Solarenergie Siemens verzichtet auf Solarenergie

Autor / Redakteur: Stéphane Itasse / Frank Jablonski

Die Siemens AG, München, will sich bei erneuerbaren Energien künftig auf Wind- und Wasserkraft konzentrieren. Im Zuge des angekündigten Unternehmensprogramms 2014 führt der Konzern laut eigener Mitteilung vom Montag bereits Gespräche mit Interessenten zum Verkauf seiner Solargeschäfte.

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„Ohne uns“, sagen aktuell die Siemens-Verantwortlichen zum Thema Solarenergie.
„Ohne uns“, sagen aktuell die Siemens-Verantwortlichen zum Thema Solarenergie.
(Bild: Siemens)

Im Rahmen der Neuordnung soll der Sektor Energy verschlankt und die Division Solar & Hydro aufgelöst werden, heißt es weiter. Die Stärkung der Kernaktivitäten sei eines der fünf Themenfelder des in seinen Grundzügen kürzlich vorgestellten Unternehmensprogramms 2014.

Siemens vom Solarthermiemarkt enttäuscht

Aufgrund der veränderten Rahmenbedingungen, geringeren Wachstums und starken Preisdrucks in den Solarmärkten hätten sich die Erwartungen im Bereich Solarenergie nicht erfüllt. „Der globale Markt für Solarthermie ist von 4 GW auf zuletzt etwas über 1 GW zurückgegangen. Hier werden künftig Spezialanbieter ihre Stärken ausspielen können“, sagte Michael Süß, Mitglied des Vorstands der Siemens AG und CEO des Sektors Energy.

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Auch von den Photovoltaikaktivitäten der Division Solar & Hydro will sich Siemens nach eigenen Angaben trennen. Siemens führe Gespräche mit Interessenten, um beide Geschäfte zu verkaufen. Für Solarthermie- und Photovoltaik-Kraftwerke geeignete Produkte wie Dampfturbinen, Generatoren und Netz- und Leittechnik, die außerhalb der Division Solar & Hydro angesiedelt sind, will Siemens weiterhin anbieten.

Siemens sieht Windenergie und Wasserkraft interessanter als Solarenergie

Die beiden Business Units Solar Thermal Energy sowie Photovoltaic würden bei Siemens bis zur Veräußerung weitergeführt. Bestehende vertragliche Pflichten blieben somit zunächst unberührt. Die beiden Business Units würden bilanziell als Discontinued Operations (nicht-fortgeführtes Geschäft) außerhalb des Sektor Energy berichtet. Die restlichen Geschäfte der Division Solar & Hydro, also das Wasserkraftgeschäft und die Systeme für Energiespeicher, sollen im Sektor Energy verbleiben. Die Wasserkraftaktivitäten umfassen laut Mitteilung das Joint Venture Voith Hydro für konventionelle Wasserkraftwerke sowie das im Frühjahr 2012 voll übernommene Geschäft mit Gezeitenströmungsturbinen.

„Die Bedeutung der erneuerbaren Energien wird weiter zunehmen, wobei Wasserkraft und Windenergie nach wie vor weltweit den größten Beitrag zur regenerativen Stromerzeugung leisten werden. Wir konzentrieren uns bei den erneuerbaren Energien auf diese beiden Bereiche. Mit mehr als 7000 Mitarbeitern in der Division Wind Power und 2000 Beschäftigten im zugehörigen Servicegeschäft verfügen wir in dieser Division über einen Auftragsbestand von mehr als zehn Milliarden Euro. Dabei haben wir uns als klarer Marktführer für Offshore-Windkraftanlagen etabliert und sind auch onshore gut unterwegs“, führte Süß aus.

Siemens-Sektor Energy wird neu strukturiert

Der Sektor Energy soll künftig aus den Divisionen Fossil Power Generation (thermische Kraftwerke), Wind Power (Windkraft), Oil & Gas (Lösungen für die Öl- und Gasindustrie sowie kleine und mittlere thermische Kraftwerke) und Power Transmission (Stromübertragung) bestehen. Das Servicegeschäft werde in den Divisionen Fossil Power Generation, Wind Power sowie Oil & Gas berichtet. Die Division Solar & Hydro habe im abgelaufenen Geschäftsjahr einen Umsatz im niedrigen dreistelligen Millionenbereich erzielt und habe rund 800 Mitarbeiter, davon 200 in Deutschland.

* Der Autor ist Redakteur bei MM Maschinenmarkt.

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