Schonendes Palettieren

Sauberes und verkaufsförderndes Stapelbild

| Redakteur: Silvano Böni

Das Unternehmen produziert seine Baustoffe seit mehr als 160 Jahren in sieben hochmodernen Werken.
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Das Unternehmen produziert seine Baustoffe seit mehr als 160 Jahren in sieben hochmodernen Werken. (Bild: Beumer)

Längere Wartungsintervalle, eine effizientere Produktion und ein für Lagerung und Verkauf optimiertes Stapelbild waren die Gründe für Schwenk Putztechnik, sich für die Palettiertechnik der Beumer Group zu entscheiden. Der Komplettanbieter aus Beckum lieferte drei Hochleistungslagenpalettierer vom Typ Beumer paletpac. Ausgestattet sind alle mit der neu entwickelten Beumer-Doppelbanddrehvorrichtung. Damit werden die mit Baustoffen gefüllten Säcke schonend gedreht und formstabil in die richtige Position auf Paletten gestapelt.

Trockenmörtel sind vorfabrizierte Mischungen, die aus mineralischen Bindemitteln wie Zement, Kalk oder Gips sowie aus Sand, Gesteinsmehl und weiteren Zusatzstoffen bestehen. Auf der Baustelle müssen die Handwerker diese nur noch mit Wasser anrühren und schon sind sie gebrauchsfertig. Weil mögliche Mischfehler somit vermieden werden, kann der Produzent eine gleichbleibend hohe Produktqualität dieses Baustoffs sicherstellen. Die Schwenk Putztechnik GmbH & Co. KG mit Sitz in Ulm gehört zu den führenden Herstellern von nachhaltigem und ökologischem Trockenmörtel. Das Unternehmen produziert seine Baustoffe seit mehr als 160 Jahren in sieben hochmodernen Werken. «Wir legen sehr viel Wert darauf, dass unsere Produkte im Baustoff-Fachhandel optimal präsentiert werden», sagt Martin Markus. Er leitet bei Schwenk Putztechnik die Werke Eigeltingen und Allmendingen im südlichen Baden-Württemberg. Beim Herstellungsprozess achtet das Unternehmen deshalb auf eine reibungslos ablaufende Förderung, Palettierung und Verpackung.

Sichere Handhabung der Säcke

«Beim Drehen der Säcke hatten wir mit unserer vorherigen Palettierlösung erhebliche Schwierigkeiten», erinnert sich Peter Richter, stellvertretender Betriebsleiter in Allmendingen. «Denn durch ruckartige Bewegungen wurden die Säcke deformiert und rissen manchmal sogar», sagt er. Der Baustoffhersteller konnte damit kein sauberes und gleichbleibendes Erscheinungsbild der palettierten Säcke sicherstellen. Die Schwenk Putztechnik wollte aber nicht nur ein verbessertes und kontinuierliches Stapelergebnis, sondern darüber hinaus die Produktionsleistung erhöhen, Staub-Emissionen verringern und die Wartungsintervalle verlängern. Bei den Recherchen nach einem passenden Anbieter stiess der Baustoffhersteller auf die Beumer Group. Der Komplettanbieter aus Beckum liefert nachhaltige Anlagen und Systeme für die Abfüll-, Palettier- und Verpackungstechnik aus einer Hand. Das Unternehmen kann dabei auf eine langjährige Erfahrung in der Baustoffbranche zurückblicken. «Wir entwickelten gemeinsam mit Schwenk Putztechnik eine Lösung, die auf die Anforderungen der beiden Produktionsbetriebe abgestimmt ist», berichtet Peter Schmidt. Er war für das Projekt als Gebietsverkaufsleiter verantwortlich und leitet seit Januar 2014 den Geschäftsbereich Palettier- und Verpackungstechnik bei der Beumer Group.

Schonendes Palettieren sichergestellt

Die Unternehmensgruppe präsentierte dem Baustoffhersteller den Hochleistungslagenpalettierer Beumer paletpac. Mit dieser Baureihe können die Schüttgutsäcke exakt Lage für Lage auf Paletten gestapelt werden. Durch die geometrische Genauigkeit bei der Lagen- und Stapelbildung werden in sich sehr stabile Sackstapel erstellt. Beumer lieferte eine Anlage, die 1800 Säcke in der Stunde palettieren kann, sowie eine Anlage mit einer Leistung von 2500 Säcke pro Stunde. In beiden Werken können die Mitarbeiter schnell und unkompliziert den Palettierer auf verschiedene Sackgrössen anpassen, ohne ein Werkzeug benutzen zu müssen. Mit einer Packhöhe bis 2400 Millimeter stapelt der Beumer paletpac Säcke auf jeder gängigen Palettengrösse und in allen technisch möglichen Packmustern. Über ein Multiprogramm kann der Anwender die Parameter einfach und schnell einstellen. Mit dem neuen Beumer Group Human Machine Interface (HMI) lässt sich die Anlage benutzerfreundlich bedienen. Der Mitarbeiter hat mit diesem Bedienterminal ein leicht verständliches und intuitives Interaktionskonzept zur Verfügung, bei dem er sich schnell zurechtfindet und bereits nach sehr kurzer Einarbeitungszeit die Arbeitsabläufe sicher und effizient gestalten kann.

