RFID in der Medizintechnik
Rückverfolgbarkeit ist ein wichtiger Aspekt in der Medizintechnik. Die RFID-Technologie gibt die Möglichkeit, Abläufe und Prozesse zu dokumentieren und zu verfolgen. Einige Möglichkeiten, aber auch Anforderungen und Potentiale von RFID zeigte die «Meet the Expert»-Veranstaltung «RFID-Technologie in der Medizintechnik, Pharma und Gesundheitswesen» von Medical Cluster, die am 11. September im Berner Inselspital stattfand.
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Ari. Die von Medical Cluster ins Leben gerufene Veranstaltungsreihe «Meet the Expert» beschäftigte sich am 11. September mit der RFID-Technologie rund um die Medizintechnik. Über 100 Teilnehmer trafen sich zum Erfahrungsaustausch. Die Veranstaltung wurde in Kooperation mit RFID net, dem Kompetenzcenter für RFID, durchgeführt. Experten aus verschiedenen Sparten der Medizintechnik referierten zum Thema RFID. Das Themenspektrum reichte dabei von den Anforderungen und Bedürfnissen an RFID in Produktion und Logistik bei Stryker bis hin zu WiFi-Lösungen und Kran-kenhausmanagement. Nachfolgend sind die Zusammenfassungen von einigen in der Medizintechnik relevanten Beiträge nachzulesen.
Regulatorischen Aufwand vereinfachen
Im Stryker-Konzern gibt es bisher nur punktuell praktische Erfahrungen mit der RFID-Technologie. Allerdings gibt es konkrete Vorstellungen, was die Verantwortlichen im Konzern von der Technologie er-warten. Stefan Züger von Stryker Osteosynthesis gab den Teilnehmern einen Überblick über die Anforderungen von Stryker an RFID. Als Medizintechnikher-steller ist Stryker strengen regulatorischen Anforderungen unterworfen. Das Produkt muss vom Patienten bis zur Schmelze rückverfolgbar sein. Das führt vor allem in der Produktion zu riesigen Papierbergen, die alle archiviert werden müssen. Hier kann sich Stryker ein einheitliches System vorstellen, bei welchem die Daten über RFID abrufbar sind. Das System sollte eine gemein-same Datenbank mit dem Lieferanten er-möglichen und die Identifizierung des einzelnen Artikels. Weiterhin ist es in der Medizintechnik zwingend notwendig, dass die Chips Gam-mastrahlen und Sterilisationsprozesse wie beispielsweise Dampsterilisation vertra-gen und überleben können. Daneben soll-te das System erweiterbar und ausbaubar sein, ein weltweiter Standard sollte gelten mit einheitlichem Scanner. Bei diesem Anforderungskatalog han-delt es sich um ein längerfristiges weit in die Zukunft gerichtetes Projekt von Stryker. Auch ein ungenannter Hersteller von RFID-Technik schätzt die praktische Umsetzbarkeit der Anforderungen nicht sehr optimistisch ein: «Das ist unmöglich, heu-te, morgen und noch in zehn Jahren.»
