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Der Knackpunkt liegt im Zerspanen
Hans Rudolf Mathys (Leiter Zerspanung): «Zum Teil kommen auch Sonderlegierungen zum Einsatz, z. B. für nichtmagnetische Werkzeuge. In solchen Fällen setzen wir auf Titanlegierungen. Auch hier haben wir auf unsere Anwendungen optimierte Legierungsbestandteile. Das Zerspanen unserer Klingen ist deshalb relativ anspruchsvoll. Und genau hier liegt der Knackpunkt. Es sind Materialeigenschaften, die die Fertigungsspezialisten ausserordentlich fordern.»
Renato Bulfon (Anwendungstechniker, Seco Tools AG): «Wenn wir ehrlich sind, ist das eine tolle Herausforderung für uns als Zerspanungsexperten. PB Swiss Tools hat für uns einen besonderen Stellenwert. Denn es handelt sich um Grossserienfertigung mit schwierigsten Zerspanungsparametern. Aber auch das Thema Prozesssicherheit und mannlose Fertigung ab Stange spielt hier eine übergeordnete Rolle. Auf den ersten Blick sieht das alles einfach aus. Aber weil wir aufgrund verschiedenster Einflüsse beim Drehprozess die Späne nicht immer brechen können, sind dies richtig schwierige Fertigungsaufgaben. Wir müssen einen prozesssichere Fliessspan-Fertigung realisieren.»
Spänebruch: unmöglich
P. Gehrig: «Fliessspäne sind oft ein Killerkriterium für die Prozesssicherheit in der spanabhebenden Fertigung. Normalerweise versucht man die Späne kurz zu brechen, das ist wichtig für einen reibungslosen Spänetransport und die entsprechende Prozesssicherheit.»
Von 15 auf 10 mm Durchmesser mit einem Schnitt
H.R. Mathys: «Ich will Ihnen ein Beispiel nennen. Aktuell fertigen wir einen Werkzeug-Schaft eines Innen-Sechskant-Schraubendrehers. Das Rohmaterial wird in diesem Fall von D = 15 mm auf D = 10 mm auf einer Länge von 200 mm abgedreht. Wir machen eine solche Drehoperation mit auf diesen Werkstoff perfekt abgestimmten Seco-Wendeplatten in einem Durchgang. Wir nehmen 2,5 mm Span ab und fertigen mit einem Schrupp- und parallelem direkt angegliedertem Schlichtprozess. Die Oberfläche muss Ra 1.6 betragen. Eingesetzt werden die Werkzeuge unter anderem auf Traub-Langdrehmaschinen. Die Werkstücke werden komplett auf der Maschine gefertigt, der Innensechskant wird gestossen.»
Extrem schwierige Zerspanprozesse
P. Gehrig: «Wegen der sehr langen Fliessspäne sind es seitens der Prozesssicherheit sehr schwierige Zerspanungsprozesse. Wir müssen den Span in der Art formen, dass er sauber und vor allem gleichmässig abfliesst. Keinesfalls darf er ins Futter, in die Werkzeuge oder ins Werkstück gelangen. Auch Mischspäne sind hoch problematisch. In vielen unserer Zerspanungsaufgaben geht es konkret um die Spankontrolle.»
Renato Bulfon: «Hier kommen die Schneidegeometrien und Spanleitstufen unserer Wendeschneidplatten zum Tragen. Durch die spezielle Schneideform und Geometrie der Seco-Wendeplatten ist es uns möglich, mit entsprechenden Schnittparametern eine sehr prozesssichere Drehbearbeitung zu generieren.»
Trotz der Fliessspäne ist es den Fertigungsspezialisten der PB Swiss Tools und Seco Tools gelungen die Maschinen dreischichtig mannarm laufen zu lassen.
Spankontrolle ist nur ein Aspekt
P. Gehrig: «Wenn man den gesamten Fertigungsprozess betrachtet, ist die Spankontrolle nur ein Aspekt unter vielen. Auch die anderen Faktoren sind entscheidend. Die Anforderungen an die Qualität sind entsprechend hoch. Sie werden aber dank entsprechenden Werkzeuglösungen ausgezeichnet beherrscht.
Das Unternehmen Seco-Tools hat sich dank der langjährigen Zusammenarbeit sehr gut auf unsere recht schwierigen Fertigungsbedingungen eingestellt. Sie wissen, welche Anforderungen an unsere Fertigungsprozesse gestellt werden: Hier spielen die richtigen Schnittmeter in Kombination mit den passenden Beschichtungen und Spanbrechern. Dank kontinuierlicher Weiterentwicklung im Bereich der Schneidkanten-Geometrie und Spanleitstufen-Gestaltung realisiert Seco-Tools gemeinsam mit unseren Fertigungsspezialisten ausgezeichnete Zerspanlösungen.» SMM
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