Rekord-Rotor

Siemens: Produktion und Montage des 154 Meter grossen Rotors

| Redakteur: Matthias Vogel

Die erste Serie der 6-MW-Windturbine wird mit dem erprobten Rotorblatt B58 ausgestattet. Siemens stellt die Rotorblätter mit dem patentierten IntegralBlade-Verfahren aus einem Guss und ohne Naht- und Klebestellen her. Der Rotordurchmesser des Prototyps beträgt 120 Meter.​
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Die erste Serie der 6-MW-Windturbine wird mit dem erprobten Rotorblatt B58 ausgestattet. Siemens stellt die Rotorblätter mit dem patentierten IntegralBlade-Verfahren aus einem Guss und ohne Naht- und Klebestellen her. Der Rotordurchmesser des Prototyps beträgt 120 Meter.​ (Bild: Siemens)

Siemens produziert das B75-Rotorblatt in dem patentierten IntegralBlade-Verfahren, bei dem das gesamte Blatt in einem Guss aus Glasfaser verstärktem Epoxydharz und Balsaholz hergestellt wird. Dadurch hat der Flügel weder Nähte noch Klebestellen und ist extrem robust. Maschinenhäuser, Türme und Fundamente können weniger schwer ausgelegt werden, und die Kosten für die Anlage sind im Vergleich geringer.

Siemens hat die weltweit längsten Rotorblätter für Windturbinen hergestellt. Mit 75 Metern Länge haben sie fast die Spannweite eines Airbus A380. Ab Herbst werden die Rotorblätter des Typs B75 an einem Prototyp der Sechs-Megawatt-Offshore-Windkraftanlage in der Teststation in Østerild in Dänemark installiert. Der Rotor überstreicht mit 18 600 Quadratmetern eine Fläche von zweieinhalb Fussballfeldern. Die Blattspitze rotiert mit einer maximalen Geschwindigkeit von bis zu 80 Metern pro Sekunde. Dies entspricht 290 Kilometern pro Stunde. Möglich wurde der Riesenrotor durch spezielle Technologien, die es erlauben, extrem stabile und gleichzeitig leichte Konstruktionen herzustellen.

Patentiertes IntegralBlade-Verfahren

Siemens produziert das B75-Rotorblatt in dem patentierten IntegralBlade-Verfahren, bei dem das gesamte Blatt in einem Guss aus Glasfaser verstärktem Epoxydharz und Balsaholz hergestellt wird. Dadurch hat der Flügel weder Nähte noch Klebestellen und ist extrem robust. Der 154 Meter grosse Rotor muss riesigen Luftmassen standhalten: Bei Windgeschwindigkeiten von zehn Metern pro Sekunde fängt er pro Sekunde die Energie aus 200 Tonnen Luft ein. Die ebenfalls patentierte QuantumBlade-Technologie sorgt dafür, dass das Rotorblatt im Vergleich zu konventionellen Herstellungsmethoden bis zu 20 Prozent leichter ist.

Speziell gestaltete Blattprofile

Maschinenhäuser, Türme und Fundamente können weniger schwer ausgelegt werden, und die Kosten für die Anlage sind im Vergleich geringer. Erreicht wird die hohe Gewichtsreduktion durch speziell gestaltete Blattprofile. Sie sind ausserdem so ausgelegt, dass die Rotoren bei verschiedenen Windgeschwindigkeiten optimale Leistung bringen.

Umweltportfolio: Umsatz von rund 30 Milliarden Euro

Siemens stellt seit 30 Jahren Windkraftanlagen her. In dieser Zeit hat sich die Technik von 30-Kilowatt-Turbinen mit fünf Meter langen Rotorblättern auf Sechs-Megawatt-Anlagen gesteigert. Die ersten beiden Sechs-Megawatt-Turbinen dieses Typs - ausgestattet mit den etablierten 60 Meter langen Rotorblättern - werden im Windpark Gunfleet Sands vor Englands Südküste installiert und getestet. Der dänische Versorger Dong will in den nächsten Jahren 300 getriebelose Windturbinen von Siemens mit dem längsten Rotorblatt vor der Küste Grossbritanniens installieren. Windenergieanlagen sind Teil des Siemens-Umweltportfolios, mit dem das Unternehmen im Geschäftsjahr 2011 einen Umsatz von rund 30 Milliarden Euro erzielte.

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