ACE: Gegen Stoss schützen Strukturdämpfer vermeiden Schäden an Filmkamera

Von Robert Timmerberg M. A., Fachjournalist (DFJV) 4 min Lesedauer

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Ingenieure für Filmtechnik der Idea Vision GmbH nutzen Stossdämpfer aus Festkörpern von der ACE Stossdämpfer GmbH, um kostenintensive Kameraausrüstung vor Schäden durch hohe Beschleunigungen und Stösse zu schützen.

Tragfähig: Bis zu 40 kg schwere Ausrüstung – Kameras, Gimbals – kann am Tragsystem angehängt weden.(Bild:  Idea Vision GmbH)
Tragfähig: Bis zu 40 kg schwere Ausrüstung – Kameras, Gimbals – kann am Tragsystem angehängt weden.
(Bild: Idea Vision GmbH)

Festkörperdämpfer von ACE überstehen unbeschadet bis zu einer Million harte Stösse und Vibrationen. Deshalb baut die Idea Vision GmbH im bayerischen Kolbermoor solche Dämpfer in ihre Kameraplattformen ein. Das Unternehmen entwickelt, konstruiert und vertreibt unter anderem mechanische und elektronische Systeme für die Filmindustrie. «Wir setzen auf eine Mischung deutscher Qualitätsstandards, höchster Flexibilität in der Anwendung, einfacher Handhabung und schneller Anbringung an unterschiedlichste Träger», beschreibt Mark Fellinger. Diese Eigenschaften lassen sich auch auf die Arbeit der ACE Stossdämpfer GmbH aus Langenfeld übertragen, sodass die Kooperation der beiden Unternehmen im Fall der Hybris Shock Absorber von Idea Vision nicht verwundert.

Filmkamera vibrationsarm bewegen

Das vom bayerischen Spezialisten entwickelte System Hybris Shock Absorber ist für den unter- oder überhängenden Einsatz von professionellen Filmkameras, motorisierten kardanischen Aufhängungen, auch Gimbals genannt, oder stabilisierten Kameraköpfen konzipiert. Mit dem 14 kg schweren Stabilisierungssystem gleichen Profikamerateams Vibrationen und Stösse aus, die beim Filmen während Fahrten mit Autos, Motorrädern oder Booten entstehen. Eine einstellbare lineare Induktionsbremse und ein Federsystem bilden bei Hybris Shock Absorbern eine stabile Plattform für Filmaufnahmen. Per App ist das System konfigurier- und kontrollierbar sowie berührungslos bedienbar. Es kann mit hoher Präzision arbeiten und ist zudem verschleissfrei sowie witterungsunabhängig. Die Brems- und Dämpfungsleistung ist dank des magnetischen Wirbelstromprinzips äusserst genau und vermeidet direkte mechanische Belastungen aller Bauteile des Systems und der damit verbundenen Komponenten wie Gimbals oder Kameras. Diese können zwischen 1 kg und 40 kg schwer sein. Sie werden vom Hybris Shock Absorber über 460 mm Federweg gedämpft. Weil das System oft in rauen Umgebungen eingesetzt wird, zum Beispiel in unebenem Gelände, auf See und auf Rennstrecken, suchten die Konstrukteure eine Zusatzdämpfung. Diese sollte am Ende des Federwegs für einen sanften Anschlag sorgen und dadurch auch das stabile Bild der Kamera erhalten. Das gesuchte Dämpfungselement sollte zudem dazu dienen, den maximalen Federweg einzuschränken, wenn Kamerateams auf holprigem Terrain knapp über dem Boden filmen möchten. Das soll ein Aufschlagen des gesamten Systems vermeiden.

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Die Zusatzdämpfung mit den radialen Strukturdämpfern von ACE sorgt am Ende des Federwegs für einen sanften Anschlag.

Mark Fellinger, Geschäftsführer, Idea Vision GmbH

Strukturdämpfer wirken

Im Normalfall ermittelt ACE zusammen mit den Kunden die jeweils passende Dämpfungslösung im Rahmen von Auslegungsdaten. Viele Standardlösungen lassen sich zudem mit Hilfe der Berechnungs- und Konfigurationstools auf der Website von ACE auslegen. Weil aber beim Filmen unterschiedlich schweres Gerät zum Einsatz kommt und keine Kamerafahrt wie die andere ist, war bei diesem Spezialfall schnell klar, dass nicht nur eine hochwertige Dämpfungslösung, sondern auch ein flexibel arbeitender Anbieter gesucht wird. Dass auf ACE beides zutrifft, zeigte sich schnell. So fungierte für Mark Fellinger in Kolbermoor kein Technik­experte aus dem deutschen Vertriebsnetz des Langenfelder Unternehmens als Ansprechpartner. Stattdessen kam Hans-Jürgen Greindl, der für Österreich zuständige Vertriebsingenieur von ACE, zu ihm, weil dessen Anreise vom ACE-Standort in Linz die kürzeste war. Als ein Versuch mit Kleinstossdämpfern nicht vollständig zufrieden machte, hatte Hans-Jürgen Greindl die richtige Idee: «Nachdem ich die leichten Alu-Titan-Gestelle der Hybris Shock Absorber gesehen hatte, war klar, dass sich an diesen auch unsere Strukturdämpfer Tubus gut und schnell für jeden Dreh quasi nach Mass verschrauben lassen», erläutert er. Die wegen ihrer rohrähnlichen Form Tubus genannten Strukturdämpfer sind eine ideale Alternative zu hydraulisch arbeitenden Klein- und Industriestossdämpfern, wenn nicht absolut linear und auf den Punkt genau verzögert werden muss. Als Stossdämpfer in über 140 verschiedenen Ausführungen bei ACE lieferbar, kommen Tubus zum Zug, um Massen besonders unter extremen Einsatzbedingungen zu verzögern. «Mit Standzeiten von über einer Million Lastwechseln sind sie ebenfalls für die Vielzahl der zu erwartenden Stösse geeignet, da gerade einzelne Einstellungen und Sequenzen an Filmsets oft zu wiederholen sind», betont Hans-Jürgen Greindl.

Kompakte radiale Bauformen

Unter der Vielzahl der verschiedenen aus Co-Poly­ester-Elastomer gefertigten Dämpfer entschieden sich die Partner für die radialen Varianten. Diese haben den Vorteil, dass sie besonders weich verzögern und so für die gewünschten ruhigen Bilder sorgen. Ausführungen mit 17 bis 60 mm Dämpferweg stehen zur Verfügung. Aufgrund ihrer kompakten Bauform lassen sie sich auch gut in bestehende Konstruktionen integrieren. Dabei können die kleinen Komponenten Energien von 1,2 Nm/Hub bis 146 Nm/Hub aufnehmen. Um nicht nur ein gutes, sondern das ideale Ergebnis zu erzielen, tastete sich das Team in enger Kooperation über eine Bemusterung an die letztlich eingesetzten Dämpfer der Bauart TR83-50 heran. Wie alle Vertreter dieser Familie sind auch sie wartungsfrei und einbaufertig, erwärmen sich so gut wie nicht und stellen damit gleichbleibende Dämpfungsleistungen sicher. Bei 50 mm Dämpferweg sind mit ihnen nun für alle Kamerafahrten Dämpfer gefunden, die individuellen Belastungen mit Energieaufnahmen von bis zu 45 Nm/Hub Stand halten. So sieht der zufriedene Mark Fellinger das Motto der Idea Vision GmbH bestätigt: «Nichts ist so gut, dass man es nicht noch verbessern kann.»

(kmu)

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