Swiss made: flexible Serienfertigung - Icon Industries AG

Redakteur: Matthias Böhm

>> Das Schweizer Mehrstationen-Bearbeitungszentrum Icon 6-250 von der Icon Industries AG ist mittlerweile im Praxisalltag angekommen. Geschäftsführer Dietmar Bäurer kann auf der EMO 2011 von mehreren installierten Maschinen berichten, die in den Branchen Türschliesser-, Armaturen-, Hydraulik- und Automotive-Industrie für Produktionsvorteile sorgen. Darüber hinaus wird auf der EMO mit einer neuen, hochsteifen Tripodentechnologie ein Zylinderkopf bearbeitet.

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Bis zu vier horizontale und vier vertikale, unabhängige Arbeitseinheiten verleihen der Icon 6-250 höchste Flexibilität. Sie können gleichzeitig vier Werkstücke fünfseitig bearbeiten. (Bild: Icon)
Bis zu vier horizontale und vier vertikale, unabhängige Arbeitseinheiten verleihen der Icon 6-250 höchste Flexibilität. Sie können gleichzeitig vier Werkstücke fünfseitig bearbeiten. (Bild: Icon)

Hohe Flexibilität ist das wesentliche Merkmal des modularen Mehrstationen-Bearbeitungszentrums Icon 6-250. Es besteht im Kern aus vier Stationen, die jeweils mit einem horizontalen und einem vertikalen Bearbeitungsmodul ausgestattet werden können. Bei dem Bearbeitungszentrum handelt es sich um ein Schweizer Spitzenprodukt. Entwickelt wird es bei Icon Industries AG und produziert und montiert von dem Maschinenbauspezialisten Daetwyler AG im solothurnischen Bleienbach.

3- bis 5-achsige Bearbeitungseinheiten

Diese weitgehend baugleichen Module sind dreiachsige Bearbeitungseinheiten, linear geführt und von Servomotoren über Präzisions-Kugelumlaufspindeln angetrieben. Mit einem Gabel- oder Winkelkopf kann die jeweilige Einheit vier- beziehungsweise fünfachsig zerspanen. Als Arbeitsspindel kommt als Standard eine Motorspindel mit 12 000 1/min (36 kW) und einer HSK-A-63-Werkzeugaufnahme zum Einsatz. Variationen bezüglich der Leistungsstärke sind möglich. Das Mehrstationen-Bearbeitungszentrum Icon 6-250 selbst kann auf der EMO 2011 leider nicht live präsentiert werden, da die gebauten Maschinen seit der Erstvorstellung im Juni 2010 mittlerweile alle verkauft sind und im Produktionsbetrieb stehen. Zu sehen gibt es aber gleichwohl etwas – und zwar etwas ganz besonderes – doch dazu später.

Eine Maschine ersetzt bis zu acht BAZ

Icon-Geschäftsführer Dietmar Bäurer berichtet: «Die Kunden waren vor allem von der Wirtschaftlichkeit der Icon 6-250 begeistert. Denn mit dieser Maschine lassen sich bis zu acht Bearbeitungszentren ersetzen. Dabei ist der Platzbedarf mit 41 Quadratmetern sehr gering und die Bedienung von einem Mitarbeiter leicht zu bewältigen.» Auf der EMO steht Dietmar Bäurer für Detailfragen zu seinem Mehrstationen-Bearbeitungszentrum zur Verfügung. Anhand von Filmaufnahmen kann er dort dessen Leistungsfähigkeit auch visuell dokumentieren.

Parallelkinematik: neuer Icon Tripod 700S

Eine interessante Variationsmöglichkeit bietet der Icon Tripod 200S, der in der Icon 6-250 anstatt der dreiachsigen Bearbeitungsmodule eingesetzt werden kann und eine fünfachsige Bearbeitung ermöglicht. Diese Parallelkinematik überzeugt durch hohe Dynamik, die dank der geringen Massen realisiert werden kann. Zur EMO wird Icon den Tripod in der Version 700S als besonders flexibles Einzelbearbeitungszentrum präsentieren.

