Neugründungen in der Schweiz Schweizer Neugründungszahlen auf Rekordhöhe

Quelle: IFJ Institut für Jungunternehmen AG 4 min Lesedauer

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Im ersten Halbjahr im Jahr 2024 wurden in der Schweiz 27 109 Neugründungen verzeichnet, was einem Wachstum von +2.1 Prozent gegenüber der Vorjahresperiode entspricht. Das zeigt die aktuelle Studie «Nationale Analyse Schweizer Firmengründungen 1. Halbjahr 2024» der IFJ Institut für Jungunternehmen AG. Im Rahmen der Studie wurde zudem, basierend auf den Zahlen des Jahres 2023, analysiert, wie es um die Schweizer Gründungsaktivität im Vergleich zu unseren Nachbarländern steht. Das Resultat: Mit 5.8 Firmengründungen pro 1000 Einwohner/innen liegt die Schweiz unter dem Durchschnitt der sechs Länder.

Das 1. Halbjahr 2024 verzeichnet mit 27 109 Neugründungen einen neuen Rekordwert. Die Anzahl liegt mit +17.1 Prozent deutlich über dem Durchschnitt der letzten 10 ersten Halbjahre.(Bild:  IFJ Institut für Jungunternehmen)
Das 1. Halbjahr 2024 verzeichnet mit 27 109 Neugründungen einen neuen Rekordwert. Die Anzahl liegt mit +17.1 Prozent deutlich über dem Durchschnitt der letzten 10 ersten Halbjahre.
(Bild: IFJ Institut für Jungunternehmen)

Die aktuelle Studie «Nationale Analyse Schweizer Firmengründungen 1. Halbjahr 2024» der IFJ Institut für Jungunternehmen AG stimmt positiv, was die Anzahl der Neugründungen des ersten Halbjahres 2024 betrifft: Mit 27 109 Firmengründungen wurde ein Wachstum von +2.1 Prozent im Vergleich zum Vorjahr registriert. Das entspricht einem Durchschnitt von 149 Firmen täglich.

Im Durchschnitt wurden in den letzten 10 Jahren 23 142 neue Firmen pro erstes Halbjahr eingetragen. Das 1. Halbjahr 2024 verzeichnet das höchste Niveau und liegt mit +17.1 Prozent signifikant höher als der Durchschnitt der letzten 10 ersten Halbjahre.

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Der Trend zur Selbständigkeit sei noch immer stark spürbar. Und dies aus guten Gründen: Die Schweiz als Wirtschaftsstandort ist u.a. aufgrund seiner guten Infrastruktur und staatlichen Förderungsprogrammen sowie der tiefen Unternehmenssteuern attraktiv für Gründer/innen. Innovation wird gefördert, das bestätigt auch der Global Innovation Index. Im Jahr 2023 hat die Schweiz zum 13. Mal den ersten Platz belegt. Die Schweiz verfügt über eine qualitativ hochstehende Technologie-Startup-Szene und die nationale Entwicklung stimmt positiv. «Ein erneuter Schweizer Gründungsrekord im Jahr 2024 ist demnach nicht auszuschliessen», bestätigt auch der Co-Geschäftsführer des IFJ, Simon May.

Gründungs-Wachstum in fast allen Regionen

Im ersten Halbjahr 2024 sind die Südwestschweiz (+5.4 Prozent), die Ostschweiz (+2.8 Prozent), die Zentralschweiz (+2.7 Prozent) und die Nordwestschweiz (+1.4 Prozent) die Grossregionen mit dem stärksten Zuwachs. Nur ein knappes Wachstum ist in der Region Zürich (+1.1 Prozent) festzustellen. Ein leichter Rückgang ist in der Region Espace Mittelland (-0.4 Prozent) und im Tessin (-1.6 Prozent) festzustellen.

In 16 Kantonen konnte die Anzahl Neugründungen in den ersten sechs Monaten 2024 gegenüber der Vorjahresperiode gesteigert werden. Dies sind aktuell die Kantone mit einem Wachstum an Schweizer Firmengründungen:

  • Appenzell Ausserrhoden (+17.4 Prozent)
  • Appenzell Innerrhoden (+14.8 Prozent),
  • Waadt (+12.8 Prozent)
  • Uri (+10.4 Prozent)
  • Wallis (+8.6 Prozent)
  • Glarus (+6.4 Prozent)
  • Zug (+6.2 Prozent)
  • Thurgau (+4.8 Prozent)
  • St. Gallen (+4.1 Prozent)
  • Aargau (+2.9 Prozent)
  • Schwyz (+1.1 Prozent)
  • Zürich (+1.1 Prozent)
  • Obwalden (+1.0 Prozent)
  • Neuenburg (+0.9 Prozent),
  • Freiburg (+0.7 Prozent)
  • Basel-Stadt (+0.3 Prozent)

Die Kantone mit nur leichten prozentualen Einbussen sind:

  • Luzern (-0.5 Prozent)
  • Jura (-0.5 Prozent)
  • Bern (-0.6 Prozent),
  • Nidwalden (-1.2 Prozent)
  • Graubünden (-1.3 Prozent)
  • Basel-Landschaft (-1.3 Prozent)
  • Tessin (-1.6 Prozent)
  • Solothurn (-2.1 Prozent)
  • und Genf (-5.1 Prozent).

