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Modernste Fertigungsmethoden
Ein Blick in die Fertigungshallen zeigt: hier wird mit den modernsten Fertigungsmethoden produziert, die derzeit am Markt erhältlich sind. Gefertigt werden Werkstücke von Einzelteilen bis hin zu Grossserien in unterschiedlichsten Baugrössen und Präzisionen. Eine hochflexible Fertigung macht eine wirtschaftliche Produktion am Hochlohnstandort Schweiz erst möglich.
Aber Fertigung ist nur eine Seite der Medaille, zwar eine bedeutende, aber längst nicht alles, wie Erich Striffler betont: «Wir heben uns von einem reinen Fertigungsunternehmen insofern ab, weil wir über eine sehr hohe Fertigungstiefe verfügen. Wir sind ein Komplettanbieter, mit einer hohen Kompetenz in der Fertigung von Einzelteilen bis zu kompletten Geräten und Maschinen. Wichtig dabei ist ein breites Spektrum von Fertigungstechnologie im eigenen Unternehmen. Das beinhaltet die Entwicklung, die Materialbeschaffung, die zerspanende Bearbeitung, die Blechbearbeitung und insbesondere Konstruktionsschlosserarbeiten, das Lackieren mit einer hochmodernen Lackieranlage und die Montage. Die Produkte die unser Haus verlassen sind nicht selten fertig lackierte Baugruppen.»
Besonders am Herzen liegt dem Unternehmen eine neue Verbindungstechnik, wie Erich Striffler gegenüber dem SMM betont: «Was wir momentan pushen, ist das FSW (Fiction Stear Welding - Rührreibschweissen, siehe Bericht in SMM 06/2010). Mit dem Rührreibschweissen haben wir in eine Schweisstechnologie investiert, die ein hohes Entwicklungspotential aufweist. Wir können uns vorstellen, mit diesem Schweissverfahren auch zukünftig unterschiedlichste Metalle miteinander zu verbinden, z.B. Alu undStahl oder Alu und Kupfer, das lässt sich mit kaum einem anderen Verfahren realisieren. Die Vielseitigkeit möglicher Anwendungsbereiche ist beachtlich. Mit dem FSW ist es möglich, beispielsweise ein sehr dünnes 1-mm-Blech mit einer 100-mm-Platte zu verbinden. Dies ist mit den klassischen Verfahren nur unter enormem Aufwand zu realisieren.»
FSW-Verfahren - gewaltige Vorteile
Das Verfahren birgt tatsächlich einige gewaltige technologische Vorteile. Momentan nutzt die Rapid Technic AG das FSW-Schweissen im Kühlerbereich (Schweissnähte mit Längen im Meter-bereich) für Elektronik-Regelsysteme von Bahnantrieben. Durch die niedrigen Temperaturen im Schweissnahtbereich verformen sich die Teile praktisch nicht mehr. Bei den aktuellen Anwendungen von Kühlsystemen hat das FSW-Verfahren das bisher angewandte WIG-Verfahren ersetzt. Neben dem sehr geringen Wärmeverzug zeichnet sich das FSW-Verfahren durch eine hohe Prozesssicherheit aus: Es gibt praktisch keine Schweissnaht mehr, die undicht ist.
Aktuell arbeitet das Unternehmen an Projekten in der Solar- und in der Luftfahrtindustrie. E. Striffler: «Hier sind wir allerdings erst in der Entwicklunsphase. Wir fertigen aktuell Nullserien, bis wir sehen, ob die Technologie verhebt, geht das noch zwei Jahre.» Die FSW-Anlage stammt von Esab. Das Unternehmen verfügt über eine Lizenz, um die patentierte Technologie nutzen zu können. Wurden die Kühler per Rührreibschweissen verschweisst, kommen sie zur Endbearbeitung in das Flexible Fertigungssystem (FFS).
Flexible Fertigung: ein Highlight
Aus produktionstechnischer Sicht ist das FFS sicher ein Highlight: vier Makino-Bearbeitungszentren (drei mal Makino a88, einmal a92) werden mit einem Fastems-FFS-System verkettet. Das jüngste BAZ, die Makino a92, ist speziell für die Aluminium-Bearbeitung ausgelegt.
Deren Spindel verfügt über hohe Drehzahlen und entsprechende Antriebsleistung, damit hohe Zeitspanvolumen erreicht werden können. Insgesamt verfügt das Flexible Fertigungssystem (FFS) über vier Rüstplätze, eine Waschmaschine und beachtliche 600 Palettenplätze mit bis zu 1500 kg und bis zu 1500 mm Grösse.
Die Werkstücke können mit dem System hoch flexibel bearbeitet werden. Je nach Auftragslage können Aufträge vorgezogen oder zurückgestellt und entsprechend abgewickelt werden.
Wie Erich Striffler gegenüber dem SMM sagt, «sind gerade die Makino-Maschinen ausgezeichnet für das FFS ausgelegt». In diesem Zusammenhang hebt der Produktionsleiter Hansjürg Schoch hervor, dass «das FFS von Fastems eine herausragende Verfügbarkeit aufweist und die Planungssicherheit erheblich unterstützen hilft».
Verzahnungsfräsen und -räumen
Neben dem FFS sind weitere Maschinen für die Bearbeitung von kubischen Werkstücken und Rotationsteilen untergebracht.
Zu der Rotationsteilebearbeitung gehören auch Verzahnungsmaschinen, mit denen Zahnräder mit Aussenverzahnungen bis zu einem Modul von 5 mm hergestellt werden können, wobei neben Verzahnungsfräsen auch Verzahnungsstossen als Technologien zur Verfügung stehen. Verzahnungs-Stossen wird dann benötigt, wenn hinter dem zu verzahnenden Bauteil beispielsweise eine Schulter ist. Für Keilnuten und Innenverzahnungen verfügt das Unternehmen ebenfalls über ein entsprechend breites Spektrum an Räumnadeln.
