ausarbeitung der Details läuft jedoch noch.

Die Ble.ch ist im Vergleich zu Ihren anderen Industriemessen das kleinste Format. Welche Entwicklungsmöglichkeiten sehen Sie für dieses Messeformat?

M. Stocker: Die Ble.ch ist der führende Branchentreffpunkt für die Blech-, Metall- und Stahlbearbeitung in der Schweiz. Wir sind bestrebt, die Ble.ch mit spannenden Themen wie etwa digitalisierten Verfahren und Zukunftstechnologien aus den Bereichen Robotik, Maschinen, Produkte, Systeme und Werkzeuge weiterzuentwickeln.

Beim Branchentreffpunkt in Bern wurden Einblicke in neue digitalisierte Verfahren und Zukunftstechnologien aus den Bereichen Robotik, Maschinen, Produkte, Systeme und Werkzeuge geboten. In den Sonderzonen erlebten die Besuchenden Abwechslung und Action. Werden diese Themen auch in Zukunft fortgeführt?

M. Stocker: Ja, dies ist korrekt. Auch künftig werden wir an diesen und neuen Themen und Referaten festhalten, um den Besuchenden weiterhin einen Einblick in die Vielfältigkeit der Branche zu bieten.

Wäre es aus Ihrer Sicht denkbar und strategisch sinnvoll, die Ble.ch in die Innoteq zu integrieren und beide Messen parallel stattfinden zu lassen?

M. Stocker: Wir sind hinsichtlich der strategischen Positionierung und Entwicklung unserer Industrieformate seit jeher im engen und partnerschaftlichen Austausch mit allen relevanten Stakeholdern. Eine Zusammenlegung der Innoteq mit der Ble.ch steht aktuell nicht zur Debatte, da sich die Themen und Inhalte differenzieren und die verfügbare Ausstellungsfläche nicht ausreichen würde.

Eine parallele Durchführung der Innoteq und der Ble.ch können wir uns jedoch sehr gut vorstellen.

Mit den drei oben genannten Industriemessen decken Sie unterschiedliche Themenbereiche in der Industrie ab. Welche Synergien ergeben sich für Sie als Messeveranstalterin?

M. Stocker: Bei Querschnittsthemen wie Robotik, Cyber Security, Sonderschauen und Marketing versuchen wir gezielt, Synergien zu nutzen. Da es sich jedoch bei den drei Veranstaltungen um unterschiedliche Ausstellende- und Besuchendenzielgruppen handelt, sind die Synergien insgesamt eher marginal.

Heute kann man sich über das technologische Marktgeschehen umfassend digital informieren. Warum sind Messen aus Ihrer Sicht trotzdem noch wichtig, auch im Hinblick auf den Kosten-Nutzen-Faktor für Ausstellende?

M. Stocker: Die Covid-Pandemie hat uns gezeigt, dass physische Treffen unverzichtbar sind. Die Produktepräsentation, der persönliche Austausch und der Erlebnisfaktor können durch digitale Formate nicht ersetzt werden. Natürlich nutzen wir digitale Lösungen in Bereichen wie Marketing, Ticketing und Technik – aber die Digitalisierung wirkt immer unterstützend, nicht ersetzend.

Was den Kosten-Nutzen-Faktor betrifft, so muss jeder Ausstellende für sich entscheiden, welche Ziele er mit seiner Teilnahme verfolgt und was diese ihm wert ist. Eine Fachmesse soll das Branchenbild widerspiegeln. Daher ist es wichtig, dass die Branche in ihrer Vielfalt vertreten ist. Nur so bleibt die Messe relevant und bietet den Besuchenden den grösstmöglichen Nutzen.

Was müssen moderne Industriemessen künftig bieten, um langfristig relevant zu bleiben – und wie setzen Sie das konkret um?

M. Stocker: Ich bin davon überzeugt, dass sich moderne Messen kontinuierlich weiterentwickeln und ein möglichst vollständiges Abbild der Branche zeigen müssen, um relevant zu bleiben. Der Fokus der Messe sollte klar definiert sein. Wir optimieren jede Durchführung gezielt und passen sie laufend den Bedürfnissen der Ausstellenden und Besuchenden an.

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Als Messeorganisatorin bieten wir eine Plattform für Präsentation und Austausch, schaffen optimale Rahmenbedingungen und flankieren diese mit relevanten Themen. Letztlich prägen die Ausstellenden den Messeerfolg. Die Besuchenden kommen wegen der präsentierten Produkte und Dienstleistungen. Deshalb ist es entscheidend, dass Ausstellende neben Bewährtem auch Innovationen und Zukunftsthemen zeigen – nur so entsteht echter Mehrwert und die Messe gewinnt an Erlebnisqualität.

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