Stadler hat an der InnoTrans 2026 gemeinsam mit drei süditalienischen Verkehrsunternehmen den nach eigenen Angaben weltweit ersten Schmalspur-Wasserstoffzug vorgestellt. Die in Bussnang gebauten Fahrzeuge sind für den Einsatz auf Sardinien, in Kalabrien und auf Sizilien ausgelegt. Zehn Züge für Sardinien sollen gegenüber den bisherigen Dieselzügen jährlich bis zu 2100 Tonnen CO₂ einsparen.
Der weltweit erste Schmalspur-Wasserstoffzug von Stadler zeigt, wie Nachhaltigkeit, massgeschneiderte Technologie und Fahrgastkomfort erfolgreich Hand in Hand gehen.
(Bild: Stadler Rail AG)
Stadler fertigt derzeit 21 Wasserstoffzüge für die sardische Azienda Regionale Sarda Trasporti (ARST), Ferrovie della Calabria (FdC) sowie die sizilianische Ferrovia Circumetnea (FCE). Gebaut werden die Fahrzeuge am Hauptsitz in Bussnang in der Ostschweiz. Der erste Zug wurde für ARST hergestellt. Der entsprechende Rahmenvertrag umfasst zehn Fahrzeuge. Zusätzlich baut Stadler neun Züge für FdC sowie zwei Fahrzeuge für FCE. Sie sollen künftig im Regional- und Nahverkehr eingesetzt werden.
Ob die Küstenstrecken Sardiniens, die Tunnel Kalabriens oder die Steigungen des Ätna-Naturparks auf Sizilien: Die Züge werden auf die Anforderungen der jeweiligen Strecken ausgelegt.
«Dank der engen Zusammenarbeit mit dem Verkehrsministerium und den Verkehrsunternehmen ARST, FdC und FCE hat Stadler eine modulare Lösung entwickelt, die sich an die unterschiedlichen Anforderungen des italienischen Schmalspur-Eisenbahnnetzes anpassen lässt. Alle Züge basieren auf derselben technologischen Plattform und vereinen ein kompaktes Profil, leichte Bauweise und ein innovatives Wasserstoffantriebssystem. Dies gewährleistet hohe Standards in Bezug auf Leistung, Innovation, Zuverlässigkeit und Nachhaltigkeit», sagt Maurizio Oberti, Verkaufsleiter Italien bei Stadler.
Aristide Vercillo Martino, Geschäftsführer der kalabrischen Bahngesellschaft FdC: «Die Partnerschaft zwischen Stadler und Ferrovie della Calabria besteht seit rund 20 Jahren. Sie begann mit dem ersten für italienische Schmalspurbahnen entwickelten Fahrzeug, das speziell für FdC gebaut wurde, und wurde durch die erfolgreiche Inbetriebnahme verschiedener Triebwagen-Generationen kontinuierlich gestärkt. Diese langjährige Zusammenarbeit bildet die Grundlage für eine neue Zuggeneration, die sowohl den betrieblichen Anforderungen als auch den Erwartungen der Fahrgäste in Kalabrien gerecht wird. Sie ist Teil eines umfassenden Investitionsprogramms in die Bahninfrastruktur und die digitale Transformation, das gemeinsam mit der Region Kalabrien vorangetrieben wird.»
Brennstoffzellen und Batterien als Antriebssystem
Die Schmalspur-Wasserstoffzüge verfügen über ein Antriebssystem mit Wasserstoff-Brennstoffzellen im Mittelwagen sowie Batterien. Die aus dem Wasserstoff erzeugte elektrische Energie lädt die Batterien auf. Dieses System ermöglicht den Zugbetrieb auf nicht elektrifizierten Strecken.
Im Vergleich zu den bisherigen Dieselfahrzeugen sollen die zehn für ARST vorgesehenen Wasserstoffzüge laut Stadler jährlich bis zu 2100 Tonnen CO₂ einsparen. Dies entspreche etwa 450 Weltumrundungen mit dem Auto.
Wasserstoff aus Solarenergie
Die Züge werden mit Wasserstoff betankt. Alle drei Verkehrsunternehmen setzen auf Sonnenenergie, um den benötigten Wasserstoff zu erzeugen.
«Die mit Stadler entwickelten Fahrzeuge sind ein zentraler Bestandteil der Strategie zur Dekarbonisierung des Schmalspurnetzes. Wir sind sehr stolz darauf, den ersten Schmalspur-Wasserstoffzug auf unseren Strecken einzusetzen», erklärt Carlo Poledrini, Zentraldirektor von ARST. «Für ARST ist dies der erste Schritt auf dem Weg von einem Verkehrsunternehmen zu einem Energieunternehmen.»
Verbessertes Reiseerlebnis
Nach Herstellerangaben fahren die Wasserstoffzüge deutlich leiser als Dieselzüge. Die Fahrgäste profitieren zudem von einer hellen Innenausstattung und grossen Panoramafenstern. Der Niederflureinstieg erleichtert das Ein- und Aussteigen auch für Menschen mit eingeschränkter Mobilität.
«Die Fahrt rund um den Ätna zählt zu den schönsten Reiseerlebnissen Siziliens. Unser Ziel ist es, unseren Fahrgästen jede Reise so angenehm wie möglich anzubieten. Mit den neuen Wasserstoffzügen können wir den Komfort steigern und zugleich einen wichtigen Beitrag zu einer umweltfreundlichen Mobilität leisten. Wir freuen uns, Stadler als bewährten Partner an unserer Seite zu haben und diese aussergewöhnliche Strecke für unsere Fahrgäste noch attraktiver zu gestalten», sagt Salvatore Fiore, Generaldirektor von FCE.
Stand vom 30.10.2020
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