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Die Ausbildung sollte das Arbeiten unter realistischen Bedingungen abbilden und gleichzeitig auch die Bedürfnisse von Lernenden und Lehrpersonal sowie Rahmenlehrpläne und Lehrfeldbeschreibungen berücksichtigen. Dass die passende Ausrüstung vieles erleichtert, bestätigt Beat Lang, Ausbilder Werkstattberufe, der unter anderem die angehenden Polymechaniker betreut: «Je nach Berufsschul-Stundenplan haben wir permanent 60 bis 100 Auszubildende aus den beiden ersten Lehrjahren an den Arbeitsplätzen. Um ihnen gerecht zu werden, ist eine Ausrüstung nötig, die uns Lehrenden eine gewisse Flexibilität einräumt.» Für die CNC-Programmierung stehen ihm dafür beispielsweise 44 Laptops mit dem Softwarepaket SinuTrain zur Verfügung. Es bildet die CNC Sinumerik ab, bietet den Lernenden also die Möglichkeit, am PC an einer steuerungsidentischen Oberfläche zu arbeiten – und zwar von Anfang an. Denn aus Gründen der Wirtschaftlichkeit, Sicherheit und Effizienz sind die Lernenden erst im zweiten Schritt innerhalb eines eigenen Lehrgangs direkt an der teuren CNC-Infrastruktur im Einsatz. Mit der PC-Software haben sie schon im ersten Schritt die Möglichkeit, selbst zu üben, anstatt nur dem Ausbilder an der Maschine über die Schulter zu blicken. In der Simulation sehen sie dann auch gleich, ob ihr NC-Programm funktioniert. «Die Software samt den Werkstückbeispielen von Siemens sind eine hervorragende Lösung, um die Lernenden ans Thema CNC heranzuführen. An den richtigen Stellen sind in den Aufgaben Lücken, aus denen wir Ausbilder ganz klar schliessen können, inwieweit ein Lernender das Thema schon durchdrungen hat. Denn meist gibt es mehrere Varianten, wie man zur Lösung kommen kann», so Lang. «Mit SinuTrain können wir den Auszubildenden wesentlich mehr Möglichkeiten bieten, selbst zu üben.»
Einfacher Umstieg auf andere Maschinen oder Bearbeitungsmethoden
Der Umstieg von SinuTrain auf eine echte Sinumerik-gesteuerte Werkzeugmaschine ist anschliessend vergleichsweise einfach, weil die Lernenden die Oberfläche und das Vorgehen schon vom PC kennen. Bei älteren Maschinen stimmt zwar die SinuTrain-Version auf den PCs nicht mit den unterschiedlichen Software-Ständen in der Werkstatt des Azw überein. «Aber das spiegelt eben das wahre Leben wider», so Ausbilder Lang. «Denn eine Produktion, in der jede Maschine identisch ausgestattet ist, muss mir erst einmal jemand zeigen. Wer damit schon in der Ausbildung umzugehen lernt, hat hinterher weniger Probleme.»
Die unterschiedlichen Sinumerik-Varianten, die an Werkzeugmaschinen in der Industrie zu finden sind, decken die komplette Bandbreite von der einfachen bis zur komplexen Multitasking-Maschine ab – mit durchgängigem, einheitlichem Bedienungskonzept. Dadurch schafft das Üben mit SinuTrain einen sehr hohen Praxisbezug. Darüber hinaus ist die Sinumerik eine Steuerung, die sich für alle Bearbeitungsmethoden einsetzen lässt, sodass ein Maschinenbediener in derselben Systematik bleibt, egal, ob er dreht, fräst oder bohrt. Die Programme fürs Drehen und Fräsen entstehen ebenfalls gleichartig als Arbeitsschrittprogrammierung in ShopTurn und ShopMill; da im Azw immer zuerst das Drehen gelehrt wird und hier meist schon Fräszyklen mit angetriebenen Werkzeugen zum Einsatz kommen, fällt den Lernenden auch der Umstieg aufs Fräsen entsprechend leicht.
Bei den Drehmaschinen-Anschaffungen, die das Zentrum selbst in den letzten drei Jahren für Produktion und Ausbildung getätigt hat, handelte es sich ausschliesslich um Sinumerik-gesteuerte Werkzeugmaschinen. Dazu Kaufmann: «Bei Neuanschaffungen haben wir immer den Bedarf unserer Ausbildungsbetriebe im Blick. Der Ruf nach Sinumerik-Kenntnissen steigt stetig. Wenn die Lernenden nach Übernahme ins Unternehmen an Siemens-Steuerungen arbeiten, sollten sie das natürlich zuvor bei uns gelernt haben.» SMM
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