Rundtaktmaschinenhersteller Imoberdorf setzt auf WAWO-Sonderwerkzeuge

Sonderwerkzeuge perfektionieren Rundtaktprozess

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Sonderwerkzeuge oder Standardwerkzeuge

Michael Hänggi: «Technologisch sind die Prozesse auf Rundtaktmaschinen bereits äusserst anspruchsvoll zu lösen. Jetzt kommt aber noch der Endkunde ins Spiel. Sie wollen oft kürzeste Prozesszeiten und möglichst nur Standardwerkzeuge im Einsatz haben. Standardwerkzeuge wollen sie aus dem Grund, weil die Nachbestellungen somit sicher sind, aber auch weil sie so auch den Hersteller einfacher wechseln könnten, wenn es denn sein müsste. Wenn der Endkunde dann noch die Taktzeit pro Werkstück vorgibt, dann fangen wir an, den Prozess auszulegen, um den Endkunden vorsichtig darauf aufmerksam zu machen, ohne Sonderwerkzeuge ist die gewünschte Taktzeit nicht machbar. Jetzt müssen wir Überzeugungsarbeit leisten. Hier spielt der Sonderwerkzeughersteller die entscheidende Rolle. Wie zuverlässig kann er in Zukunft liefern, was bringen die Sonderwerkzeuge an Prozessoptimierung und vor allem wie hoch sind die Werkzeugkosten.»

Standard ab dem zweiten Sonderwerkzeug

Michel Amoos: «Wir müssen unserem Endkunden gegenüber entsprechend argumentieren. Schliesslich ist nur das erste Werkzeug für WAWO ein Sonderwerkzeug. Das zweite Sonderwerkzeug ist für WAWO bereits ein Serienwerkzeug respektive Standard. Denn die Prozessdaten und CAM-Daten sind alle vorhanden. Aber klar, für den Kunden bleibt es ein Sonderwerkzeug. Doch ein entscheidender Vorteil von Sonderwerkzeugen ist folgender: Sie können mit einem Sonderwerkzeug beispielsweise drei Fertigungsoperationen realisieren. Mit Standardwerkzeugen beanspruchen sie erheblich mehr Werkzeugplätze im Werkzeugwechselkopf, zweitens müssen sie mehrmals in das Werkstück eintauchen, drittens ist der Programmieraufwand höher, viertens kostet das alles Prozess-Zeit wie auch Präzision. Mit Sonderwerkzeugen können Sie auch die Taktstationen verringern, was erstens die Kosten unserer Rundtaktmaschinen reduziert und dadurch die Taktzeit verringert. Noch dazu erhöht sich mit Sonderwerkzeugen die Prozesssicherheit. Ebenfalls ein entscheidender Faktor in der Automotive-Industrie. Insofern sind die Werkzeugkosten der Sonderwerkzeuge sicher ein Faktor, aber sie müssen den verringerten Maschinenkosten und den kürzeren Prozesszeiten gegenübergestellt werden.»

Sonderwerkzeuge erhöhen Prozesssicherheit

Die Erhöhung der Prozesssicherheit ergibt sich, wenn beispielsweise Stufenbohrer zum Einsatz kommen. Hier ist eine 100-prozentige Zentrizität der beiden Bohrungen gegeben. Das ist mit zwei Spiralbohrern, die nacheinander zum Einsatz kommen nicht zu 100% gegeben. Das Gleiche gilt für Stufen-Reibsysteme, die von WAWO prozessspezifisch hergestellt werden können. Gerade die WAWO-Reibsysteme zeigen die Kompetenzen im Präzisionsbereich des Sonderwerkzeugherstellers auf.

Bruno Künzler: «Unser Vorteil ist es, dass wir uns als Sonderwerkzeughersteller genau auf die Fertigungsoperationen konzentrieren können. Das heisst auf die gesamten Prozessbedingungen. Wie ist die Aufspannung, die Auskragung von dem Werkzeug, wie sind die Bearbeitungsverhältnisse, welche Drehmomente und Drehzahlen stehen zur Verfügung. Welches Material wird bearbeitet, wie sind die Anforderungen an Oberflächen und welche Toleranzklassen sind gefordert. Genau für diese Bedingungen entwickeln wir die entsprechenden Werkzeuge. Da Sonderwerkzeuge für uns gelebter Alltag sind, geht die Entwicklung eines Sonderwerkzeuges extrem schnell. In obigem Beispiel des Scheibenfräsers haben wir einen Tag benötigt. Dann konnten wir erste Fräsversuche – noch ohne Werkzeug- beschichtung – fahren, die sehr erfolgreich verliefen.»

WAWO geht sehr individuell auf den Prozess ein

Martin Schreier: «Unsere Erfahrungen mit WAWO sind ausgezeichnet. Wie Herr Künzler das formuliert, kann ich es bestätigen. Sie gehen sehr individuell auf den Prozess ein. Entstehen Schwingungen, versucht WAWO das Werkzeug so zu konzipieren, dass die Schwingungen reduziert werden. Hierfür gibt es unterschiedlichste Möglichkeiten.»

Bruno Künzler: «Das Anspruchsvollste für uns als Werkzeugentwickler ist folgender Aspekt: Erhalten wir genügend Informationen und Feedback über den Bearbeitungsprozess und das Werkstück, das Material, die Wärmebehandlungsverfahren usw.? Und ich muss klar sagen: Das ist der Grund, warum die Zusammenarbeit mit den Mitarbeitern der Imoberdorf AG derart erfolgreich ist und uns viel Freude bereitet. Herr Schreier kommt aus dem Sonderwerkzeugbereich eines grossen Schweizer Werkzeugherstellers. Die Imoberdorf-Mitarbeiter sind hervorragende Spezialisten. Sie wissen, worauf es ankommt. Im Endeffekt ist es eine gemeinsame Weiterentwicklung der Prozesse. Immer wieder bekommen wir Input von den Imoberdorf-Spezialisten, den wir in die Werkzeugentwicklung bei uns mit einfliessen lassen.»

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