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Stradivari wäre begeistert Streichinstrumente aus Carbon

Autor / Redakteur: Klaus Lederbauer / M.A. Frauke Finus

Carbon ist wesentlich widerstandsfähiger als Holz. Musikinstrumente aus Carbon sind daher witterungsstabiler und wesentlich robuster gegen mechanische Einflüsse. Ausserdem ermöglicht Carbon einen guten Klang. Instrumente aus Carbon bieten also einen echten Mehrwert für Musiker.

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Die Mischung machts: Durch die Kombination mit verschiedenen Harzsystemen werden beste Eigenschaften der jeweiligen Ausgangsmaterialien zu einem Produkt verbunden.
Die Mischung machts: Durch die Kombination mit verschiedenen Harzsystemen werden beste Eigenschaften der jeweiligen Ausgangsmaterialien zu einem Produkt verbunden.
(Bild: Wimmer)

Eine französische Studie im Fachmagazin „Proceedings of the National Academy of Sciences“ erweckte vor einiger Zeit grosse Aufmerksamkeit: An der Sorbonne Universités in Paris wurden zehn preisgekrönten Violinisten, die veränderte Schweisserbrillen trugen, zwölf Violinen (fünf davon waren Instrumente des bekannten Geigenbauer Antonio Giacomo Stradivari) zum Musizieren bereitgestellt. Das Ergebnis war überraschend: Sechs der zehn Musiker wählten, im Falle ihrer eigenen Tour, die „neuen“ also modernen Geigen aus Holz.1 Verblüffend, ist man doch in der Vergangenheit davon ausgegangen, dass vor allem der Klang einer Stradivari gegen andere Violinen deutlich im Vorteil liegt. „Seit Beginn des Instrumentenbaus war und ist Holz bisher das historisch dominierende Material des Geigenbaus. Die Suche nach dem optimalen Holz blieb prägend: Holzart, Wuchsbedingung, Alter, Faserdichte, Verarbeitung und Oberflächenbehandlung sind unter anderem die wesentlichen Basisvoraussetzungen für die Schwingungsübertragung in Faserrichtung und damit für die Spiel- und Klangeigenschaften des Streichinstruments.“2

Die nächste Generation – Streichinstrumente 3.0

Schon seit langem wird Carbon vor allem im Automobil- und Flugzeugbau verwendet. Die Eigenschaften der Kohlenstofffasern liegen auf der Hand: Witterungsunempfindlichkeit, Ermüdungsfreiheit, Resonanzfähigkeit und viele weitere Vorteile sprechen für eine Verarbeitung des Stoffes in unterschiedlichen Bereichen, zum Beispiel bei der Konstruktion von Sportgeräten wie Bobs oder Rennschlitten und eben auch im Instrumentenbau. Bereits seit ein paar Jahren gibt es Streichinstrumente aus Carbon, die allerdings in der Klangqualität noch die Wünsche anspruchsvoller, klassischer Musiker offen lassen. Nach einer mehrjährigen Forschungs- und Entwicklungsarbeit gibt es nun eine echte Erneuerung: Nicht nur das sogenannte Prepreg-Verfahren ermöglicht einen einzigartigen Klang, sondern auch eine neuartige komplexe Differenzierung neuer Gewebefaserarten, -richtungen sowie -stärken und aufwändigste Graduierung von Decke, Boden und Zargen. Von proportionalen Gesichtspunkten und Decken-/Bodenwölbungsprofilen ganz zu schweigen.

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Der Forschungsaufwand zur Herstellung eines klanglich hochwertigen Musikinstrumentes in Kooperation mit Ricci Carbon Instruments ist allerdings enorm: Jahrelanges „R & D“, intensive Zusammenarbeit mit Profimusikern und dutzende Prototypen pro Instrument bevor sich ein befriedigendes Vorserienprodukt abzeichnet, welches dann zur Serienreife gebracht wird. Da Carbon Instrumente derzeit noch von den meisten professionellen Musikern zuerst einmal mit äusserster Skepsis betrachtet werden, ist es umso erfreulicher, dass die mühevolle und kostenintensive, jahrelange Forschungsarbeit nun international von bekannten Solisten enthusiastisch honoriert wird. Prof. Mag. Reinhard Latzko, Professor an der Musikuniversität Wien und internationaler Solist:„Die Ricci Carbon Celli sind ein absoluter Quantensprung in der klanglichen Entwicklung der bisher auf dem Markt vorhandenen Carbon-Celli. Sowohl in der Klangfarbe, wie auch in der Dynamik stehen sie den aus Holz gefertigten Instrumenten in nichts nach. Ihre Spielbarkeit ist bestechend und so sind sie eine echte Alternative zu allen klassisch gefertigten Instrumenten.“3

Viele Vorteile gegenüber Instrumenten aus Holz

Vor allem Luftfeuchtigkeit, Temperaturschwankungen, Oberflächenempfindlichkeit und bei anspruchsvollen Instrumenten auch der meist sehr hohe Preis von Holzstreichinstrumenten zeigen die Schwachstellen des traditionellen Geigenbaus klar auf. Die Suche nach einer Verbesserung dieser Schwachstellen und echten Alternative zu einem immer noch akzeptablen Preis ist das erklärte Ziel. Der Weg dorthin in hochmodernsten Verfahren und Schwingungsanalysen geht allerdings weit über den bisherigen Einsatz von reinem Carbon hinaus. So entstanden nach Jahren der Entwicklungszeit in aufwändigen Produktionsprozessen erste Prototypen für Ricci Carbon Instruments. Dank der positiven Eigenschaften von Carbonfasern sind die entstandenen Streichinstrumente auch so gut wie witterungsunempfindlich, ermüdungsfrei und resonanzfähig.

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