Prodex 2016 Runderneuerte Produktion für Spannwerkzeuge

Redakteur: Anne Richter

Die polnische Bison-Gruppe zählt zu den weltweit führenden Herstellern von Spannwerkzeugen. Um neue Absatzmärkte zu erschliessen, wurde jetzt mit 40 CNC-Maschinen von Okuma massiv in die Produktion investiert. Die neu eingerichtete Bison-Academy wird von Okuma-Experten unterstützt.

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Mit den neuen Okuma-Maschinen deckt Bison die Fertigungsbedürfnisse für sein breitgefächertes Portfolio unterschiedlichster Drehfutter ab.
Mit den neuen Okuma-Maschinen deckt Bison die Fertigungsbedürfnisse für sein breitgefächertes Portfolio unterschiedlichster Drehfutter ab.
(Bild: Okuma)

Bereits 1948 begann Bison mit der Fertigung von Spannwerkzeugen, die der Hersteller bald auf die Drehfutterproduktion ausweitete. Während früher hauptsächlich in die ehemalige Sowjetunion geliefert wurde, exportiert der Hersteller heute weltweit in mehr als 70 Länder und beschäftigt 700 Mitarbeiter. Der zentrale Produktionsstandort liegt in der Grossstadt Bialystok im Osten Polens. Das Portfolio reicht von Drehfuttern und Planscheiben, hydraulischen und pneumatischen Spannzylindern über Maschinen- und Werkbankschraubstöcke, VDI-Werkzeughalter, feste und mitlaufende Körnerspitzen bis hin zu Teil- und Aufspannvorrichtungen. Individuelle Sonderanfertigungen für spezielle Bearbeitungsfälle ergänzen das umfangreiche Sortiment aus über 20 000 Produkten. Die Fertigungskette reicht von der eigenen Giesserei, über die Bearbeitung bis hin zur Veredelung. Sämtliche Unternehmensprozesse steuert eine ERP-Software.

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Individualisierte Spannwerkzeuge verlangen maximale Effizienz

Eigentümer und Vorstandsvorsitzender der Bison-Gruppe ist Jacek Latomski. Der Unternehmer beschloss eine Runderneuerung der Produktion, um Bison fit zu machen für die Zukunft. Vor dem Hintergrund des Trends zu individualisierten Spannwerkzeugen sollte die Fertigung effizienter gestaltet werden. Jacek Latomski erläutert: «Mit den konventionellen Werkzeugmaschinen gewährleisteten wir eine anerkannt hohe Qualität, verfügten jedoch nicht über die nötige Flexibilität und Geschwindigkeit.» Für ein Investitionsvolumen in Höhe von 70 Millionen Euro entstanden Werkshallen mit 30 000 qm Fläche und einem nahezu komplett erneuerten Maschinenpark. Die Europäische Union erachtete das Grossprojekt für unterstützenswert durch Fördermittel aus dem Programm «Innovative Wirtschaft».

Die Bison-Verantwortlichen entschieden, dass die CNC-Maschinen von Okuma stammen sollten. «Nur eine Handvoll Hersteller decken mit ihrem Portfolio die gesamten Bedürfnisse unserer Produktion ab. Einzig Okuma bietet darüber hinaus jedoch die Präzision und den Support, die wir für die Zukunft benötigen», so Jacek Latomski. Vor Ort übernimmt HTM (High Technology Machines), Gliwice, der polnische Händler von Okuma, die seit Ende 2014 schrittweise laufenden Installationen. Das Gros der neuen Bearbeitungszentren sind Multitasking-Maschinen der Okuma-Multus-Baureihen. Darüber hinaus wurden mehrere Okuma-Maschinen für die Spannmittelfertigung angeschafft, mit denen Bison neue Märkte erschliessen will.

«Eine Multitasking-Maschine ersetzt fünf konventionelle»

Bei der Wahl der neuen Bearbeitungszentren setzte Bison vorwiegend auf «Multitasking»-Maschinen als Ersatzinvestition für die konventionellen Werkzeugmaschinen. «Klassische Drehmaschinen sind immer weniger gefragt. Die Multitasking-Maschinen erlauben Dreh- und Fräsoperationen an nur einer Maschine, was eine deutlich schnellere und flexiblere Fertigung bedeutet», erklärt Bison-Vertriebsleiter Thomas Bach. Kernstück der Produktion bilden jetzt Okuma-Maschinen der Multus-U-Reihe, die selbst prozessintensive Komplettbearbeitungen ermöglichen. Die Entscheidung für die Dreh-/Fräszentren liegt in den grundlegend veränderten Marktanforderungen begründet. Thomas Bach: «Die reine Massenproduktion verliert in unserer Branche an Relevanz. Stattdessen gilt es, flexibel auf kundenindividuelle Anforderungen reagieren zu können.»

Die Okuma-Maschinen der Typen Multus U3000 und Multus U4000 sind für Simultan- und Synchronbearbeitung konzipiert. Dank der vielfältigen Einsatzmöglichkeiten kann Bison einen Grossteil des Sortiments unterschiedlichster Drehfutter und individualisierte Serienprodukte an den Multus-U-Maschinen fertigen. Für Produktionsleiter Marcin Mysior liegen die Vorzüge der Neuanschaffungen auf der Hand: «Früher waren fünf Maschinen nötig, um das zu schaffen, was wir heute an einer Multus U erledigen. Dadurch, dass wir nun alles in einer Aufspannung lösen können, ist unsere Produktion deutlich schneller und flexibler geworden.» Auch die umfangreichen Hochgeschwindigkeitsfunktionen gestalten den gesamten Fertigungsprozess deutlich effizienter. Sicherheit bietet das serienmässige Collision Avoidance System von Okuma, das vor kostspieligen Schäden schützt, indem es bevorstehende Kollisionen vorhersieht und umgeht. Auch die CNC-Steuerung vom Typ OSP-P300 stammt aus dem Hause Okuma: «Die Steuerung ist intuitiv und vereint sämtliche Anwendungen in einer Software. Besonders das visuelle Bedienpanel ermöglicht eine einfache Handhabung und eine komfortablere Programmierung der unterschiedlichen Werkstücke», erklärt Produktionsleiter Mysior. So entfallen zeitintensive Arbeitsschritte und die Einarbeitung des Anwenders wird deutlich vereinfacht.

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