Innovation beginnt im Kleinen

Schluss mit faulenden Salaten

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Steuerung als Herausforderung

Nachdem das Funktionsprinzip geklärt war, musste die Steuerung programmiert werden. Nach einigen durchgearbeiteten Nächten mit einem anderen Produkt, mit dem das Schleudern einfach nicht gelingen wollte, entschied sich Villiger für eine Simatic-S7-1200-CPU und zwei Sinamics-G120-Frequenzumrichter von Siemens. «Die Arbeit mit der Programmier-Umgebung war sehr angenehm – auch mit wenig Erfahrung mit Siemens-Steuerungen», sagt Andy Villiger, der Sohn von Bruno Villiger. Er programmierte die gesamte Software der Maschine. Besonders beeindruckt waren alle Beteiligten von der Unterstützung der Siemens-Mitarbeiter. «Markus Ingold, unser Ansprechpartner, war mit Begeisterung dabei.» Isenegger ergänzt: «Das Siemens-Team war ebenso wie wir interessiert am Resultat.»

Für Markus Ingold war es keine Frage, dass auch ein kleines Projekt die volle Unterstützung verdient: «Der Enthusiasmus hat uns begeistert. Hier stehen ein technisch versierter Mann und ein Pionier, die eine Marktlücke entdeckt haben. Wir glauben nach wie vor an die Innovationskraft der Schweizer Industrie», so Ingold. Das Projekt hat ihm Spass gemacht: «Die Zusammenarbeit war sehr unkompliziert und extrem lösungsorientiert. Bruno Villiger hat sich intensiv mit unserem Produkt-Portfolio auseinandergesetzt und auch viel technisches Know-how in Eigenregie erarbeitet. Mit unserem Support konnten wir die letzten ‹Unebenheiten› glätten und die Maschine in eine vermarktungsfähige Position bringen.»

Kinderkrankheiten ausgemerzt

Obwohl das System in einer eher traditionellen Branche eingesetzt wird, nützt es modernste Technologien: So werden die Steuersignale statt mit Schleifringen drahtlos über Ethernet übertragen; das macht das System robuster und verschleissärmer. «Die Datenübertragung der Steuerungssignale funktioniert einwandfrei», sagt Villiger.

Trotzdem – eine Neuentwicklung hat immer Kinderkrankheiten, die es auszumerzen gilt. Das gilt auch für die Salatschleuder. Zum Beispiel schleifen sich die eingesetzten Bürstenmotoren in der rauen Umgebung mit den zahlreichen Starts und Stopps in Rekordzeit ab. «Daraus haben wir gelernt – als Nächstes wollen wir bürstenlose Motoren einsetzen», erklärt Villiger.

Obwohl noch Arbeit auf die Entwickler wartet, kann sich das Resultat sehen lassen: Während früher vier Personen mit dem Waschen der Salate beschäftigt waren, erledigt dies heute ein einzelner Arbeiter. Die Anlage wäscht 450 Kisten Salat pro Stunde – diese Zahl soll in Zukunft nochmals steigen. Die Salate kommen sauber, intakt und mit der idealen Restfeuchte aus der Anlage. «Die Grossverteiler sind begeistert vom Resultat», erklärt Oswald Isenegger. Das Team will bald mit der Vermarktung der Wasch- und Schleuderanlage beginnen. <<

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