Stradivari wäre begeistert

Streichinstrumente aus Carbon

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Speziell die Resonanzfähigkeit (Schallwellenleitung dreimal schneller als Holz) macht Carbon für Streichinstrumente zwar hochinteressant, gleichzeitig steigt dadurch allerdings das mitverursachte Problem des Nachhalls der Resonanzfläche exponentiell an.

  • Carbon leitet Schall dreimal so schnell wie Holz
  • Carbon hat eine geringere innere Dämpfung
  • Carbon ist witterungsstabil (Luftfeuchtigkeit, Hitze, Kälte)
  • Carbon lässt sich hinsichtlich seiner Fasereigenschaften viel präziser und besser verarbeiten als Holz
  • Carbon ist mechanisch unvergleichlich robuster als Holz (Beschädigungsthematik)
  • Carbonfasern und Ermüdung: Bei Metallen existiert die „Giga-Cycle-Fatigue“, also nach vielen Mio. Lastwechseln im dauerfesten Bereich ein Bruch. Die Carbon Faser ist aber so gut wie dauerfest und ermüdungsfrei.
  • Dies gilt für echte Belastungen wie im Rennsport, umso mehr daher für Vibrationen im den Korpus eines Carbon Streichinstruments durch das Spielen.4

Vor allem professionelle, reisende Musiker müssen auf ihr Musikinstrument wie auf ihren eigenen Augapfel achten. Auftritte bei klimatisch wechselhaften Bedingungen sind stets mit Sorge um den Klang des Holzinstruments verbunden. Die hohe Widerstandsfähigkeit der Kohlenstofffasern führt zu einer gleichbleibend hohen Klangqualität. Temperaturen von -20 bis +5°C, geringe oder hohe Luftfeuchtigkeit, Regen oder Trockenheit, Carbon blendet alle Umweltfaktoren und Reiserisiken weitestgehend aus.

Alle wichtigen Komponenten weiterhin vorhanden

Durch die Kombination mit verschiedenen Harzsystemen werden beste Eigenschaften der jeweiligen Ausgangsmaterialien zu einem Produkt verbunden. Neben diesen ist aber ebenso, neben der Outline, der Verlauf der Decken- und Bodenwölbungen der Instrumente sowie die Höhe der Zargen (Seitenwände) klangmitbestimmend. Bereits 1 mm Abweichung beispielsweise einer Deckenwölbung oder deren Verlaufskurve können in einer Materialkombination klanglich positiv, in einer anderen aber negativ sein. Die Komplexität in einem absoluten Neuland hier hochwertige Klang- und Spieleigenschaften über alle vier Saiten herzustellen, die das Bisherige in diesem Segment verbessern, ist enorm. Die verschiedenen Materialkombinationen gewährleisten perfekte Anpassung an die geforderten Ansprüche: Belastbarkeit, Steifheit, Flexibilität, Gewichtsreduktion und vor allem das entscheidende Kriterium, ein holzähnlicher Klang und traditionelle „Spielerfahrung“ wird sichergestellt.

Selbstverständlich bleiben alle bisherigen, typischen Instrumentenkomponenten von Streichinstrumenten bestehen. Die Instrumente verfügen über einen Bassbalken, sowie Stimmstock und Steg, sind so auch noch über die individuelle Ausliefereinstellung hinaus individuell, traditionell zu tunen, können aber auch, wie im Geigenbau, bauseits für ganz spezifische Zwecke individualisiert werden. Die verwendete Besaitung gehört zu den exklusivsten am Markt. Der Musiker kann zusätzliche, individuelle Schwerpunkte setzten, dies gilt auch für die Art des Steges. Das Design des Carbon-Instruments variiert zu dem eines Holzinstrumentes im Wesentlichen in der Optik. Aber wer sich mit dem „Carbon-Schwarz“ nicht anfreunden kann/darf können das Instrument in Holzoptik erwerben. Sowohl die Schnecke am Griffbrett als auch die typische Zargenform (wenn auch etwas „entbarockisiert“) am Instrument selbst bleiben erhalten. Nicht die technisch leichteste Entformbarkeit (wie zum Boden verjüngte Gitarrenform), sondern ästhetische Kriterien waren ebenso bestimmend.

[1] http://www.pnas.org/content/111/20/7224.abstract.

[2] http://www.ricci-carboninstruments.com.

[3] Zitat mit freundlicher Genehmigung der Ricci Carbon Instruments KG, www.ricci-carboninstrments.com.

[4] http://www.ricci-carboninstruments.com.

* Klaus Lederbauer ist Betriebsleiter der Kunststoffverarbeitung Wimmer GmbH in 83278 Traunstein-Wolkersdorf, Tel. (0861) 9 89 42-22, Klaus.Lederbauer@carbontechnik.com, www.carbontechnik.com

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