Kunststoff Ski und Rodel gut, in der Wüstenglut

Redakteur: Peter Königsreuther

Schnee ist eine zarte und sehr vergängliche Naturerscheinung. Eingefleischte Wintersportler können aber oft nicht genug von ihrem Hobby bekommen. Vom Fraunhofer-Institut UMSICHT kommt aber bald ein Werkstoff auf den Markt, der das verschleissarme Gleiten auch auf Sanddünen ermöglichen soll. Auf der kommenden Spielwarenmesse in Nürnberg soll die Premiere stattfinden.

Anbieter zum Thema

Was heute fürs Sandboarding noch jedoch fehlt, ist an die Verhältnisse vor Ort angepasstes Equipment. Die ersatzweise genutzten üblichen Skier oder Snowboards sind für abrasive Wüstendünen nicht geeignet.
Was heute fürs Sandboarding noch jedoch fehlt, ist an die Verhältnisse vor Ort angepasstes Equipment. Die ersatzweise genutzten üblichen Skier oder Snowboards sind für abrasive Wüstendünen nicht geeignet.
(Bild: Fraunhofer-UMSICHT)

Wüstendüne statt Skipiste, klingt aufregend. Aber bitte nur mit dem richtigen Equipment. Bisher verwendete Fortbewegungsmittel für Dünenabfahrten sind in der Regel für den Wintersport angedacht oder selbst konstruiert. Ihre Beschaffenheit ist weder für eine sandige Oberfläche noch die dabei wirkenden Reibungskräfte ausgelegt, die die Abfahrt verlangsamen und das Material verschleissen. Fraunhofer UMSICHT hat zusammen mit Partnern einen Werkstoff entwickelt, der gegenüber Sand verschleissfest ist und dank seiner guten Gleiteigenschaften schnelle Dünenabfahrten ermöglicht. Hierzu prüften Forscher an einem eigens konzipierten Teststand verschiedene Materialien unter realitätsnahen Bedingungen auf Abrieb. Der Wüstenschlitten kommt in Kürze auf den Markt.

Sand wirkt anders als Schnee

Sandboarding erfreut sich in Wüstengegenden wie dem Westen der USA, im westlichen Südamerika, Nordafrika und Arabien immer grösserer Beliebtheit. Was jedoch fehlt, ist an die Verhältnisse vor Ort angepasstes Equipment. Oft ersatzweise genutzte Skier oder Snowboards sind für Wüstendünen prinzipiell ungünstig, da beim Gleiten über Sand andere Mechanismen wirken als beim Gleiten über Schnee und Eis. Während das Gleiten auf kalten Flächen durch eine dünne Wasserschicht zwischen beispielsweise Ski und Schnee ermöglicht wird, gleitet ein Ski auf Sand direkt auf dem Sandkorn ­ die Folge ist abrasiver Verschleiss: Abrieb und Furchungen. Wachsschichten können den Abrieb zwar kurzfristig mindern, müssen jedoch nach wenigen Abfahrten erneuert werden. Fraunhofer UMSICHT hat zusammen mit der KHW Kunststoff- und Holzverarbeitungswerk GmbH und der Technischen Universität Ilmenau einen Werkstoff entwickelt, der gegenüber Sand verschleissfester ist und so einen kontinuierlichen Fahrspass ermöglicht.

Bildergalerie

Jetzt Newsletter abonnieren

Verpassen Sie nicht unsere besten Inhalte

Mit Klick auf „Newsletter abonnieren“ erkläre ich mich mit der Verarbeitung und Nutzung meiner Daten gemäß Einwilligungserklärung (bitte aufklappen für Details) einverstanden und akzeptiere die Nutzungsbedingungen. Weitere Informationen finde ich in unserer Datenschutzerklärung.

Aufklappen für Details zu Ihrer Einwilligung

(ID:43181404)