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Euroschwäche trifft Stadler hart
Der Umsatz der Stadler Rail Group betrug CHF 1,39 Mrd. und lag damit rund CHF 300 Mio. über dem Vorjahr. Für 2012 wird mit einem Umsatz von rund CHF 2,25 Mrd. gerechnet. Das Wachstum der Jahre 2011 und 2012 ist vor allem auf den hohen Auftragseingang in den Jahren 2008 (CHF 2,6 Mrd.) und 2010 (CHF 2,9 Mrd.) zurückzuführen. Im letzten Jahr erreichte Stadler einen Bestellungseingang von rund CHF 1,3 Mrd., was dem Wert von 2009 entspricht, jedoch deutlich unter den Rekordjahren 2008 und 2010 liegt.
Um die aufgebauten Kapazitäten und Arbeitsplätze auch mittelfristig sichern zu können, muss Stadler angesichts des starken Frankens noch härter um Aufträge kämpfen. Von den inzwischen rund 4'500 Mitarbeitenden arbeiten zwei Drittel in der Schweiz. Rund zwei Drittel der Produktionsleistung der Division Schweiz gehen indes in den Export, wobei es wegen der Währungsverwerfungen schwierig geworden ist, Ausschreibungen zu gewinnen.
Selbst bei Ausschreibungen in der Schweiz ist Stadler gegenüber der Konkurrenz aus dem Euroraum aufgrund des hohen Frankenkurses stark benachteiligt. Dies hat sich 2011 bei der Ausschreibung der Basler Verkehrsbetriebe BVB gezeigt: Stadler verlor wegen des Eurokurses, da der siegreiche Mitbewerber mit Produktionsstätten in Ostdeutschland und Österreich zu einem deutlich tieferen Preis kalkulieren konnte. Der Entscheid wertet Stadler Rail als ein klares Signal, dass der Schweizer Industrie bei diesen Währungskursen nicht nur im Export, sondern auch im Heimmarkt Schweiz ein rauer Wind entgegen weht.
Verkaufserfolge 2011
Trotz des schwierigen Währungsumfelds gab es für Stadler auch einige Verkaufserfolge zu verzeichnen, unter anderem:
- Der Regionalverkehr Bern Solothurn RBS beschafft weitere acht Niederflur-Express-Triebzüge (NExT).
- Von der Ferrovie Appulo Lucane (FAL) hat Stadler einen Auftrag für neun Schmalspur-Triebzüge erhalten. Die FAL betreibt ein Netz südwestlich von Bari.
- Die Südtiroler Landesverwaltung bestellte acht weitere 6-teilige FLIRT und zusätzlich acht Zwischenwagen für die bereits im Einsatz stehenden 4-teiligen FLIRT.
- Junakalusto Oy löst eine Option über neun FLIRT für die S-Bahn Helsinki ein.
- Die Matterhorn Gotthard Bahn hat sieben weitere KOMET-Triebzüge, vier Gelenksteuerwagen und elf Niederflurzwischenwagen bestellt.
Verkaufserfolge in Deutschland
Im abgelaufenen Jahr ist es Stadler Pankow gelungen, mehrere sehr bedeutende Verkaufserfolge zu erzielen. Besonders zu erwähnen sind dabei folgende Aufträge:
- Erster Auftrag aus Grossbritannien: Sechs Variobahnen für „Tramtrack Croydon“, Tochter der „Transport for London“.
- 35 FLIRT für Veolia (Einastz im „E-Netz Rosenheim“ in Bayern)
- 28 FLIRT für die Deutsche Bahn (Einsatz auf verschiedenen Linien in Rheinland-Pfalz).
- Rahmenvertrag mit der Deutschen Bahn über 400 Fahrzeuge bis 2018
Diese Erfolge reihen sich in die bereits guten Verkaufsergebnisse der Division Deutschland in den Vorjahren ein. Dank der guten Perspektiven hat Stadler Pankow im Jahr 2011 zwei zusätzliche Standorte in Betrieb genommen: In Berlin-Reinickendorf werden Rohwagenkasten gefertigt und lackiert und in Berlin-Hohenschönhausen wurde ein zweites Endmontagewerk eröffnet.
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