Robomize 2016 Produzieren ohne Roboter – ist das noch möglich?

Redakteur: Silvano Böni

Wer in der Schweiz produziert, hat oft mit hohen Produktionskosten zu kämpfen. Wie also die Sache verbessern? Zwei Möglichkeiten stellen sich zur Wahl: entweder die Kosten senken oder die Produktivität verbessern.

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Die Hauptakteure am Robomize-Event: Stäubli Roboter in allen Variationen.
Die Hauptakteure am Robomize-Event: Stäubli Roboter in allen Variationen.
(Bild: MSM)

Hohe Produktionskosten in den Griff zu bekommen, ist kein einfaches Unterfangen. Optimierte Konzepte können eine Lösung sein. Das Zurückgreifen auf externe Zulieferer, also ein internes Vorgehen mit dem Ziel, die Produktionsprozesse zu optimieren, indem man das Konzept des Produktes oder der Bauelemente verändert, könnte ein anderer Ansatz sein. Wenn das Unternehmen jedoch sein internes Know-how bewahren möchte, wird es sich zweimal überlegen, die Herstellung der Baugruppen oder des Zubehörs Dritten anzuvertrauen.

Herausforderungen angehen

Höhere Taktzeiten und gleichzeitig die menschliche Präsenz senken ist eine Möglichkeit, um die Produktivität zu erhöhen. Was eignet sich für dieses Ziel besser als ein Roboter, der für die Mikromechanik entwickelt wurde?

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Genau um diese Herausforderungen besser zu verstehen und angehen zu können, hat der Robotik-Hersteller Stäubli am 3. und 4. Februar 2016 im Velodrome Suisse in Grenchen einen zweitägigen Event organisiert. Die sportliche Örtlichkeit hätte nicht passender sein können, auch in der Industrie dreht sich fast alles um eine hohe Geschwindigkeit.

Ungeachtet dieser Analogie hat der atypische Ausstellungsraum mehr als 350 Besuchern erlaubt, Kenntnisse in der Robotik zu teilen und sich über Neuheiten und Anwendungen zu informieren. Dabei ging es nicht um Theorien, praktische Beispiele standen im Vordergrund der Veranstaltung. Der Mittelpunkt der Vorführungen war natürlich der Stäubli-Roboter. Zahlreiche Anwendungen belegten dabei, dass dieser Roboter die Produktionsprozesse beherrscht, insbesondere in der heutigen, stark differenzierten Industrie.

Mehrwerte der Robotik nutzen

Der Anlass umfasste einerseits eine Reihe von Vorträgen und andererseits eine Ausstellung mit mehr als 15 Roboter-Zellen in Betrieb.

Der Gastgeber Stäubli Robotics eröffnete den Tag mit einer detaillierten Beschreibung der Veranstaltung Robomize. Er zeigte auf, wie es zukünftig möglich sein wird, mithilfe der Robotik und ihren Mehrwerten eine immer leistungsstärkere Produktion zu schaffen:

  • Eine hohe Produktivität dank einer hohen Dynamik, Präzision und Verfügbarkeit
  • Eine Flexibilisierung der Produktionsprozesse
  • Eine kontinuierliche Qualitätskontrolle
  • Die Integration von Rückverfolgbarkeits-Parametern

Das Anliegen von Stäubli, seinen Kunden einen hohen, sicheren und dauernden Payback zu ermöglichen, wurde durch konkrete Anwendungen präsentiert. Als Beispiele seien hier die Seckler AG mit einer flexiblen Lackierzelle für wertvolle Teile erwähnt oder Bachmann Engineering AG mit einer modularen Lösung, um Teile zu maskieren. Weitere Beispiele waren das modulare und flexible Automations-Konzept von Lécureux SA zum autonomen Messen von Uhrwerken oder das Konzept von R. Wick AG für das Be- und Entladen von diversen Produktionsmaschinen. Auch eine Neuerung von Insys AG mit einem innovativen Stanzprozess mit mehreren Robotern wurde vorgestellt. Erfahrungsberichte und Schlussfolgerungen von Produktionsspezialisten ergänzten zusätzlich das Tagesprogramm.

Letztere bestätigten, dass die Robotik es ermöglicht, die Entwicklung und Verbesserung des internen Know-hows zu garantieren und ein globaler Akteur in seinem Tätigkeitsbereich zu werden.

Fazit

Die «Robomize your production»-Veranstaltung wollte die konkreten Mehrwerte der Robotik angesichts der Anforderungen an die Schweizer Produktion vorstellen. Das Ziel wurde erreicht, was mitunter auch der Andrang während dieser zwei Tage bewiesen hat. Stäubli wird für die Ausgabe 2018 zusätzliche Mittel finden müssen, um die wachsende Zahl der Kunden bedienen zu können. <<

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