Schaltschränke Rittal will in den USA wachsen

Redakteur: Stéphane Itasse

Der Herborner Schaltschrankspezialist Rittal hat eine neue US-Firmenzentrale bei Chicago eingeweiht. Der Umzug ist Teil einer umfassenden Strategie, mit der Rittal in seinem wichtigsten Auslandsmarkt weiter wachsen will, wie das Unternehmen berichtet.

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Friedhelm Loh und Gouverneur Pat Quinn (rechts) eröffnen gemeinsam die neue Firmenzentrale von Rittal in den USA.
Friedhelm Loh und Gouverneur Pat Quinn (rechts) eröffnen gemeinsam die neue Firmenzentrale von Rittal in den USA.
(Bild: Rittal/Stan Kotecki)

Die amerikanische Tochtergesellschaft sei nun mitten im industriellen Zentrum der USA angesiedelt. Am weiter bestehenden Standort Urbana, Ohio, sollen zusätzlich größere Investitionen in die Produktion erfolgen.

Rittal investiert in neue US-Firmenzentrale sowie in die Produktion vor Ort

Kern des neuen Firmensitzes von Rittal sei ein Kompetenzzentrum sowie ein Schulungsbereich. „Die Eröffnung des neuen Standortes in den USA ist Bestandteil unserer internationalen Wachstumsstrategie, die neben den Vereinigten Staaten unter anderem China, Indien und Deutschland umfasst“, sagt Friedhelm Loh, Inhaber und Vorsitzender der Geschäftsführung von Rittal. „Wir fühlen uns im Land seit langem zuhause und setzen dort sowohl auf die Erholung der klassischen Industrien als auch auf das dynamische Wachstum im IT-Sektor.“

Die neue Firmenzentrale ergänze die amerikanische Produktionsstätte von Rittal in Urbana sowie die Vertriebszentren in Texas und Nevada. Auf diese Weise will Rittal sein Engagement gegenüber amerikanischen Kunden ausbauen.

Gestartet im Jahr 1982, hat Rittal nach eigenen Angaben in den USA inzwischen insgesamt rund 800 Mitarbeiter und verfügt über mehr als 47.000 m² Produktionsfläche. Parallel zum Umzug nach Chicago investiere Rittal mehrere Millionen Euro in den Ausbau der Fertigungsanlagen am Standort Urbana. Dadurch will Rittal seine Produktion flexibler und leistungsfähiger im Hinblick auf die Bedürfnisse des amerikanischen Marktes gestalten.

Rittal will mehr Nähe zu den US-Kunden schaffen

„Mit dem Umzug in den Großraum Chicago sind wir nun mitten in einer der wichtigsten Industrieregionen der USA präsent“, sagt Frank Delesen, Geschäftsbereichsleiter Amerika bei Rittal. Ein großer Standortvorteil sei insbesondere die Nähe zum Flughafen von Chicago, der eines der wichtigsten amerikanischen Drehkreuze ist.

Erfreut über die Standortwahl zeigte sich laut Rittal auch Pat Quinn, Gouverneur des Bundesstaates Illinois. Er habe sich im vergangenen Jahr mit Loh in Deutschland getroffen und für die Eröffnung eines Rittal-Standortes in seinem Bundesstaat geworben. „Ich freue mich, dass Rittal Illinois wegen seiner verkehrsgünstigen Lage und seiner vielfältigen Wirtschaft mit hochqualifizierten Mitarbeitern als Standort gewählt hat“, sagte er anlässlich der Eröffnung der neuen Zentrale im Woodfield Corporate Center in Schaumburg.

Ein Hauptaugenmerk liege auf dem Kundenzentrum mit seinen erweiterten Schulungsressourcen, aber auch auf den Produkttesteinrichtungen und einem großen Ausstellungsbereich, in dem Kunden das Rittal-System sehen können.

Die USA erleben derzeit einen Aufschwung in der traditionellen Industrie, wie es heißt. Wie wichtig die USA als Markt seien, belegten auch Zahlen des Zentralverbandes Elektrotechnik- und Elektronikindustrie (ZVEI). Demnach sind die Vereinigten Staaten noch vor China weiter der wichtigste Abnehmer für die deutsche Elektroindustrie. Allein im ersten Halbjahr 2013 exportierten deutsche Elektrounternehmen Güter im Wert von 6,4 Mrd. Euro über den Atlantik. Für Rittal sind die USA nach Deutschland der wichtigste Markt.

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