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Aussenhandel Schweiz betreibt weniger Handel mit Deutschland

| Redakteur: lic.rer.publ. Susanne Reinshagen

An der Jahrespressekonferenz der Handelskammer Deutschland-Schweiz wurde Bilanz gezogen über den Handel zwischen den Nachbarländern. Zusammengefasst kann gesagt werden, dass der Handel mit Deutschland im vergangenen Jahr stark abgenommen hat. Mit 94,0 Mrd. CHF lag das Handelsvolumen Deutschland-Schweiz 2012 näher am 2009-er Tiefststand (89,1 Mrd. CHF) als dem Höchststand von 2008 (106,6 Mrd. CHF).

Der Handel zwischen der Schweiz und Deutschland hat 2012 markant abgenommen.
Der Handel zwischen der Schweiz und Deutschland hat 2012 markant abgenommen.
(Bild: PHOTOPRESS/Martin Ruetsch)

Die Eintrübung der konjunkturellen Perspektiven der Weltwirtschaft, die globale Gewichtsverlagerung in Richtung Asien und emerging markets, die internationale Schuldenkrise sowie die Verwerfungen der Wechselkursrelationen sind für die Wirtschaftsbeziehungen zwischen Deutschland und der Schweiz nicht ohne Auswirkungen geblieben. Das Handelsvolumen im Jahr 2012 in Höhe von 94 Mrd. CHF fiel gegenüber dem Vorjahr um 4,4 Mrd. CHF zurück.

Exporte stabil, Importe abgenommen

Während die Schweizer Exporte nach Deutschland mit 0,1 praktisch stagnierten, sanken die Einkäufe aus Deutschland deutlich um 7,6 %. Damit verliert Deutschland spürbar Marktanteile und kommt auf 30,6 % aller Schweizer Importe auf dem Weltmarkt. Im Vorjahr hatte der Marktanteil noch bei 33,5 % gelegen. Merklich zulegen konnten dagegen Länder wie China (+63,2 %), USA (+17,1 %), Spanien (+21,0 %) sowie die Schwellen- und Transformationsländer insgesamt mit Steigerungsraten bei den Importen von über 25 %.

Weniger Handel mit Maschinen und Anlagen

Besonders betroffen von dem Rückgang der Importe aus Deutschland waren die Lieferanten von Maschinen und Anlagen sowie der Elektroindustrie. In dieser Warengruppe war ein starkes Minus von fast 18 % zu verzeichnen. Auch die weiteren wichtigsten Warengruppen des Handelsaustausches zwischen Deutschland und der Schweiz, wie Produkte der Chemisch-Pharmazeutischen Industrie (-5,3 %) sowie Metallwaren (-7,1 %) konnten sich der negativen Entwicklung nicht entziehen.

Auch der Schweizer Export nach Deutschland im Bereich der Maschinen, Anlagen und Elektronik (-6,1 %) sowie im Bereich der Metallwaren (-6,8 %) zeigte 2012 eine rückläufige Entwicklung. Dank des guten Abschneidens der Exporte von Produkten der Chemisch-Pharmazeutischen Industrie (+ 4,3 %) und der Warengruppe Präzisionsinstrumente und Uhren (6,4 %) sowie der Energieträger (12,8 %), hauptsächlich Stromexporte, konnte der Schweizer Export nach Deutschland gerade noch auf Vorjahresniveau gehalten werden.

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