3D CAD/CAM-Software

Solidworks World 2017 – Die Distanzen verkürzen

Seite: 2/3

Anbieter zum Thema

Ecosystems

«Wir denken nicht mehr in Produkten, sondern in Ecosystems», sagte Kishore Boyalakuntla, Leiter Produkt-Management. Unter einem Ökosystem versteht das Softwareunternehmen das Kombinieren bzw. den Austausch von Daten und Informationen von verschiedenen Softwares innerhalb eines Systems, die zu einem bestimmten Arbeitsprozess dazugehören. Im Falle von SolidWorks CAM geht es um die toleranzbasierte Bearbeitung. So können mit der neuen CAM-Funktion Toleranzen aus SolidWorks MBD ausgelesen werden. MBD ist eine modellbasierte 3D-Kons­truktionssoftware, die ganz ohne 2D-Zeichnung auskommt. Die Produktdefinitionen können zwischen den verschiedenen Softwaresystemen ausgetauscht werden. Zurück zur CAM-Software: Basierend auf den Toleranzen, berechnet die Software das beste Fertigungsverfahren und passt die Bearbeitungswege an. Boyalakuntla sieht die integrierte CAM-Lösung als optimale Ergänzung für Betriebe, wo nur ein CAD- und CAM-Anwender in Personalunion vorhanden ist.

Ergänzendes zum Thema
Exoskelett-Roboter
«Prosthesis» – der Titan aus Burning Man

Der Vater des Prosthesis Jonathan Tippett hatte die Idee zum mechanisierten Rennroboter an der Burning Man. Burning Man ist ein jährlich stattfindendes Festival in der Wüste des US-Bundesstaats Nevada. Von Hippies gegründet, gilt das Festival als Kunstausstellung, auf der besonders phantasievolle und skurrile Gefährte präsentiert werden. Die vielen Exponate entstehen oftmals in einem Mix aus Selbstdarstellung und Drogen. Am Ende des acht Tage dauernden Festivals wird eine riesige Statue verbrannt. Daher der Name Burning Man.

Simulation der Bewegungsabläufe

Dass die Idee kein Hirngespinst bleibt, ist unter anderem auch der Firma «Furrion Robotics» zu verdanken. Furrion stellt elektronische Geräte für das obere Preissegment her, ist aber vor allem in Australien, Grossbritannien und den Vereinigten Staaten tätig. Für den Designprozess von «Prosthesis» nutzte Furrion und Tippett Solidworks von Beginn an. Insbesondere bei der Simulation der Bewegungen zeigt dabei die 3D-Software ihre Stärken. In dem Exoskelett-Roboter wurde übrigens auf standardisierte Konstruktionsmaterialien zurückgegriffen. So wurden zum Beispiel weit verbreitete Stossdämpfer aus Geländefahrzeugen eingebaut. Die Höchstgeschwindigkeit des Roboters liegt zurzeit bei 30 km/h. Usain Bolt erreichte 2009 bei seinem Rekordlauf den Top-Wert von 44,72 km/h. Gesteuert wird dieser Koloss auf zwei Beinen von einem Menschen im Inneren des Ungetüms – wenig Elektronik, dafür sehr viel Mechanik.

www.anti-robot.com

Produktdaten-Management

Das Produktdatenmanagementtool (PDM-Manage) ist die letzte der Neuerungen der diesjährigen SWW. Laut Solid­works hilft sie die Übersicht über die Konstruktionsdaten zu wahren. Die Verwaltung von Konstruktionen und die Zusammenarbeit innerhalb ihres Produktentwicklungsteams soll so verbessert werden. Zum Beispiel hilft das Indizieren der Daten beim schnellen Wiederfinden der Konstruktionsdaten. Bei Teamarbeit können die Freigabe von Konstruktionen und Zusammenarbeit innerhalb und ausserhalb von Organisation definiert werden. Durch Erstellen elektronischer Workflows, um Prozesse wie die Entwicklung und Dokumentenfreigabe sowie Konstruktionsänderungen zu formalisieren, können diese einfacher verwaltet und verbessert werden. Zudem lasse sich mit PDM Bedingungen abbilden, die bisher nur in der Ressourcenplanung berücksichtigt wurden. So wurden Schmiermittel oder andere Bedienungsanleitungen vorher nie in PDM-Software berücksichtigt. PDM-Manage ermöglicht die Verknüpfung und Verwaltung von PDM-Daten mit anderen Datenbanken. Vorteil der PDM-Professional-Datenbank ist die einfache Integration in bereits vorhandenen Systemen. Es ist keine Konvertierung oder Migration notwendig.

Diese Verbesserung passt in die diesjährigen Neuerungen von Solidworks: Keine Revolutionen, aber vieles, was den Designern und Konstrukteuren das Leben einfacher macht.

(ID:44565838)