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Gefälle innerhalb der Branche
Die Umsätze sowie die Entwicklung der Auftragseingänge für die kommenden Monate lassen viele KMU grundsätzlich positiv in die Zukunft schauen. Rund 40 % der befragten Unternehmen beurteilen den Umsatz im 1. Quartal 2015 als «befriedigend». Die KMU in der MEM-Branche verfügen gemäss Oliver Müller nach wie vor über herausragende Fähigkeiten und sind auf den Märkten gut positioniert. «Unsere Produkte sind gefragt; das ist nicht das Problem. Die hohen Preise, gepaart mit einer steigenden Regulierung und administrativen Belastungen, schmälern die Margen und gefährden wichtige Investitionen in die Produktion.» Dabei gilt es, innerhalb der KMU-Branche zu unterscheiden. Die erste Gruppe von Unternehmen operiert gewinnbringend und verfügt über eine positive Situation. In der zweiten Gruppe der KMU-MEM sind jene Unternehmen, die mit Massnahmen wie Produktionsoptimierungen, Erhöhung der Wochenarbeitszeit, Kurzarbeit, der Bearbeitung von neuen Märkten oder verstärkten Marketingmassnahmen die derzeitig angespannte Lage zu überbrücken versuchen. In der dritten Gruppe sind jene angesiedelt, die bereits jetzt das letzte Mittel – Massnahmen im Personalbereich – ergreifen mussten und sich in einer prekären Situation befinden.
Die Schweiz braucht eine produzierende MEM-Industrie
Letztere stehen gemäss dem Präsidenten von Swissmechanic, dem Glarner Unternehmer Roland Goethe, vor einem Scheideweg. «Gelingt es ihnen nicht, die Kostenseite nachhaltig in den Griff zu bekommen und müssen sie weiterhin mit einem starken Franken nahe der Parität zum Euro kalkulieren, wird es zu weiteren Auslagerungen und ersten Geschäftsaufgaben kommen.» Dies gelte es, zu verhindern. Eine Abwanderung von Teilen der MEM-Branche, einer der wichtigsten Industriesektoren, wäre für den Wirtschaftsstandort Schweiz ein grosser Verlust. «Die Schweiz als internationalen Forschungsstandort zu positionieren, ist richtig. Hier können wir unsere Stärken in Forschung und Entwicklung ausspielen. Aber ein guter Forschungsstandort braucht auch eine produzierende Industrie. Theorie und Praxis gehören zusammen», ist Goethe überzeugt. Deshalb gelte es, die Rahmenbedingungen des Werkplatzes Schweiz zu verbessern. Regulierungen und administrative Belastungen sollen reduziert und die Exportförderung für KMU verbessert werden. Im Zentrum steht jedoch die Reduktion des Staatsapparates. «Wir Unternehmer mussten in den vergangenen Jahren die Effizienz unserer Produktion über 30 % steigern. Es wurde alles unternommen, um Arbeitsplätze zu schützen. Im gleichen Zeitraum ist der Staat um 30 % gewachsen. Das muss korrigiert werden.» Dabei seien kurzfristige und einfache Massnahmen hilfreich, wie etwa der vermehrte Verzicht auf die Einbindung von Unternehmen in Umfragen und Studien. «Wir müssen aufhören, jedes Thema zu bewirtschaften, nur weil eine Interessensgruppe dafür wirbt.» Zudem brauche es eine Solidarität auf dem Werkplatz Schweiz. Politik und Gesellschaft müssten den KMU-Unternehmen, die regional stark verankert sind, den Rücken stärken. <<
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