Auf leistungsfähigen Pressen wirtschaftlich, genau und produktiv zu stanzen, erfordert hochwertige Führungen. Agathon bietet ausgereifte Konzepte für modulare Mittenbund-Führungssäulen. Mit optimierten Wälzführungen individuell kombinierte Säulen und Buchsen gewährleisten über lange Zeit höchste Präzision.
Um unterschiedliche tribologische Belastungen aus kurzen und längeren Wälzbewegungen in ihren oberen und unteren Segmenten zu bewältigen, bestehen die Mittenbundsäulen von Agathon aus dem bis 64 HRC harten Wälzlagerstahl 100Cr6.
(Bild: Agathon)
Hochproduktive Stanzwerkzeuge erfordern einen ausgeklügelten Aufbau. Konstrukteure können dafür die innovativen Führungselemente von Agathon nutzen. Diese vereinfachen die Konstruktion. Sie überzeugen durch ihren kompakten Aufbau und erweisen sich als besonders genau und steif.
Zunehmend präzise Stanzteile gefragt
Aufgrund fortschreitender Miniaturisierung und Digitalisierung wächst der Bedarf an kleinen und kleinsten Bauteilen für die Elektronik und für elektrische Verbindungen. Deshalb sind aus 0,05 bis 3 mm dünnen Blechen äusserst genau und hochproduktiv grosse Mengen an Präzisionsteilen zu stanzen. Das erfordert Werkzeuge, die meist nur 2 bis 3 µm schmale oder sogar nahezu keine Schnittspalte haben. Diese arbeiten allerdings nur zuverlässig bei hochgenau und steif geführten Platten. Zudem sind häufiger harte Bleche zu stanzen. Auch dies erfordert exakt und steif geführte Werkzeugplatten.
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Mittenbundsäulen vorteilhaft
Für solche Anwendungen eignen sich besonders Mittenbundsäulen. Diese werden mittig an der Führungsplatte befestigt. Das halbiert die freie Säulenlänge. So sind die beiden Hälften der Säule deutlich steifer als eine durchgehende Säule. Wegen der hohen Fertigungsqualität der Bundstirnfläche stehen die Mittenbundsäulen exakt rechtwinklig zu den Platten. So wird der Stempel zur Matrize präzise und äusserst steif geführt. Zusätzlich kann ein Rollenwälzkörper die Genauigkeit und die Steifigkeit verbessern.
Spezielle Forderungen an die Wälzführung
Beim Stanzen bewegen sich die obere und die untere Werkzeughälfte unterschiedlich. Der Stempel bewegt sich nur wenige Zehntelmillimeter zur Führungsplatte und wieder zurück. Das reicht aus, um das dünne Blech zu stanzen und zuverlässig zu trennen. Somit führt die obere Führung nur eine «Wippbewegung» aus. Die Wälzkörper bewegen sich nur minimal. Die untere Führung muss dagegen einen weitaus grösseren Weg zurücklegen. Sie führt die Führungsplatte mit dem Stempel zur Matrize. Um das Blechband vorschieben zu können, bewegt sich die Führungsplatte auf der unteren Führung beim Öffnen des Stanzwerkzeugs um einen grossen Hubweg. Folglich wälzen die Wälzkörper der Rollenführung mehrfach ab. Diese beiden sehr unterschiedlichen tribologischen Belastungen der Säulen sind nur mit speziellen Werkstoffen zu bewältigen. Geeignet sind harte, verschleissbeständige Werkstoffe. Deshalb bestehen die Mittenbund-Führungssäulen von Agathon aus dem Wälzlagerstahl 100Cr6, der 62 bis 64 HRC hart ist. Er ist ermüdungsarm und bewältigt problemlos die unterschiedlichen Wälzbeanspruchungen.
Als Standard oder individuell einbaufertig
Oft werden die Mittenbundsäulen in modular aufgebauten Folgeverbundwerkzeugen eingesetzt. In den schwimmend im Säulengestell eingebauten Modulen übernehmen die Säulen die wichtige primäre Führung und die Zentrierung von Führungsplatte, Stempel und Matrize. Somit ist ihre Genauigkeit entscheidend für die Qualität der komplexen, gestanzten Bauteile. Dies gilt auch für das Feinschneiden. Aus bis 6 mm dicken Blechen werden dabei Präzisionsteile gestanzt. Die Qualität der Bauteile wird anhand des Grats beurteilt. Um möglichst gratfrei zu fertigen, ist ein minimaler, gegen 0 gehender Schnittspalt erforderlich. Auch dabei haben die Mittenbundsäulen Vorteile. Agathon fertigt diese Säulen häufig exakt nach Angaben der Werkzeugbauer, als Option auch mit gehärteten Säulenenden. Sie sind dann ohne Nacharbeit einbaufertig. Zum Programm gehören die drei Normreihen 6550/1, 6560 und 6580. Es gibt Säulen mit 10 bis 50 mm Durchmesser. Es stehen auch Varianten mit Abmessungen entsprechend Werksnormen unterschiedlicher Werkzeugbauer zur Verfügung. Kleine Säulen der Normreihe 6550/1 werden mit einer präzisen und leichten Presspassung ohne weitere Verbindungselemente in die Führungsplatte eingesetzt. Bei Säulen der Normreihe 6560 sorgt ein gut dimensionierter Bund dafür, dass die Säulen rechtwinklig auf der Führungsplatte stehen. Über ihn werden die Säulen mit Schrauben an der Platte befestigt. Säulen der Normreihe 6580 werden mit ihren konischen Enden in die Platten eingesetzt. Sie sind vorteilhaft, um einen raschen Ein- und Ausbau beispielsweise zum Warten und Instandsetzen von Werkzeugen zu verwirklichen. - kmu - SMM
Stand vom 30.10.2020
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