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Neue Grossmaschinen für neue Märkte
Bison war jedoch nicht nur an der Optimierung bestehender Prozesse gelegen. Um die eigene Produktpalette zu erweitern und langfristig neue Kundengruppen zu binden, wollte der Hersteller auch die Fertigung sehr grosser Werkstücke ermöglichen. Das Okuma-Portal-Dreh-/Fräszentrum VTR-350A beeindruckt nicht nur mit seinen Dimensionen, sondern auch mit den Abmessungen der Werkstücke. Möglich sind Bearbeitungen mit einem Durchmesser von bis zu 3500 mm und Bearbeitungslängen von bis zu 2400 mm. Die Flexibilität der Maschine erlaubt Bison daher die kosteneffiziente Fertigung sehr grosser Einzelteile. Das standardmässige Okuma Thermo-Friendly Concept kompensiert unterdessen thermische Verformungen und sichert so die Massgenauigkeit, die Bison benötigt, um die hohe Qualität seiner Produkte zu gewährleisten. Zusätzlich hat das Modell VTM-2000YB im vergangenen Jahr die Arbeit aufgenommen und erlaubt Dreh- und Fräsoperationen sowie die Fünf-Achsen-Bearbeitung sperriger Teile in nur einer Aufspannung. Die beiden Grossmaschinen für die Schwerbearbeitung ermöglichen Bison erstmals beispielsweise die Fertigung von Planscheiben mit einem Durchmesser bis 2000 mm. Mit dem Sprung in neue Werkstückdimensionen will Bison in weitere Branchen wie beispielweise Windkraft expandieren. Ausserdem installiert wurde das horizontale Okuma-Bearbeitungszentrum MB-10000H. Bison wird die Maschine künftig ebenfalls in der Fertigung für Grossteile und Produktneuheiten einsetzen. Auch hier war der Faktor Flexibilität ausschlaggebend, denn die Maschine lässt sich mit Fertigungssystemen, Palettenbahnhöfen und Robotern automatisieren und so dem individuellen Bedarf der Produktion anpassen.
Die Bison-Academy als Know-how-Vermittlung
Okuma und sein polnischer Händler HTM konnten Bison ein Gesamtpaket anbieten, das weit hinausreicht über die Lieferung der Maschinen und die üblichen Serviceleistungen. Wertvolle Unterstützung leisteten Okuma und HTM auch bei der Lösung einer weiteren Herausforderung, mit der sich Bison durch die Umstrukturierung konfrontiert sah. In der strukturschwachen Region Bialystok herrscht ein Mangel an technisch qualifiziertem Personal zur Bedienung der hochmodernen Maschinen. Die Antwort auf diese Herausforderung war die Einrichtung der Bison-Academy, eines Schulungszentrums direkt vor Ort am Unternehmenssitz. Dort vermitteln Experten von Okuma und HTM ihr umfangreiches Know-how direkt an die Bison-Mitarbeiter. Die Ausbildung erfolgt direkt an den Maschinen und in einem Grossraumbüro der Arbeitsvorbereitung mit insgesamt 20 Arbeitsplätzen. An den PCs simuliert Software die Okuma-CNC-Steuerung für das Erlernen und Training unterschiedlicher Anwendungen. Nach Abschluss der mehrstufigen Ausbildung in einer rechnergestützten Prozesssimulationssoftware, dem sogenannten PC-NC Master erhalten die Mitarbeiter eine entsprechende Zertifizierung, die sie zur Arbeit an Okuma-Maschinen qualifiziert.
Der Unternehmensführung zufolge begünstigen die neuen Okuma-Maschinen eine bedarfsorientierte Massenfertigung. Ausserdem konnten die Arbeitskosten um 50 % reduziert werden. Die Amortisierung wird innerhalb der nächsten drei bis vier Jahre erwartet. Bei Bison wird unterdessen an der Produktentwicklung gearbeitet. «Neue Spannmittel sichern uns auch in der Zukunft die Marktpräsenz als Premium Brand», berichtet Thomas Bach. Einige dieser Produktinnovationen konnte Bison bereits auf der AMB 2016 in Stuttgart präsentieren. -ari- SMM
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