Plasma-Schneidroboter minimiert Fertigungszeit
Mit einer einzigartigen Roboter-Plasma-Schneidanlage rationalisiert der Edelstahlverarbeiter AMS seine Fertigung: Statt wie bisher zwei Tage
Handarbeit benötigt die moderne Cloos-Anlage nur noch höchstens vier Stunden (inklusive Programmierung und Simulation), um alle Löcher
und Konturen in das dicke Material der Behälterböden zu schneiden.
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mei. Wer technologisch «up to date» sein will, muss manchmal neue Wege gehen, um die gewünschten Effekte zu verzeichnen. Um mit der gleichen Mannschaft und auf der bestehenden Fertigungsfläche den Durchsatz deutlich zu erhöhen, fällten die Fertigungsexperten vom deutschen Unternehmen AMS im vergangenen Jahr die Entscheidung, die zeitaufwändige Handarbeit beim Schneiden des Edelstahlmaterials zukünftig von einem Roboter erledigen zu lassen. Die Marktrecherche fiel zunächst ernüchternd aus: Statt der geforderten Absolutgenauigkeit von plus/minus einem Millimeter wollten Anbieter nur drei bis fünf Millimeter Toleranz garantieren. «Das war völlig inakzeptabel», erinnert sich Jens Barth, der bei AMS verschiedene Optimierungsprozesse durchführt, um das Unternehmen besser aufzustellen.
«Diese hohen Fertigungstoleranzen an geschnittenen Mantelblechen führen beim späteren Runden der Bleche zu einem Behältermantel zu Sprüngen beziehungsweise Absätzen und lassen sich so nicht problemlos weiterverarbeiten. Ferner werden unsere Behälter in Prozessanlagen integriert, was aufgrund der Verrohrung perfekt positionierte Anschlussstutzen erfordert», erklärt Barth.
Auf unter einen Millimeter genau
Fündig wurde das AMS-Team schliesslich bei Cloos in Haiger, Deutschland: Der Anbieter von Schweiss- und Robotertechnik überzeugte durch einen sehr stabilen Stahlbau. Bei acht Meter Länge, drei Meter Breite und einem Meter Hubhöhe kommt es bei weniger stabilen Portalen zu Verbiegungen. «Cloos versprach uns maximal einen Millimeter Längsschnitttoleranz. In der Praxis ist die Anlage noch genauer: Da erreichen wir 0,7 Millimeter», freut sich Betriebsleiter Sigfrid Frenzel. Mit der neuen Anlage ist es möglich, vollautomatisch dreidimensionale Zuschnitte an verschiedensten Behälterböden bis zu einer Materialdicke von 50 Millimeter einzubringen. Die Böden können bis zu 1,5 Meter hoch sein und einen Durchmesser bis vier Meter haben. Derzeit werden Materialdicken bis 25 Millimeter verarbeitet. Die Anlage ist aber ausgelegt für bis zu 50 Millimeter starke Edelstähle (bis 35 Millimeter bei 45-Grad-Phase).
Gleichzeitig ist es aber auch möglich, ebene Bleche wie den Mantel inklusive aller darin enthaltenen Stutzenkonturen und Ausschnitte oder die Transportösen eines Behälters zu schneiden und zur Schweissnaht-Vorbereitung anzufasen. Ausserdem hat Plasma-Schneid-Hersteller Kjellberg einen «Anreiss-Modus» in die Steuerung integriert, damit der leistungsreduzierte Plasmastrahl die Edelstahl-Oberfläche nur dort anritzt, wo später eine Schweissnaht positioniert wird.
