Funkgesteuerte GIS-Krananlage mit Laserscannern sichert Handling schwerer Lasten im Zugunterhalt Smarter Zweiträger- Obergurtlaufkran
In der SBB Serviceanlage Biel werden vorwiegend Regionalverkehrsfahrzeuge unterhalten. Der Austausch von schweren sowie sperrigen Komponenten auf dem Fahrzeugdach erfolgt dabei mithilfe einer innovativen GIS-Krananlage. Um Kollisionen mit Menschen und Material zu verhindern, wurde ein wegweisendes Sicherheitskonzept erarbeitet.
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In der SBB Serviceanlage Biel werden Züge im Innern und auf der Aussenseite gereinigt sowie Komponenten ausgewechselt. Neu sind hier auch Regionalverkehrsfahrzeuge, kurz RV-Fahrzeuge, zu unterhalten. Eine dafür benötigte Krananlage muss einerseits den jeweiligen Gleisbereich in seiner gesamten Länge bedienen können und andererseits hat sie strenge Sicherheitsanforderungen zu erfüllen. Überzeugen konnte eine technisch hochwertige und dennoch preiswerte Lösung eines speziellen Doppelträger-Obergurtlaufkrans von GIS.
Safety first!
Die konstruktive Findungsphase zwischen den Projektleitern von SBB und GIS brachte ein innovatives Sicherheitskonzept hervor, um Kollisionen mit Menschen und Material zu verhindern. Die Kernaufgabe bestand darin, die hohen Sicherheitsanforderungen zu erfüllen. Die Lösung: Zwei gegenüberliegend an die Kranträger angebaute Laserscanner überwachen laufend den Fahrbereich. Eine speziell von GIS entwickelte Sicherheitssoftware wertet die Daten so aus, dass sich die Krananlage Hindernissen in unterschiedlichen Geschwindigkeiten nähern oder entfernen kann. Hiermit ist bei sehr hoher Sicherheit ein Gewinn an Flexibilität gewährleistet.
Smarte Lösung durch und durch
GIS plante und integrierte die neue Krananlage perfekt in die anspruchsvolle Umgebung. Das Kransystem kommuniziert kontinuierlich über eine sichere Schnittstelle mit der Fahrleitungssteuerung. Ist die 15-kV-Fahrleitung spannungsfrei und zur Seite geschwenkt, signalisiert ein grün leuchtendes LED-Band entlang des gesamten Perrons den gefahrlosen Zustand. Erst nachdem sich der Kran in einer überwachten Grundstellung befindet, lässt sich die Fahrleitung wieder einschwenken und unter Spannung setzen. Zuvor müssen die Katze in ihrer seitlichen Endlage und der Haken mit seiner Abdeckung in der oberen Endposition fixiert sein. So kann die Kranbrücke, selbst bei eingeschalteter Fahrleitung, in Längsrichtung verfahren und für die nächste Aufgabe bereitgestellt werden.
Sicheres Arbeiten auf dem Fahrzeugdach
Um beispielsweise den Hauptschalter eines Triebwagens auswechseln zu können, sind erst einmal seine zahlreichen Anschlüsse im Fahrzeuginnern zu lösen. Danach lässt sich die sperrige Last mithilfe des Obergurtlaufkrans ausbauen und durch einen neuen Schalter ersetzen. Eine mit Absturzsicherung ausgerüstete Bedienperson steht auf dem Dach und dirigiert mittels Funkfernsteuerung jede Bewegung, die der Kran präzise ausführt. Sämtliche Funktionen erfolgen elektrisch, frequenzgesteuert, mit Sanftanlauf: Anheben, Absenken sowie Kran- und Katzfahren. Eine vorgegebene Tasten-Betätigungsabfolge verhindert ungewollte Befehle.
Alles auf gleichem Potenzial
Der neue Zweiträger-Brückenkran, mit modernem, zwischengebautem Elektrokettenzug, ermöglicht eine optimale Ausnützung der verfügbaren Hallenhöhe. Beide Kranbahnen stützen sich sowohl auf freistehenden sowie mit der Hallenkonstruktion fest verbundenen Konsolen ab. Ein umfangreiches Erdungskonzept verbindet sämtliche leitenden Anlage- und Gebäudeteile und fixiert sie so auf demselben Potenzial. Neben der Energiezufuhr über Stromschiene in Längsrichtung und Energiekette quer dazu sorgen vier grüne Schleifkontakte für die permanente Erdung der Kranträger. SMM
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