Der stärkste prozentuale Rückgang an Firmengründungen wurde im Handelsregisteramts des Kanton Schaffhausen (-15.1 Prozent) registriert.

Die Schweiz im internationalen Vergleich zu ihren Nachbarländern

Richtet man den Blick über die Grenzen auf unsere Nachbarländer, zeigt sich für Viele ein erstaunliches und noch nicht bekanntes Bild. Die Schweiz hinkt bei der Anzahl Firmengründungen pro 1000 Einwohner/innen hinterher und belegt mit 5.8 vor Österreich und Italien den drittletzten Platz der untersuchten Länder. Als Gewinner geht Liechtenstein mit 28.73 Firmen pro 1000 Einwohner/innen hervor. Die Gründe welche zu diesem Ranking führen sind mannigfaltig: Von strukturellen Unterschieden, finanziellen Anreizen, Eintragungspflicht, Bürokratie bis zu staatlichen Förderprogrammen.

Eine weitere Herausforderung für die Anzahl Firmengründungen in der Schweiz sind der nationale und internationale hohe Wettbewerbsdruck. Der Schweizer Markt ist im Vergleich klein, mehrsprachig und hart umkämpft durch etablierte Unternehmen mit starken Positionierungen. Weiter ist zu beachten, dass die Statistik auf die Neueintragungen fokussiert und dies keine Bewertung zur Nachhaltigkeit der Unternehmen beinhaltet; in der Schweiz ist die Überlebensrate von Unternehmen relativ hoch, was oft nicht bekannt ist.

Top- & Flop-Branchen

Zu den top Wachstumsbranchen im laufenden Jahr gehören Hightech (+61.1 Prozent), Architektur & Ingenieurwesen (+33.9 Prozent) sowie Marketing & Kommunikation (+30.9 Prozent). Die höchsten prozentualen Rückgänge verzeichnen die Branchen Grosshandel (-19.4 Prozent), Gesundheitswesen (-19.5 Prozent) sowie Druck & Verlag (-36.0 Prozent). Am meisten Firmen werden in den Branchen Handwerk, Beratung, Immobilienwesen und im Detailhandel gegründet.

Die Schweiz ist und bleibt attraktiv für Gründer/innen

Trotz globaler Herausforderungen und wirtschaftlicher Unsicherheiten verzeichnet die Schweiz im ersten Halbjahr 2024 eine positive Entwicklung bei der Anzahl neuer Firmengründungen. Und bestätigt damit weiterhin ihre Attraktivität als Wirtschaftsstandort für Gründer/innen und Startups. Der internationale Vergleich zeigt auf, dass das Thema der selbständigen Erwerbstätigkeit wichtiger geworden ist und es heute dafür viel Anerkennung gibt. Mit dem Aufwärtstrend bei den Neugründungen ist die Schweiz auf bestem Weg.

Simon May, Co-Geschäftsführer des IFJ dazu: «Der erstmalige Vergleich mit den an die Schweiz angrenzenden Ländern zeigt, dass bei der Anzahl Firmengründungen durchaus noch Potential vorhanden ist. Gepaart mit den positiven wirtschaftlichen Entwicklungen, dem global führenden Innovationsplatz, unserer offenen Volkswirtschaft, der guten Infrastruktur, einem starken Bildungssystem, attraktiven Steuern und unserem stabilen politischen System ist die Schweiz mehr denn je ein attraktiver Standort, um seine unternehmerischen Ideen und Träume mit einer eigenen Firma umzusetzen.

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Die Zusammenarbeit zwischen der öffentlichen Hand und Wirtschaftsakteuren ist enorm wichtig, um das Unternehmertum weiterhin zu unterstützen und das Wachstum der Gründer/innen-Szene langfristig zu fördern. Denn Unternehmensgründungen spielen eine wichtige Rolle bei der Schaffung neuer Arbeitsplätze und tragen zur wirtschaftlichen Vielfalt und Widerstandsfähigkeit bei. Durch die Förderung des Unternehmertums wird die Schweiz auch in Zukunft eine treibende Kraft für wirtschaftliches Wachstum und technologischen Fortschritt sein.»

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