Aussenhandel

Schweiz betreibt weniger Handel mit Deutschland

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Wichtigster Handelspartner

Der Aussenhandel Deutschland-Schweiz wurde im Berichtsjahr durch mehrere Faktoren beeinflusst. Die Wechselkursverhältnisse (starker Franken) und generell die Abhängigkeit von der Weltkonjunktur halten den Druck auf globale Beschaffungsstrategien hoch. Trotz dieser Entwicklung bleibt die Position von Deutschland als erstem Handelspartner der Schweizer Wirtschaft unangefochten. Auf der Beschaffungsseite zeichnet sich indessen eine Verschiebung zugunsten der Schwellen- und Transformationsländer (zulasten der Industrieländer) ab.

Outsourcing wird zunehmen

Die Outsourcing-Aktivitäten werden in den nächsten Jahren weiter zunehmen und damit auch das Global-Sourcing. Die Prozessketten in der Fertigung werden künftig noch viel öfter die schweizerisch-deutsche Landesgrenze überschreiten als heute. Auch die grenzüberscheitenden Kooperationen in Forschung und Entwicklung werden weiter zunehmen wie auch der unterneh-mensnahe Dienstleistungsverkehr, der heute schon über 30 % des Handelsvolumens erreicht.

Die enge Wirtschaftspartnerschaft und die Zusammenarbeit in Forschung und Entwicklung erweisen sich als stabilisierender und stärkender Faktor für beide Wirtschaftsstandorte im zunehmenden internationalen Wettbewerb mit den neuen Märkten.

Steigerung der deutschen Direktinvestitionen

Während sich im Jahr 2012 die Schweizer Direktinvestitionen in Deutschland im Normalbereich bewegten, stiegen die Direktinvestitionen der deutschen Unternehmen in der Schweiz deutlich an.

Die deutschen Direktinvestitionen in der Schweiz verzeichneten 2012 per Saldo ein Wachstum in Höhe von 3,2 Mrd. Euro. Der Wert bewegte sich, im Gegensatz zum Wachstum von 1,6 Mrd. Euro im Vorjahr, in einer bemerkenswerten Grössenordnung. Dagegen lag das Wachstum der Schweizer Direktinvestitionen eher niedrig bei einer Höhe von 970 Mio. Euro, nachdem sie im Vorjahr um 4,9 Mrd. Euro gestiegen waren.

Der starke Anstieg der deutschen Direktinvestitionen kann einerseits mit der stabilen wirtschaftlichen Konjunktur in der Schweiz erklärt werden. Andererseits sind die Direktinvestitionen grösstenteils Unternehmensbeteiligungen, die einer Stärkung der Marktposition dienen und die Absatzchancen erhöhen. Weitere Argumente für eine Unternehmensgründung oder -beteiligung in der Schweiz bleiben bei den meisten Unternehmen die moderaten Unternehmenssteuern, die effiziente Organisation administrativer Prozesse, der flexible Arbeitsmarkt sowie die hohe Arbeitsproduktivität bei niedrigen Lohnnebenkosten.

Das vergleichsweise geringe Engagement Schweizer Unternehmen in Deutschland ist einerseits im Zusammenhang mit der anhaltenden Staatsschuldenkrise im Euro-Raum zu sehen, die von einer nachhaltigen Konjunkturschwäche begleitet wird. Andererseits lässt sie eine Kompen-sationsstrategie Schweizer Unternehmen erkennen, die infolge des hohen Frankenkurses verfolgt wird. So orientieren sich Schweizer Unternehmen zunehmend Richtung Asien und Amerika. <<

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