Rundtaktmaschinenhersteller Imoberdorf setzt auf WAWO-Sonderwerkzeuge

Sonderwerkzeuge perfektionieren Rundtaktprozess

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Anspruchsvoll: Fertigung der Wangen

Eine weitere Fräsoperation, wo Sonderwerkzeuge der WAWO zum Einsatz kommen, ist die Fertigung der Wangenbereiche des bereits oben beschriebenen Werkstücks. Mit den bisher eingesetzten Standard-Werkzeugen können die Wangen weder in der begrenzten Zeitspanne noch in der geforderten Qualität und Geschwindigkeit hergestellt werden. Noch dazu ist die Standzeit der bisher eingesetzten Standard-Werkzeuge zu gering.

Martin Schreier: «Ich muss betonen, die aktuell eingesetzten Werkzeuge sind sehr gut, aber nicht nur auf den hier recht speziellen Prozess ausgelegt. Auf den ersten Blick sind die Eckdaten unspektakulär, die Oberflächengüte liegt bei Rz8, das Toleranzfeld bei ±0,05 mm. Im Prinzip keine grosse Herausforderung. Aber: Die Fertigungsumstände – beispielsweise eine Taktzeit von zirka 12 Sekunden – sind dermassen anspruchsvoll, dass wir auf Sonderwerkzeuge setzen müssen.»

Massgeschneiderte Werkzeuge konzipieren

Bruno Künzler: «Die Wangen sollen in einem Bearbeitungsschritt auf der Ober- und Unterseite wie auch auf der Stirnfläche gefräst werden. Hierfür entwickeln wir drei Scheibenfräser (zwei grössere, einen kleineren Durchmesser), die auf einem Fräsdorn zu einem Scheiben-Fräs-Paket gefügt werden. Unsere Stärke ist es, ein massgeschneidertes Werkzeug zu konzipieren, dazu gehören: das Hartmetall-Substrat, die Makro- und Mikrogeometrien, die Schneidkantenverrundung, innere Kühlmittelzufuhr bis hin zur optimalen Beschichtung. Wir können auch ungleiche Zahnteilung herstellen, um Schwingungen aus dem Prozess herauszuholen. Letztendlich schauen wir gemeinsam mit unserem Beschichtungspartner, dass wir die optimale Beschichtung für diese Bearbeitungsoperation nutzen. Das alles ist machbar. Entscheidend ist, dass wir alle Details zu dem Werkzeug katalogisieren. Damit wir auch langfristig die Werkzeuge in absolut gleicher Qualität liefern können. Darüber hinaus bekommen wir eine immer grössere Datenbank und können so neue Anwendungsfälle noch schneller lösen. Wie Michel Amoos sagte: Das erste Werkzeug ist ein Sonderwerkzeug, aber ab dem zweiten Werkzeug ist es bereits eine Kleinserie.»

Sonderwerkzeuge müssen nach 10 Jahren sicher lieferbar sein

Michael Hänggi: «In der Automotiv-Industrie sind die Kosten wie auch Prozesssicherheit die entscheidenden Treiber. Für unsere End-Kunden ist es somit matchentscheidend, dass WAWO die Werkzeuge auch in 10 Jahren in der entsprechenden Qualität liefert. Das ist ein wesentlicher Faktor, um unsere Endkunden zu überzeugen, dass sie mit den Sonderwerkzeugen auf unseren Rundtaktmaschinen das Optimum aus dem Prozess – auch langfristig – herausholen.»

Extrem viel Prozess-Know-how gefordert

Michel Amoos: «Letztlich geht es immer darum, dass unser Kunde einen absolut perfekten Fertigungsprozess bekommt. Die Taktzeit und die Qualität müssen stimmen und letztlich auch die Wirtschaftlichkeit. Bei Rundtaktmaschinen gehört ex­trem viel Prozess-Know-how dazu, damit wir einen perfekten Fertigungsprozess entwickeln können. Das perfekte Zusammenspiel von Werkstück, Werkzeugen, Werkstückspannung, Rundtaktmaschine und schliesslich der CAM-Programmierung ist massgebend für den Erfolg. Bisher konnten wir alle Projekte erfolgreich abschliessen. Aber wir werden immer wieder aufs Neue gefordert. Das ist sehr anstrengend, aber wichtig und bringt uns alle voran.» SMM

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