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Innovation beginnt im Kleinen Schluss mit faulenden Salaten

Redakteur: Silvano Böni

Dank einem Maschinenkonstrukteur und einem Salatanbauer mit Pioniergeist könnten in der Packung faulende Salate bald der Vergangenheit angehören: Eine Wasch- und Schleuderanlage für Salate, von Grund auf neu konzipiert von Landwirtschaftstechniker Bruno Villiger, hat den Betrieb Bodenmatt der Gebrüder Isenegger im ländlichen Aargau gründlich verändert.

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Der Salatbauer Oswald Isenegger und der Landwirtschaftstechniker Bruno Villiger sind stolz auf ihre Erfindung: Die Idee zur Salatwasch- und -Schleuderanlage ist im gemeinsamen Kitesurf-Urlaub entstanden.
Der Salatbauer Oswald Isenegger und der Landwirtschaftstechniker Bruno Villiger sind stolz auf ihre Erfindung: Die Idee zur Salatwasch- und -Schleuderanlage ist im gemeinsamen Kitesurf-Urlaub entstanden.
(Bild: Siemens)

Für Innovation braucht es kein Millionenbudget – das zeigt eine neuartige Salatschleuder. Entstanden ist die Idee bei einem Kitesurf-Urlaub zwischen zwei ehemaligen Schulfreunden, dem Salatproduzenten Oswald Isenegger und dem Landwirtschaftstechniker Bruno Villiger.

Isenegger erzählte Villiger von seiner Idee, eine schonende Salatwaschmaschine mit Schleuder zu bauen. Die Salate müssen nach der Ernte gewaschen werden. Spritzt man sie ab, werden sie nicht richtig sauber; taucht man sie ins Wasser, so sind sie hinterher zu nass, tropfen Lagerräume voll und beginnen gar zu faulen. Es gibt zwar professionelle Wasch- und Schleudersysteme auf dem Markt – doch diese beschädigen die Salate. Wäre es nicht möglich, ein schonenderes System zu bauen? Villigers Neugierde war geweckt. Iseneggers Vorstellung über die Anforderungen an ein schonendes Salatwaschgerät lieferte Villiger die Grundlage zu einem ersten Entwurf der neuen Wasch- und Schleuderanlage.

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Genaue Planung

In einer ausführlichen Planungsphase wurden Varianten diskutiert, Vor- und Nachteile abgewogen: Die erste Idee war eine Salatschleuder um eine horizontale Achse. Es zeigte sich aber schnell, dass so die Salatköpfe beschädigt würden. Die Lösung war eine Salatschleuder um eine vertikale Achse in einem geeigneten Winkel, so dass die resultierenden Kräfte senkrecht auf die Böden der Kisten wirken – genauso wie die Arbeiter den Salat von Hand schleudern. Auch der Waschgang folgt einem ausgeklügelten System. Zunächst wird der Salat in der Kiste von allen Seiten abgeduscht. Dann folgen zwei vertikale Tauchgänge in Wasserbecken. Dies ist besser, als die Kisten auf einem Fliessband durch ein Bad zu ziehen: Der Schmutz wäscht sich schwungvoll gegen oben aus und das Wasser staut sich nicht im Salat. Es folgt ein weiterer Sprühgang; dann sind die Salatköpfe bereit für die Schleuder. Es ist wichtig, dass der Salat die Schleuder weder zu nass noch zu trocken verlässt – er soll weder faulen noch welken. All diese Herausforderungen löste Villiger im regelmässigen Austausch mit Isenegger. Dieser zeigt sich begeistert von Villigers Fachkompetenz: «Bruno denkt an alle Details und hat eine enorme technische Begabung.»

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