Aufmerksamkeit ist ihm sicher

Die Aufmerksamkeit auf der EMO 2011 ist dem Icon Tripod 700S sicher. Eine neue, besonders steife Konstruktion versetzt diese Parallelkinematik in die Lage, vielfältige Fräs-, Bohr- und Reibarbeiten zu übernehmen, wie Hersteller Icon Industries auf dem Messestand (Halle 17, D82) an einem Zylinderkopf demonstriert.

Neue und steife Parallelkinematik

Der grösste Mangel bisheriger Parallelkinematiken war eine zu geringe Steifigkeit. Diese hat Icon Industries – das Schweizer Unternehmen baut den Tripod 700S in Lizenz des schwedischen Entwicklers – deutlich verbessert. So wird der Tripod 700 mit einem speziellen Brückenmodul ausgerüstet, das für zwei Achsen als Aufhängung dient. Auch die dritte Achse ist fest verankert, sodass die Konstruktion in sich steif ist.

Das gleiche Prinzip gilt auch für die etwas kleinere Version Icon Tripod 200S, den Icon Industries als flexible, fünfachsige Alternative zu den dreiachsigen Bearbeitungseinheiten für das Mehrstationen-BAZ Icon 6-250 anbietet.

Auf der EMO 2011 wird Icon zum ersten Mal den Tripod 700S als besonders flexibles Einzelbearbeitungszentrum präsentieren (Das «S» in der Bezeichnung weist auf die eingesetzte Siemens-Steuerung 840D sl hin). Das neue «Leichtbau»-BAZ besteht aus zwei Teilen: der Tripod-Basismaschine und einem Technologiemodul. Während die Basismaschine stets gleich aufgebaut ist, kann sich der Kunde frei entscheiden, ob er als Technologiemodul eine Fräs-, Bohr- oder Schleifeinheit haben möchte.

Auch andere Verfahren stehen zur Verfügung. Dem Kunden bleibt ausserdem die Wahl, ob er einen Rundschalttisch oder einen linear verschiebbaren Maschinentisch möchte. Denn je nach Anforderung der Bearbeitung kann man die neuen Tripoden einzeln betreiben, in Reihe stellen oder kreisförmig anordnen.

Geringe Massen bringen Dynamik

Erste Interessenten haben den Prototyp des Icon Tripod 700S bereits begutachtet und grosses Interesse bekundet. Sie zeigten sich von der Steifigkeit und der hohen Dynamik der Parallelkinematik beeindruckt, die aus den geringen zu bewegenden Massen resultiert. Von Vorteil ist ausserdem, dass Icon die Achsantriebe weit weg vom Bearbeitungskopf ans andere Ende der Achsen gesetzt hat und das System mit Transrollspindeln betreibt. So wird der Wärmegang vermieden und eine dauerhaft hohe Genauigkeit erreicht.

In Konkurrenz dürfte der Tripod 700 zu einfachen Werkzeugmaschinen, aber auch zu Gelenkarmrobotern treten, denen er in Sachen Stabilität und Präzision überlegen ist. Durch seinen leichten Aufbau ist der Tripod flexibel einsetzbar und selbst für Arbeiten an grossen Teilen wie zum Beispiel Flugzeug- oder Windradflügeln geeignet.

Auf der EMO 2011 demonstriert Icon, dass der Tripod 700S beste Voraussetzungen für die Automobilindustrie mitbringt. Denn als Musterwerkstück wird ein Zylinderkopf gezeigt, der vom Tripod gefräst, gebohrt und gerieben wird. Das Bauteil wird schräg auf einen Rundschalttisch gespannt sein, um zu zeigen, welche Freiheitsgrade der Tripod beherrscht. Für interessierte Besucher liegen am Messestand die technischen Daten sowie Erfahrungswerte bezüglich der erreichbaren Genauigkeiten bereit. <<

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