Stabile Stapelbildung

«Um die Säcke schnell, schonend und formstabil in die geforderte Position zu drehen, sind die Anlagen mit unserer neu entwickelten Doppelbanddrehvorrichtung ausgeführt», erläutert Peter Schmidt. «Was die Stapelfähigkeit anbelangt», fährt er fort, «bietet diese einen immensen Vorteil gegenüber herkömmlichen Drehverfahren.» Denn die Anlagenkomponente bewegt die Säcke, ohne sie mechanisch zu beanspruchen. Stattdessen kommen zwei parallel angetriebene Gurtförderer zum Einsatz, die während der Drehung mit unterschiedlichen Geschwindigkeiten angetrieben werden. Diese bringen die Säcke besonders schonend in die gewünschte Position. Die intelligente Steuerung der Doppelbanddrehvorrichtung bezieht die physikalischen Eigenschaften der Packstücke mit ein, um eine exakte – durch die jeweiligen Packmuster vorgegebene – Positionierung zu erreichen. Bei geänderter Sackgrösse werden alle relevanten Parameter einfach per Software erfasst und gesteuert. Dazu greift die Anlage auf einen aktiven Regelkreis zurück. Die Regelung der Antriebe erfolgt über Frequenzumrichter. Somit entsteht eine sanfte, gleichmässige Drehbewegung und die abgesackten Produkte werden nicht deformiert. Das sorgt für konstante Stapelergebnisse über die gesamte Lebensdauer der Anlage. Fertig gepackte Paletten lassen sich damit platzsparend und sicher übereinanderstapeln.

Ein weiterer Vorteil: Zeitaufwendige Umrüstvorgänge bei geänderter Sackgrösse entfallen. «Der Bediener muss nur die Sacklänge und -breite eingeben. Das System bringt den Sack dann in die entsprechende Position», erklärt Bernhard Temming, Service-Manager bei Beumer. Die Doppelbanddrehvorrichtung kann aufgrund des modularen Aufbaus auch problemlos und schnell in bestehenden Palettieranlagen nachgerüstet werden.

Leise und wirtschaftlich

Ein weiterer Grund für Schwenk Putztechnik, sich für die Systeme von Beumer zu entscheiden, war deren wirtschaftlicher Betrieb. Denn neben den Investitionskosten spielen die Betriebs-, Ersatzteil- und Wartungskosten eine grosse Rolle. «Diese sind bei der Doppelbanddrehvorrichtung deutlich geringer, als das bei anderen Drehvorrichtungen der Fall ist», weiss Service-Manager Bernhard Temming. «Allein schon der automatisierte Produktwechsel vermeidet Stillstandszeiten.» Und weil die Systemkomponente auf kostenintensive mechanische Bauteile verzichtet, optimiert das langfristig die Wartungs- und Instandhaltungskosten. Das senkt die Lebenszykluskosten. «Vergleichbare Lösungen zur Lagenvorbereitung von Wettbewerbern setzen auf pneumatische Elemente mit entsprechend hohen Betriebskosten. Bei unserer Doppelbanddrehvorrichtung erledigen energieeffiziente Synchron-Servomotoren die Arbeit», erläutert Temming. Der Verzicht auf mechanische Teile senkt zudem die Betriebsgeräusche. Das sei eine Stärke, die sich besonders im operativen Tagesgeschäft voll ausspiele, ist Peter Schmidt überzeugt. Denn das sorgt für ein verbessertes Arbeitsklima und kommt den Fachkräften des Baustoffherstellers im täglichen Arbeitsablauf zugute. Beumer übernahm bei diesem Projekt die gesamte Abwicklung – von der Projektierung bis zur Montage. Über den Projektabschluss hinaus kümmern sich die Fachleute des Customer Supports um Optimierung und Wartung der Anlagen. Damit sind diese stets verfügbar. Bei akuten Problemen kann der Baustoffhersteller die Hotline rund um die Uhr erreichen. Über eine Online-Verbindung mit der Maschine kann dann eine schnelle Störungsanalyse durchgeführt werden. «Mit dem Service sind wir sehr zufrieden. Das war ein weiterer wichtiger Aspekt, warum wir uns für Beumer entschieden haben», sagt Martin Markus. <<

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