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Sie sprechen die Mensch-Maschine-Kollaboration an. Mit dem LBR iiwa hat KUKA auch speziell für diesen Bereich einen Roboter im Portfolio. Erzählen Sie uns ein wenig genauer, wie er funktioniert?
F. Bocale: Die Mensch-Maschine-Kollaboration ist eine wichtige Entwicklung, die in manchen Anwendungsbereichen sicher von sehr grossem Vorteil ist und in Zukunft immer häufiger Einzug in die eine oder andere Produktionslinie finden wird. Der LBR iiwa wurde speziell für diesen Bereich entwickelt und als erster für die Industrie freigegebener kollaborativer Roboter auf dem Markt eingesetzt. In seinem Aufbau ist er dem menschlichen Arm nachempfunden, wiegt gerade mal 20 Kilogramm, verfügt über sieben Achsen und in jeder dieser Achsen über integrierte Gelenkmomentensensoren. Mittels dieser Sensoren erkennt der LBR iiwa auch jegliches Hindernis in seinem Weg. Dies wurde auch bereits an Messen vorgeführt, beispielsweise mit dem Wasserglastest: Ein gefülltes Glas wird in die Arbeitsbahn des Roboters gestellt, vom LBR iiwa erkannt und unbeschadet umgangen.
Trotz Mensch-Maschine-Kollaboration, der Roboter hat den Ruf als Jobkiller. Stimmen Sie dem zu?
F. Bocale: Roboter an sich sind vielleicht auf den ersten Blick sogenannte «Jobkiller». Auf den zweiten Blick wird jedoch deutlich, dass diese Frage sehr spezifisch zu betrachten ist und sich nicht so einfach beantworten oder gar verallgemeinern lässt. Aber so viel kann man sagen, dass Unternehmen, die dank eines gewissen Automatisierungsgrades in der Produktion die Produktivität steigern konnten, längerfristig konkurrenzfähig bleiben, was letztlich gar einen Standort-Erhalt sichern kann. Und davon sind dann meist auch zahlreiche Stellen betroffen, im positiven Sinne.
Der Robotikbereich ist hart umkämpft, es gibt zahlreiche Anbieter. Wie differenziert man sich in diesem schwierigen Umfeld von diesen?
F. Bocale: Die Differenzierung erfolgt mit dem Produkt, durch hohe Qualität und vor allem durch die Mitarbeiter. Denn im Zentrum steht immer die persönliche Beziehung zum Kunden.
Das Technologieunternehmen Alphabet (ehemals Google) ist seit dem Kauf von Boston Dynamics ebenfalls in den Robotikmarkt eingestiegen. Dieses gilt als eines der fortschrittlichsten Robotik-Unternehmen weltweit. Kann das eine Konkurrenz für KUKA werden?
F. Bocale: Sicher ist Boston Dynamics ein sehr fortschrittliches Unternehmen und auch in der Forschung an humanoiden Robotern sehr innovativ. Doch in diesem Sektor tangieren wir uns bisher nicht.
Wie schalten Sie nach einem anstrengenden Arbeitstag ab? Ich habe gehört, Sie machen ab und zu mit Ihrer Ducati die Rennstrecke unsicher.
F. Bocale: Meine Familie hilft mir sehr, vor allem meine zwei Töchter, die mich sehr auf Trab halten. Und wenn es die Zeit zulässt, dann schwinge ich mich immer wieder gerne auf mein Motorrad und drehe ein paar Runden. <<
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