Für die Feinbearbeitung schliesslich stehen dem Unternehmen zwei Rundschleifmaschinen zur Verfügung, eine davon sowohl für das Innen- und Aussenrundschleifen. Bis zu Rz 2 Oberflächengüte können geschliffen werden.
Laserschneidanlage und Roboterschweissen
Neben der spanenden Bearbeitung verfügt das Unternehmen zudem über eine Laserschneidanlage, Blechbiege- und Stanzmaschinen für die Blechbearbeitung. In der Blechbearbeitung besitzt das Unternehmen, auf Grund der Rapid-Eigenprodukte, ein fundiertes Wissen. Die Rapid-Maschinen weisen einen hohen Anteil an Blechteilen auf und somit ist über die Jahre ein entsprechender Erfahrungsschatz aufgebaut worden.
Mit Hilfe von traditionellen Schweissverfahren WIG, MIG und MAG schweisst Rapid alle gängigen Materialien wie Stahl, Aluminium, Rostfrei. Bei grösseren Serien werden die Teile auch auf einem Roboter geschweisst.
Materiallogistik gehört zu Daily-Business
Auch logistisch ist das Unternehmen ein Firstclass-Anbieter. Beispielsweise beliefert die Rapid-Technic AG Werkstücke im Nutzfahrzeugbereich für Daimler im Just- in-Sequenz-Verfahren. Hier ist das Unternehmen mit Daimler eng vernetzt und liefert praktisch direkt an das Fliessband, sobald der Auftrag reinkommt.
Beratung inklusive
Wichtig für die Rapid Technic AG ist die Beratung des Kunden in Bezug auf Herstellbarkeit und Kostenoptimierungen, wie E. Striffler betont: «Viele unserer Kunden verfügen über eine ausgezeichnete Entwicklung, aber über keine Produktion. Diese Unternehmen unterstützen wir mit einer technischen Beratung, hier kommen uns unsere Erfahrungen in Produktion und Montage zugute. Das ist ein wichtiger Punkt, oft sind die Konstrukteure dankbar, wenn wir sie auf konstruktionstechnische Optimierungen aufmerksam machen, die sich letztlich auf eine kostengünstigere Produktion auswirken. Gerade im Prototypen-Stadium kann man das sehr gut beeinflussen.»
Komplette Messtechnik
Geliefert werden die Kunden-Werkstücke - sofern gewünscht - mit Messprotokoll. Denn auch darüber verfügt das Unternehmen: über einen vollklimatisierten Messraum mit modernster Messtechnik. Wer sich jetzt noch fragt, gibt es denn irgendein Fertigungsverfahren, das bei der Rapid Technic AG nicht angeboten wird, ja, auch das gibt es: Honen und Explosionsentgraten werden derzeit extern ausgeführt.
Was bringt die Zukunft
E. Striffler ist davon überzeugt, dass am Standort Schweiz mit Hilfe moderner Technologie wettbewerbsfähig produziert werden kann.
Das bedingt jedoch laufende Investitionen in neue Maschinen, Vorrichtungen und Werkzeuge: «Ich denke die nächste Investition werden wir in unserem Schlosserbereich tätigen müssen, wo wir noch dickere Materialien als bisher schneiden und das Schweissen optimieren wollen. Was wir sicher weiterentwickeln werden, ist zudem das FSW-Verfahren. Wir wollen uns in diesem Sektor hier in der Schweiz zu einem führenden Technologieanbieter entwickeln, gerade auch im Verbinden von unterschiedlichen Materialien sehen wir noch ein grosses Potential. Für unsere Kunden war das FSW-Verfahren bis heute unbekannt und deshalb werden Bauteile aus unterschiedlichen Materialien heute noch mit anderen Technologien gefügt. Dies kann sich in Zukunft jedoch schnell ändern.»
«Stärkung unserer Kundenarbeit»
Thomas Wirth hebt in diesem Zusammenhang folgende Aspekte hervor: «Unser Verwaltungsrat hat übrigens sofort zugesagt in die neue FSW-Technologie zu investieren. Das ist eine Bekenntnis zur Stärkung unserer Kundenarbeit und somit eine Stärkung der Rapid Technic AG. Eine Bekenntnis zum Werkplatz Schweiz ist auch die Lehrlingsausbildung: Pro Lehrjahr werden zwei Polymechaniker ausgebildet. Wenn unsere Lehrlinge sich gut im CNC-Bereich entwickeln, dann übernehmen wir sie. Wir haben in den letzten Jahren sehr gute Erfahrungen mit unseren Lehrlingen gemacht.»
«Wir sehen klar eine Zukunft»
Zur Zukunft des Werkplatzes Schweiz sagt E. Striffler klar: «Der Werkplatz Schweiz ist teuer, mit motivierten Mitarbeitern und modernen Anlagen, die dreischichtig betrieben werden, ist es jedoch auch in der Schweiz möglich, wettbewerbsfähige Teile herstellen zu können. Dann hat der Werkplatz seine Chancen. Unsere Unternehmensentwicklung in der Sparte Kundenfertigung ist sicher eindrücklich: Von 2001 bis heute konnten wir unseren Umsatz verfünffachen. Wir sehen somit ganz klar eine Zukunft für uns auf dem Werkplatz Schweiz.»
Autor
Matthias Böhm, Chefredaktor SMM
Information
Rapid Technic AG
Erich Striffler, Verkaufsleiter Kundenfertigung
Industriestrasse 7, 8956 Killwangen
Tel. 044 743 13 91, Fax 044 743 13 56
kundenfertigung@rapid.ch, www.rapid.ch
