SMM: Neues Layout Schweizer Maschinenmarkt in neuem Gewand

Redakteur: Sergio Caré

Wer wie der Schweizer Maschinenmarkt schon 116 Jahre auf dem Buckel hat, kann vieles berichten und hat gelegentlich einen neuen Anzug verdient. Jetzt ist es wieder so weit und wir schauen auf eine schöne Zeit zurück, um am Ende den Blick nach vorne zu richten. Kommen Sie mit auf eine Zeitreise.

Titelbild 1924
Titelbild 1924
( SMM)

Während im Jahre 1900 Millionen von Besuchern den 324 Meter hohen Eisenfachwerkturm des Gustave Eiffel an der legendären Pariser Weltausstellung feierten, gründete Friedrich Lutz zeitgleich in Zürich den «Schweizer Maschinenmarkt» (SMM). Es sollte ein «Anzeiger für die Maschinen-, Werkzeug- und Eisenwarenindustrie» werden. So war der SMM anfänglich als reines Offertenblatt mit Anzeigen gefüllt, obwohl zu jener Zeit das Schalten von Werbung verpönt war. Die Auflage betrug 2000 Exemplare und jede Poststelle nahm Bestellungen für Abonnements und Aufträge für Annoncen entgegen.

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Der SMM wollte ein Bindeglied sein zwischen den verschiedenen schweizerischen gewerblichen Unternehmen sowie Klein- und Grossbetrieben, aber auch Werbemittel sein für die erzeugten schweizerischen Qualitätsprodukte wie Maschinen, Werkzeug, Geräte und Einrichtungen, Hilfsmaschinen und ähnliche Fabrikationszubehörteile. Dass der Arbeitsschutz bereits Anfang des 20. Jahrhunderts Thema war, zeigt das Titelblatt von 1914. Im Leitartikel «Schutzvorrichtung für Pressen» von C. Krügner stand denn auch: «Die unabweisbare Notwendigkeit, dem gewerblichen Arbeiter bei seiner Tätigkeit Schutz gegen leibliche Schädigung zu gewähren, hat schon frühzeitig die gesetzgebenden Körperschaften der meisten Kulturstaaten zu bestimmten Forderungen für die Ingebrauchnahme von Schutzvorrichtungen bewogen.» Aber auch andere Themen wie Testberichte fanden schon früh Einzug in den SMM. So zum Beispiel der Artikel im Jahre 1940 über «Taucharbeiten bei Bergung von Wracks durch Hebekörper» des 1889 gegründeten Drägerwerks Lübeck. Die Firma gibt es noch heute. Es ist der Konzern Dräger, der Geräte und Systeme in den Bereichen Medizin-, Sicherheits- und Tauchtechnik herstellt.

1930 übernimmt Carl Gustav Vogel

1930 wechselt der SMM den Besitzer. Carl Gustav Vogel gründete kurz vorher die Aktiengesellschaft für Verlag und Druckerei (AVD), kaufte darauf den SMM und übernimmt als Verleger und Geschäftsführer von 1930 bis 1945 die Zügel des «Schweizer Maschinenmarktes». Als eine der ersten Amtshandlungen verlegt Vogel das Firmendomizil des SMM von Zürich nach Goldach, im Kanton St. Gallen, ans Ufer des beschaulichen Bodensees. Vogel war ein Verleger von internationalem Format, der bereits in Deutschland, Österreich, Ungarn und der Tschechoslowakei Zeitschriften herausgab. Er führte das Wechselversandsystem ein – im Austausch gegen Adressen erhielten die Kunden Gratisexemplare vom SMM. Dadurch stieg die Auflage von 10 000 auf 50 000 Exemplare und der SMM wird dadurch zur «verbreitetsten Fachzeitschrift der Schweiz». Die Zeitschrift erscheint nun wöchentlich. 1933 wird in französischer Sprache der Marché Suisse des Machines (MSM) für die Romandie lanciert. Inhaltlich tischt der SMM seiner Leserschaft auch mal schwere Kost auf. 1944 erscheint «Die Berechnung der Differential- oder Ausgleichgetriebe», ein mit Formeln gespickter Artikel für den technisch ambitionierten Abonnenten.

Dem Erfolg des SMM tat das Hinscheiden von Vogel 1945 keinen Abbruch. Im Gegenteil: Der Verband galvanischer Anstalten der Schweiz wählt den SMM als Verbandsorgan. Ab 1947 gab es zu jedem Magazin eine monatliche Beilage zum Thema Oberflächentechnik. 1948 kam die Beilage «Kunststoffe in der Technik» und 1952 «Luft-Klima-Wärme-Staubtechnik» hinzu. Viele weitere Fachbeilagen folgten, die später als feste Bestandteile des SMM in das Magazin eingebunden wurden. Redaktioneller Hauptbestandteil damals wie heute waren die Themen Fertigung, Werkzeugmaschinen und Betriebstechnik. 1953 erscheint der SMM zum ersten Mal mit zweifarbigem Titelblatt (siehe Titelbild 1954). Zwei Jahre später wird das Jahresmagazin «Revue» lanciert. Es erhält einen festen Platz als Nachschlagewerk der schweizerischen Maschinenindustrie. Die Nachfolgerin der «Revue» gibt es übrigens auch heute noch und sie heisst «SMM MSM Guide». Bereits zehn Jahre später erschien das Titelblatt des SMM übrigens komplett in Farbe (siehe Titelbild 1964) – damals noch in Monochrom.

