3. Quartalszahlen Rieter Holding AG Rieter - plus 22 Prozent Umsatz und unzufriedene Lehrlinge

Redakteur: Sergio Caré

Der Rieter-Konzern realisierte in den ersten neun Monaten 2016 deutlich höhere Bestellungen als im vergleichbaren Vorjahreszeitraum. Inzwischen verfolgte das Unternehmen die Ziele des strategischen Verbesserungsprogramms «Step Up» konsequent weiter. Anfang Oktober vermeldete Rieter, dass sie ihre Berufsbildung per 1. Januar 2017 neu ausrichten wolle. Für die Lehrlinge eine «drastischen Veränderung».

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Rieter steigert den Bestellungseingang gegenüber Vorjahr, doch die Lehrlinge sind mit dem neuen Ausbildungskonzept unzufrieden.
Rieter steigert den Bestellungseingang gegenüber Vorjahr, doch die Lehrlinge sind mit dem neuen Ausbildungskonzept unzufrieden.
(Bild: Rieter)

Winterthur - Der Rieter-Konzern realisierte in den ersten neun Monaten 2016 deutlich höhere Bestellungen als im vergleichbaren Vorjahreszeitraum. Der kumulierte Bestellungseingang betrug 718.4 Mio. CHF und lag damit um 22 Prozent über der Vorjahresperiode. Im dritten Quartal lag der Bestellungseingang aufgrund der Investitionszurückhaltung in der Türkei bei 207.7 Mio. CHF. Während im dritten Quartal gute Markterfolge in Indien erzielt wurden und sich die Nachfrage in China leicht belebte, ging die Nachfrage nach Neumaschinen in der Türkei deutlich zurück.

Inzwischen verfolgte das Unternehmen die Ziele des strategischen Verbesserungsprogramms «Step Up» konsequent weiter. Seit 2014 fokussiert sich der Konzern auf drei Schwerpunkte: die Stärkung der Innovationskraft, den Ausbau des After-Sales-Geschäfts und die Steigerung der Profitabilität auf eine EBIT-Marge von 10 Prozent des Umsatzes. Für das Gesamtjahr 2016 erwartet Rieter einen Umsatz von rund 940 Mio. CHF. Dies entspricht einer operativen Profitabilität (EBIT-Marge) von rund 5 bis 6 Prozent.

Lehrlinge beklagen sich per Brief

Anfang Oktober vermeldete Rieter, dass sie ihre Berufsbildung per 1. Januar 2017 neu ausrichten wolle. Unter dem Titel «Rieter wertet die Berufsbildung auf» wird eine Lehrwerkstatt schliessen. Die Verantwortung der Ausbildung geht zum Winterthurer Ausbildungszentrum AZW über. Einschneidend ist das neue Programm vor allem für die Lernenden der ersten beiden Lehrjahren. Zukünftig sollen sie durch die AZW ausgebildet werden und erst danach in die Maschinenfabrik Rieter versetzt werden. Für die Lehrlinge eine «drastischen Veränderung». In einem Leserbrief welcher dem Landbote zugesendet wurde - und dem SMM vorliegt - melden sich nun die Lernenden zu Wort. Sie prangern das neue Lehrkonzept nicht nur wegen der AZW an. Praxisangebote wie ein Sprachaufenthalt im Ausland, die Projektarbeiten der Konstrukteure und Produkteschulungen an den Rieter Maschinen sowie ein Lehrlingslager sollen gestrichen werden. Angeblich beinhalten diese Aktivitäten zu viel Vergnügen. Die Lernenden sehen dies anders. Diese Aktivitäten seien wichtige Eckpfeiler ihrer Ausbildung und fördern den Zusammenhalt. Die Lehrlinge im letzten Ausbildungsjahr schmerzt, dass alle Ausbildungsleitern per Ende Jahr gekündigt wurde - genau während ihrer LAP-Vorbereitungszeit. Sie monieren, dass der neue Lehrmeister im AZW keinen persönlichen Bezug zu den Lernenden sowie zu den Abteilungen innerhalb der Maschinenfabrik Rieter AG hat. -sc-

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