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Neue Märkte
Angesichts der durchzogenen Aussichten im Euro-Raum gewinnt der Aufbau neuer Märkte an Bedeutung. In den Ländern der ehemaligen Sowjetunion sieht Stadler ein grosses Potential. Bereits in der Abwicklung befinden sich die früher eingegangenen Aufträge aus Weissrussland und Estland. Mitte 2011 ging eine erste Bestellung aus Russland ein. Der Russische Konzern Transmashholding TMH bestellte 100 vierachsige Diesel-Antriebsteile, wovon zwei vorab als Prototypen geliefert werden. Die Antriebsteile werden in 50 Triebzüge eingebaut, welche die TMH-Tochter Metrovagonmash für die Russische Eisenbahn RZD fertigt. Um weitere Aufträge aus der Wirtschafts- und Zollunion Russland/Weissrussland/Kasachstan zu gewinnen, wird vom Besteller erwartet, dass ein Teil der Wertschöpfung vor Ort generiert wird. Stadler erwartet eine Bestellung über weitere 19 Züge für Weissrussland im 3. Quartal 2012. Daher prüft Stadler Rail den Aufbau einer Produktionsstätte in Minsk.
Verstärkung des VR und Verbreiterung des Managements
An der diesjährigen Generalversammlung wwurde Wojciech Kostrzewa, Präsident und CEO der polnischen ITI Group als zusätzliches Mitglied in den Verwaltungsrat gewählt. Damit wird der Verwaltungsrat von acht auf neun Mitglieder erweitert.
Die Stadler Rail Group ist in den letzen Jahren stark gewachsen. Um die zukünftigen Herausforderungen zu meistern, wurde die Führungsstruktur verstärkt. Peter Spuhler übergab die Leitung der Division Schweiz an den langjährigen CEO von Stadler Bussnang, Markus Bernsteiner, bleibt aber Verwaltungsratspräsident und Group CEO von Stadler Rail. Als neuer CEO von Stadler Bussnang konnte mit Dr. Thomas Ahlburg, dem ehemaligen Leiter des Bombardier-Werks in Görlitz, eine ausgewiesene Führungspersönlichkeit aus der Schienenfahrzeugbranche gewonnen werden. Geschäftsführer von Stadler Altenrhein ist seit 1. Januar 2012 Markus Sauerbruch, zuletzt bei Sulzer Metco Leiter der Equipment Business Unit.
Neuer CEO von Stadler Szolnok ist seit November Jens Hofmann, der in verschiedenen Funktionen für Siemens tätig war. Unter anderem leitete er in Krefeld die Fertigung für Untergestelle und Wagenkästen. Die Leitung von Stadler Algier hat seit Anfang Jahr Nicolas Rambert inne. Er war für Contraves Space und Alcan tätig. Seit 2008 leitete er eine Produktionsabteilung bei Schweiter Technologies.
Zukunftsaussichten
Die Auswirkungen der Eurokrise sind derzeit noch nicht absehbar. Ab Ende 2013 ist die Auslastung der Schweizer Standorte noch nicht gesichert. Stadler Rail hat bereits vor längerer Zeit Massnahmen zur Steigerung der Produktivität und zur Kostensenkung eingeleitet und neue Fahrzeugkonzepte entwickelt. Somit wird Stadler den Währungsverwerfungen insbesondere durch Innovationen und Technologieführerschaft begegnen. In diesem Jahr laufen in der Schweiz zwei wichtige Ausschreibungen: Die SBB benötigen Hochgeschwindigkeitszüge für den Verkehr durch den neuen Gotthardbasistunnel nach Italien und die Verkehrsbetriebe Zürich beschaffen neue Trams. Nachdem Stadler beim letzten Grossauftrag der SBB nicht zum Zuge kam, sind diese beiden Ausschreibungen von grosser Bedeutung. <<
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