Siemens und Caphenia Produktion von synthetischem Flugkraftstoff skalieren

Quelle: Pressemitteilung 2 min Lesedauer

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Siemens und das Cleantech-Unternehmen Caphenia haben eine Partnerschaft geschlossen, um die Produktion von Sustainable Aviation Fuel (SAF) zu skalieren.

Caphenias Plasma-Boudouard-Reaktor im Industriepark Frankfurt-Höchst.(Bild:  Siemens)
Caphenias Plasma-Boudouard-Reaktor im Industriepark Frankfurt-Höchst.
(Bild: Siemens)

SAF ist ein synthetisches Kerosin aus erneuerbaren Rohstoffen, das die CO₂-Emissionen im Vergleich zu fossilem Kerosin um bis zu 80 Prozent reduzieren kann.

Die Caphenia-Technologie nutzt ein Plasma-Verfahren, um Bio-Methan bei Temperaturen von rund 1500 °C in Synthesegas zu spalten. Der Plasma-Boudouard-Reaktor (PBR) von Caphenia ist ein weltweit einzigartiger 3-in-1-Zonenreaktor, der drei etablierte chemische Reaktionen in einem System integriert. Das entstehende Synthesegas lässt sich anschliessend zu SAF, erneuerbarem Diesel oder chemischen Produkten weiterverarbeiten – ohne Nebenprodukte und mit minimalen Energieverlusten.

Ein zentraler Vorteil: Die beim Abkühlen des Synthesegases freigesetzte Wärme wird zur Vorwärmung des einströmenden Bio-Methans genutzt. Das Ergebnis ist ein Wirkungsgrad des Verfahrens von mehr als 86 Prozent. Damit ist eine deutlich höhere Energieeffizienz möglich als mit herkömmlichen Verfahren.

Digitalisierung als Schlüssel zur Skalierung

Siemens und Caphenia unterzeichnen den Partnerschaftsvertrag. V. l. n. r.: Nicky Ahnert, Jürgen Giegerich, Frank Knauf (alle Siemens), 
Dr. Mark Misselhorn, 
Dr. Andreas Waibel 
(beide Caphenia).(Bild:  Siemens)
Siemens und Caphenia unterzeichnen den Partnerschaftsvertrag. V. l. n. r.: Nicky Ahnert, Jürgen Giegerich, Frank Knauf (alle Siemens), 
Dr. Mark Misselhorn, 
Dr. Andreas Waibel 
(beide Caphenia).
(Bild: Siemens)

Im Rahmen der Vereinbarung wird Siemens bevorzugter Lieferant und Technologiepartner von Caphenia und bietet umfassende Lösungen aus seinem Siemens-«Xcelerator»-Portfolio an, darunter Prozessleitsysteme, Antriebstechnik, Messtechnik und Software für Prozesssimulation. Mithilfe digitaler Zwillinge wird es möglich sein, Betriebsparameter bereits vor der physischen Inbetriebnahme zu optimieren und Prozesse über verschiedene Standorte hinweg konsistent zu führen.

Siemens unterstützt Caphenia von der Pilotanlage im Industriepark Höchst (Frankfurt) bis hin zur kommerziellen Skalierung. Das Ziel besteht darin, ein standardisiertes Automatisierungs- und Digitalisierungs-Template für Caphenias PBR zu entwickeln, das modular skalierbar ist und an unterschiedliche Standorte angepasst werden kann. Dies soll in den kommenden Jahren den Rollout neuer Anlagen beschleunigen und die Inbetriebnahmezeit deutlich verkürzen.

«Die Dekarbonisierung der Luftfahrt ist ohne synthetische Kraftstoffe nicht zu erreichen. Die Nachfrage nach SAF steigt exponentiell, aber die Produktionskapazitäten müssen dringend skaliert werden», sagt Christian Gückel, Head of Vertical Chemicals bei Siemens Digital Industries. «Genau hier setzen wir an: Mit unseren Lösungen für Digitalisierung und Automatisierung machen wir die Caphenia-Technologie industriell reproduzierbar und beschleunigen so den weltweiten Markthochlauf.»

«Diese Partnerschaft zeigt, wie Technologieführer gemeinsam die Energiewende vorantreiben. Siemens bringt das Portfolio und die Expertise mit, um unsere Anlagen zu standardisieren und zu digitalisieren. Aber der echte Punkt ist: Der Markt für nachhaltige Flugkraftstoffe wird nicht gleichmässig wachsen – er wird sich aufteilen. Wer schnell skaliert, wer ‹industrial-ready› ist, wer die richtigen Partner hat, der führt. Gemeinsam schaffen wir nicht nur die Grundlage für den internationalen Hochlauf unserer PBR-Technologie – wir wollen ihn anführen», sagt Dr. Mark Misselhorn, Founder und CEO von Caphenia.

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