Stationäre Spannsysteme Rüstzeitkiller für Erodiermaschinen

Redakteur: Silvano Böni

Das Nullpunktspannsystem Schunk Vero-S erobert nun auch das Senk- und Drahterodieren. Die Paul Horn GmbH hat bereits drei Erodiermaschinen mit dem System in der Version NSE mini ausgerüstet. Das Ergebnis kann sich sehen lassen: rasante Vorrichtungswechsel und kürzere Durchlaufzeiten.

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Mit der Umstellung auf Schunk VERO-S konnte Horn die Rüstzeiten auf den Erodiermaschinen deutlich senken.
Mit der Umstellung auf Schunk VERO-S konnte Horn die Rüstzeiten auf den Erodiermaschinen deutlich senken.
(Bild: Schunk)

Das Ziel des Turbo-Liefersystems «Greenline» von Horn ist klar umrissen: Innerhalb kürzester Zeit werden Sonderaufträge punktgenau gefertigt und ausgeliefert. Gerade einmal fünf Tage dürfen bei Schneidplatten bis Losgrösse 50 vom Auftragseingang bis zur Auslieferung vergehen. Maximal zehn Tage sind es bei Sonder-Werkzeugträgern mit bis zu fünf Exemplaren. «Der Kunde braucht seine Werkzeuge immer schneller», erläutert Werner Fritz, Fertigungsleiter für Trägerwerkzeuge und Vorrichtungsbau. Die grüne Welle in der Produktion von Horn macht es möglich. Über 40 Prozent der Aufträge laufen heute bereits innerhalb des Greenline-Systems. Tendenz steigend. «Unser grosser Vorteil ist die kurze Lieferzeit bei kleinsten Stückzahlen», betont Fritz und sieht das Unternehmen als Vorreiter in der individualisierten Fertigung. «Hinzu kommen bei den Trägerwerkzeugen 25 Prozent Sonderaufträge mit längeren Lieferzeiten, das heisst in Summe fallen mehr als 65 Prozent unserer Aufträge in die Kategorie der Sonderwerkzeuge.» Ein Drittel davon landet beim Draht- oder Senkerodieren. Kein Wunder also, dass das Team bei Horn sämtliche Potenziale zur Verschlankung der Prozesskette ausschöpft.

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Hohe Einzugskraft und Genauigkeit

Als einer der ersten Anwender nutzt der Werkzeughersteller das Nullpunktspannsystem Schunk Vero-S bereits seit 2015 im Bereich Senk- und Drahterodieren. Mit durchweg positiven Erfahrungen. «Heutzutage muss man einfach schnell rüsten», unterstreicht Werner Fritz. Das gelte eben nicht nur fürs Fräsen und Bohren, sondern zunehmend auch fürs Erodieren. Kein Wunder: Die hohe Leistungsfähigkeit moderner Erodiermaschinen kommt bei der Produktion kleinster Losgrössen letztlich nur dann voll zum Tragen, wenn sie nicht durch langwierige Rüstprozesse ausgebremst wird. Konsequent hat Horn bis heute zwei Fanuc-Robocut-α-Drahterodiermaschinen sowie eine Bes-SL-CNC-Bohrerodiermaschine mit den Miniaturspannmodulen von Schunk ausgerüstet.

Mit einer Höhe von nur 20 mm baut das pneumatisch gesteuerte Nullpunktspannmodul Vero-S NSE mini extrem flach. Damit bietet es ideale Voraussetzungen, um bereits vorhandene Maschinen nachzurüsten, den Maschinenraum voll auszunutzen und selbst kleine Werkstücke direkt zu spannen. Ein patentiertes Antriebskonzept, bestehend aus Eil- und Spannhub, sorgt für eine extreme Leistungsdichte. Bei einem Moduldurchmesser von 90 mm und einem Spannbolzendurchmesser von nur 20 mm erzielt das Spannmodul mit der standardmässig integrierten Turbofunktion Einzugskräfte bis 1500 N. Der Spannbolzen wird über Kurzkegel positioniert und mit drei Spannschiebern fixiert. Die Verriegelung erfolgt mechanisch über ein Federpaket. Sie ist selbsthemmend und formschlüssig. Grosse Kontaktflächen zwischen Spannschieber und -bolzen minimieren in gespanntem Zustand die Flächenpressung und damit den Verschleiss der Module. Da der minimale Abstand zwischen zwei Spannbolzen nur 100 mm beträgt, lassen sich mit NSE mini besonders kleine Stichmasse realisieren. In Sekundenschnelle sind die unterschiedlichen Spannvorrichtungen mit einer Wiederholgenauigkeit < 0,005 mm in den Nullpunktspannmodulen positioniert, fixiert und gespannt. «Unsere minimalen Toleranzen beim Bohrerodieren und Drahtschneiden liegen zwischen fünf Hundertstel und einem Zehntel», erläutert Michael Sailer, Abteilungsleiter Trägerwerkzeuge. «Das erreichen wir mit dem Schunk-System absolut zuverlässig.»

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