Trennung von Redaktion und Druckerei

1972 erfolgt die organisatorische Trennung von Redaktion und Druckerei in zwei Schwesterfirmen. Der SMM wird in die «Fachpresse Goldach, Hudson und Co» integriert und die Druckerei bleibt bei der AVD. Auch das Layout ändert sich zu jener Zeit markant. Der altbackene Schriftzug muss dem modernen serifenlosen Schriftzug «Schweizer Maschinenmarkt» weichen. Die Bilder und Grafiken werden über das gesamte Titelblatt abgebildet und durch professionellen Fotografen inszeniert und erstellt. 1980 ist für die AVD ein Jubeljahr. Der SMM gratuliert zum 50-jährigen Bestehen und feiert natürlich mit (siehe Titelbild 1980). Durch den Rollenoffsetdruck erhält der SMM nun sein endgültiges farbiges Erscheinungsbild. Die Fotos werden in «true color» (farbecht) gedruckt.

1997 erfolgt nach der organisatorischen auch die räumliche Trennung zwischen AVD und der Fachpresse Goldach. Der SMM zieht vom Bodensee in die grösste Metropole der Schweiz wieder an seinen Gründungsort Zürich. Der Technopark in Zürich wird zur neuen Heimat und mit dem Umzug ändert sich auch die Firmenbezeichnung zu «Fachpresse Zürich AG». Wieder ändert der SMM sein Layout: Im Jahr 2000 erscheint das Magazin im neuen Kleid. Übersichtlicher Themenaufbau und verschiedene Layoutmerkmale erleichterten nun ein schnelles, zielgerichtetes Finden der gesuchten Informationen. Dafür weichen die seitengrossen Bilder wieder – «Form Follows Function», die Form folgt der Funktion also. Der SMM lanciert zum ersten Mal das Kürzel (SMM) und nimmt den Slogan «Wissen. Innovation. Fortschritt» in sein Logo auf (siehe Titelbild 1995). Zu jener Zeit war es «in», einen Punkt irgendwo im Logo zu haben. Darum hielt sich dieser Slogan nur kurz. Im Jahr 2000 kommt das im Logo typische Schweizer Rot hinzu. Die Buchstaben erhalten zudem einen Schatten, der sich bis ins Jahr 2016 retten wird (siehe Titelbilder ab 2002). Neu ausserdem der Slogan «Die Industriezeitschrift für die Praxis».

Digitales Zeitalter

Dass das digitale Zeitalter nicht vor dem «Schweizer Maschinenmarkt» halt machen wird, musste dem damaligen Chefredakteur Christian Keller klar gewesen sein. 1998 lancierte der SMM die Website «maschinenmarkt.ch». Das Heft ist weiterhin Zugpferd des Verlages und im neuen Jahrtausend wird neben SMM auch «Schweizer Maschinenmarkt» und der Slogan fixer Bestandteil des Titelblattes. 2007 wechselt die Redaktion vom Technopark in Zürich an den schönen «Zürisee» nach Thalwil in dessen alte Färberei. Zu dieser Zeit wird die Zusammenarbeit mit dem Mutterhaus Vogel Business Media AG und dem deutschen Maschinenmarkt enger.

Und heute? Heute ist der «Schweizer Maschinenmarkt» 116 Jahre und bekommt einen neuen Anzug. Beinahe alle Magazine der Maschinenmarktfamilie erhalten ein gleiches Layout. Die Marke soll weltweit einheitlich auftreten. Für die durchschnittlich 38 000 Leser pro Ausgabe (ohne MSM) ändert sich an den Themen nichts. Auch der Webauftritt «smm.ch» soll erneuert werden, denn dort steigen die Besucherzahlen jährlich (rund 1 Mio. Page Impressions). Es lohnt sich also, auch dort hin und wieder einen Blick reinzuwerfen.

Neues internationales Layout

Der SMM und MSM sind ein bedeutendes Standbein der seit Jahrzehnten vorangetriebenen Maschinenmarkt-Internationalisierung des Würzburger Vogel-Mutterhauses. SMM und MSM gehören zu insgesamt zwölf internationalen MM-Titeln: MM-China, MM-Indien, MM-Korea, MM-Österreich, MM-Polen, MM-Thailand, MM-Tschechische Republik, MM-Türkei, MM-Ungarn und MM-Deutschland. Haben Sie mitgezählt? Richtig, zwei fehlen noch: Die Schweiz ist das einzige Land mit zwei MM-Titeln. Sie macht mit dem SMM und MSM das Dutzend voll. Mit der verstärkten Internationalisierung geht auch ein Trend in die Richtung eines einheitlichen internationalen Auftritts. Die alten Herren SMM und MSM werden mit ihrem neuen Anzug deutlich jünger und moderner und bringen das hoffentlich auch inhaltlich zur Geltung. SMM

Autor: Sergio Caré

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